Hermann Maas

Anwalt der Verfolgten

Hermann-Maas-Freundeskreis: Aktuell

Der Freundeskreis erinnert an das Wirken von Hermann Maas als Pfarrer und politisch engagierter Christ.
Die nächste Veranstaltung ist in Vorbereitung

Hermann Maas - Sein Leben

Quelle: Dr. Manfred Schneider
Gedenktafel für Pfr. Maas im Chorraum
Hermann Maas wurde am 5. August 1877 als Sohn des damaligen evangelischen Pfarrers in Gengenbach geboren. Er setzte sich als Pionier der ökumenischen Bewegung seit 1913 für den Frieden zwischen Konfessionen, Religionen und Völkern ein.
Als Pfarrer der Heidelberger Heiliggeistkirche (1915–1943) beerdigte er 1925 den aus der Kirche ausgetretenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert, was ihm seine Kirchenleitung und später die Nationalsozialisten vorwarfen.

Die Nationalsozialisten diffamierten Maas als „Judenpfarrer“, weil er engen Kontakt zur Heidelberger Synagoge hielt. Er nahm demonstrativ an den hohen jüdischen Festtagsgottesdiensten teil. Der Heidelberger Rabbi Fritz Pinkuss legte ihm bei seiner Emigration 1938 ans Herz, „für die Verfolgten und die Alten zu sorgen“. Maas kümmerte sich in der Folge um die Alten im jüdischen Altersheim in Mannheim.
Er wurde zwischen 1933 und 1945 unter großem persönlichem Einsatz zum Helfer und Retter für zahllose Juden. 1938 wurde auf seine Initiative von der Bekennenden Kirche die Kirchliche Hilfsstelle für Nichtarier (sog. Büro Grüber) gegründet, wobei Maas für Baden zuständig war. Er stand in enger Verbindung mit hilfsbereiten Einrichtungen und Personen in England, Schweden und der Schweiz und erwirkte Einreisegenehmigungen und Transporte für gefährdete Juden und Judenchristen in diese Länder.

Nach der Schließung des „Büro Grüber“ begann eine große Kampagne gegen Maas. Er erhielt Rede-, Schreib-, Aufenthalts- und Berufsverbot. Auf Druck der Nationalsozialisten versetzte der Badische Oberkirchenrat 1943 Maas schließlich zwangsweise in den Ruhestand. Der 67-jährige, kranke Maas wurde daraufhin 1944 von der SA zur Zwangsarbeit ins Elsass deportiert, überlebte indes durch die baldige amerikanische Befreiung.

Quelle: Hermann-Maas-Stiftung
Einweihung des Hermann Maas Hains im Gilboatal in Israel (1953)
Bei der Bischofswahl im November 1945 unterlag er, wurde aber zum Kreisdekan (später Prälaten) ernannt.
1950 wurde Maas als erster nichtjüdischer Deutscher nach dem Krieg offiziell vom Staat Israel eingeladen, drei Jahre später für ihn im Gilboatal ein Hain gepflanzt.
Bis zu seinem Tod am 27. September 1970 engagierte er sich für die Versöhnung zwischen Juden, Christen und Deutschen. In der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem erinnert ein Johannisbrotbaum in der „Allee der Gerechten“ an das mutige Eintreten von Hermann Maas für die Menschlichkeit.
 

 
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