„Frei und aufrecht durchs Leben gehen" - Botschaft des Landesbischofs zum Reformationstag

Karlsruhe/Heidelberg, 31.10.2018. Zum Reformationstag hat der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh daran erinnert, dass der christliche Glaube zur Freiheit berufe. Diese „evangelische Freiheit hilft uns, frei und aufrecht durchs Leben zu gehen“, erklärte er in seiner Predigt zum Jubiläum des Theologischen Studienhauses am heutigen Mittwoch (31.10.) in der Heidelberger Peterskirche.

„Evangelische Freiheit beginnt damit, dass ich selber frei werde; sie gedeiht in einem offenen System, in dem uns die Anderen nicht gleichgültig sind; sie wächst in kritischer Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, mit Traditionen, mit kirchlicher und religiöser Praxis“, erklärte Cornelius-Bundschuh. Die evangelische Freiheit sei zugleich „eine umkämpfte, umstrittene Freiheit“. So seien die in der Bibel erwähnten „Joche der Knechtschaft“ auch heute überall präsent, wenn etwa gefragt werde: „Was sagen die anderen über mich? Finde ich Anerkennung? Werde ich meinen eigenen Ansprüchen gegenüber gerecht?“.

Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass es „niemanden und keine Instanz gibt, die über dich und dein Leben bestimmen kann“. Was andere über einen Menschen sagen und denken würden, relativiere sich durch Gottes Zusage: „Fürchte dich nicht! Du bist ein Kind Gottes mit den Seiten, die du selbst und andere an dir gut finden, und mit deinen anderen, ungeliebten Seiten.“ Aus der von Gott zugesagten Freiheit erwachse zugleich die Verantwortung, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, Ungleichgewichte wahrzunehmen und eine inklusive Gemeinschaft zu erproben, erklärte der Landesbischof. Gott „schickt uns raus aus der bequemen, warmen Stube vor die Tore der Stadt, wo Menschen auf uns und auf ihn warten. Er fordert uns auf, hineinzugehen in die Konflikte und uns auch den unbequemen Fragen zu stellen“.

Unter dem Titel „Glaube – Engagement – Verantwortung“ findet am morgigen Donnerstag, Allerheiligen (1.11.), anlässlich des 100jährigen Bestehens des Theologischen Studienhauses ein öffentliches Symposium in der Peterskirche statt. Den Impulsvortrag „religiös und ruhelos“ hält Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin). In drei Talkrunden sprechen neben ehemaligen Bewohnerinnen und Studienleitungen unter anderem Friederike Faß, Leiterin des Evangelischen Studienwerks Villigst, und András Szabo von der Lutherischen Universität Budapest.
 
Dr. Daniel Meier, Zentrum für Kommunikation im EOK
 
Karin Wilke
Pressereferentin EkiHD
Quelle: Karin Wilke