Evangelische Kindergärten in Heidelberg: KiTa-Strategie 2020

Warum eine KiTa-Strategie?

Die Arbeit der evangelischen Kindergärten ist ein wesentliches Arbeitsfeld der Evangelischen Kirche in Heidelberg (EKIHD). Derzeit betreut die EKIHD in 20 Einrichtungen ca. 1000 Plätze und beschäftigt dazu 179 pädagogische Fachkräfte.

Aufgrund der allgemeinen kirchlichen Entwicklung, insbesondere des anhaltenden und weiter zu erwartenden Mitgliederrückgangs, sowie der angespannten wirtschaftlichen Situation der evangelischen Kindertagesstätten in Heidelberg, ist die EKIHD herausgefordert, viele ihrer Arbeitsbereiche neuaufzustellen und ihre Strukturen und die Formen ihrer Arbeitsfelder an die gesellschaftliche Entwicklung anzupassen.

Das Ziel der evangelischen Kirche ist dabei, dass sie möglichst in der gesamten Stadtfläche präsent ist und bleibt und die Kommunikation des Evangeliums für alle Generationen und Lebenssituationen in vielfältigen Formen lebendig hält.

Aufgrund der besonderen wirtschaftlichen Situation der evangelischen Kindergärten, die in den letzten vier Haushaltsjahren jeweils ein Defizit im mittleren 6stelligen Bereich erwirtschaften, haben der Stadtkirchenrat und die Stadtsynode eine KiTa-Strategie 2020 entwickelt.

Was ist das Ziel der KiTa-Strategie 2020?

Ziel der KiTa-Strategie ist zum einen die nachhaltige Qualitätsentwicklung in Bezug auf eine durchgängige biografische Begleitung von 0 bis 6 Jahren, Ganztagsbetreuung sowie schließlich die Weiterentwicklung des besonderen Evangelischen Profils unserer Einrichtungen des Arbeitsbereichs zum anderen aber die wirtschaftliche Konsolidierung.

Zur wirtschaftlichen Konsolidierung ist die EKIHD aufgefordert, von ihren derzeit 52 Gruppen vier Gruppen abzubauen, für deren Betreiben sie keine Kirchensteuerzuweisung erhält.

Die KiTa-Strategie 2020 beinhaltet 6 Leitlinien.

Leitlinie 1: Das Konzept für die evangelischen Kindertageseinrichtungen in Heidelberg fundiert theologisch im Bildungsauftrag der Kirche.

Leitlinie 2: Evangelische Kindertageseinrichtungen sind ein wesentlicher Aspekt eines Gemeindeaufbaus in der Stadt.

Leitlinie 3: Der gesellschaftliche Auftrag evangelischer Kindertageseinrichtungen ist vom Subsidiaritätsprinzip abgeleitet. Die Finanzierung der Kinderbetreuung ist gesetzlich eine staatliche Aufgabe, ihre inhaltliche Ausgestaltung ist die Aufgabe der freien Träger.

Leitlinie 4: Die Organisation evangelischer Kindertageseinrichtungen muss theologisch gesprochen einer gerechten und guten Haushalterschaft entsprechen.

Leitlinie 5: Die zukünftige Konzeption zu den Kindertageseinrichtungen wird auch den Geschäftsbereich der Kindertageseinrichtungen in der Evangelischen Kirchenverwaltung in Heidelberg neu organisieren.

Leitlinie 6: Die Konzeption der Kindertageseinrichtungen der EKIHK ist ein Baustein für eine Erneuerung einer lebendigen Kirche. Sie würdigt die engagierte (religions-) pädagogische Arbeit unserer Mitarbeitenden in den Kindertageseinrichtungen.

Eine ausführliche Darstellung der KiTa-Strategie finden sie hier.

Wie ist der Stand der Umsetzung?

Derzeit im Fokus des kirchenleitenden Handelns steht die Leitlinie 4, zu deren Umsetzung die regionale Neustrukturierung der evangelischen KiTa-Landschaft in Heidelberg gehört. Im Rahmen dessen kommt es zu Standortschließungen, Gruppenreduzierungen, aber auch perspektivisch aus zum Standortausbau.

Leitend sind auch hier Grundsatzbeschlüsse der Stadtsynode aus dem März 2017. Die wesentlichen lauten:

  • Abbau von nicht kirchensteuerfinanzierten Gruppen
  • Jede Pfarrgemeinde (nach den Fusionen 2019) erhält eine dreigruppige KiTa.
  • Alle KiTas sollen Angebote im Kleinkindalter (0-3 Jahre) und Kindergartenalter (3-6 Jahre) vorhalten.
  • Ganztagsbetreuung soll in allen Einrichtungen umsetzbar sein.
  • Die Identifikation von zu schließenden Standort orientiert einerseits an der Einrichtungsgröße (eingruppige KiTas) andererseits an der Bausubstanz.

Im Frühjahr 2018 hat der Stadtkirchenrat mit der Umsetzung der Strategie begonnen und folgende Standortschließungen beschlossen:

Zum 31. August 2018 schließt die eingruppige Einrichtung in der Heiliggeiststraße sowie die zweigruppige Einrichtung Forum 3.

Zum 31. August 2019 schließen die eingruppige Einrichtung in der Rheinstraße und die zweigruppige Einrichtung im Lindenweg.

Zum 31. August 2020 schließt die zweigruppige Einrichtung in der Hegenichstraße.

Die betroffenen Eltern wurden darüber im April 2018 informiert. Zugleich werden allen Kindern und deren Familien, die zum Zeitpunkt der Schließung einen Betreuungsanspruch haben, Plätze mit evangelischem Profil in den weiteren evangelischen Einrichtungen angeboten.

Parallel zu den Standortschließungen haben die Planungen zur Standortentwicklung in der Baden-Badener-Straße und in der Glatzer-Straße begonnen.

Was passiert mit den Gebäuden der aufgegebenen Standorte?

Die Remise in der Heiliggeiststraße wird übergangsweise an einen privaten KiTa-Träger vermietet, der dort bis 2022 eine Kindertageseinrichtung betreibt.

Die Liegenschaften Forum 3, Lindenweg und Hegenichstraße werden aufgeben und veräußert.

Die Räume des Markuskindergartens in der Rheinstraße werden der Pfarrgemeinde zur Verfügung gestellt, um dort mit Partnern ein Zentrum für Kirche in neuen Formen aufzubauen, das insbesondere junge Familien in der Südstadt ansprechen soll.

Sind weitere Standortschließungen geplant?

Derzeit werden keine weiteren Standortschließungen geplant. In Einzelfällen kann es aber notwendig werden, Standorte innerhalb eines Stadtteils zu fusionieren, allerdings ohne dass dadurch weitere evangelische KiTa-Gruppen wegfallen.

Für die Altstadt sucht die Evangelische Kirche in Heidelberg nach einer Möglichkeit, dort eine dreigruppige KiTa zu betreiben oder religionspädagogisch zu begleiten.

Als evangelische Kirche in Heidelberg wollen wir auch in Zukunft ein verlässlicher Partner im Bereich Kindertagesstätten für Kinder, Eltern und die Stadt Heidelberg sein. Als Arbeitgeber wollen wir unseren Mitarbeitenden gute Arbeitsbedingungen für die hohe pädagogische Qualität bieten und dadurch unseren gesellschaftlichen Beitrag für eine kinderfreundliche Stadt und Kirche leisten.

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