Veröffentlichungen zum Heidelberger Katechismus

Was die Heidelberger glauben und vom Heidelberger halten

Darf man das machen? Menschen fragen, wie sie die Fragen des Heidelberger finden?

Quelle: ekihd


Ein Team aus Kirche, Universität und Politik hat einen Fragebogen entworfen und die Antworten ausgewertet aber keine Schlussfolgerung gezogen. Genau das macht das Buch so wertvoll.

Beiträge dazu, wie unverständlich der Heidelberger Katechismus heutzutage sei, gibt es inzwischen zahlreiche. Dieses Buch ist ein weiterer, aber ganz anderer Art. Denn es zieht keine Schlüsse, sondern stellt nur dar: 128 Antworten auf zentrale Fragen des Heidelberger von Heidelberger Bürger/innen.

Die Heidelberger Dekanin Dr. Marlene Schwöbel-Hug, der Theologieprofessor Dr. Michael Welker und der Heidelberger Schuldekan Dr. Ulrich Löffler treten als Autoren auf. Hinter ihnen steht aber ein ganzes Team aus weiteren Pfarrer/innen, Dozent/innen, Studierenden und einer Politikerin. Sie haben sich einen Fragebogen ausgedacht, in dem sie die zu den drei Hauptteilen des Heidelberger Katechismus (Vom Elend, von der Erlösung, von der Dankbarkeit) jeweils zwei Fragen formuliert haben, die es auf den Punkt bringen. So sahen sich die Befragten folgenden sechs Fragen ausgesetzt:

  • In welcher Hinsicht erlebe ich, dass mein Leben gebrochen und bedroht ist?
  • Inwieweit werden Menschen in ihrem Leben vor anderen und vor Gott schuldig?
  • Was geschieht von Gott her, dass Leben heil wird?
  • Wer ist Jesus Christus für mich heute?
  • Wie wirkt Gottes Geist heute in der Kirche und in der Welt?
  • Was gehört zu einem Leben in Verantwortung vor Gott dazu?

Die Antworten werden nicht alle dokumentiert, sondern das Buch fasst sie auf 80 gut zu lesende Seiten zusammen. In Ausschnitten wird freilich schon zitiert, zum Teil sehr treffend.

Beim Lesen wird recht schnell klar: Die Menschen sind heute nicht weniger reflektiert oder weniger interessiert an existentiellen Fragen. Und selbst die Themen sind durchaus vergleichbar, die Problemanzeigen haben sich aber ziemlich verschoben. Und vor allem ist die Sprachwelt eine ganz andere.

Zum Beispiel ist es nicht so, dass Menschen ihr Leben heute nicht auch als gebrochen erleben können. Aber nicht grundsätzlich und ständig, sondern zeitweise und situationsabhängig. Zitat aus der Antwort eines Heidelbergers: „Dass mein Leben aktuell bedroht sei, erlebe ich nicht. Ich weiß, dass es Gefahren für Leib und Leben gibt, und ich fürchte, dass die Menschen – früher oder später – ihre Lebenswelt und die meiner Kinder und Enkel zerstören werden. Außerdem erlebe ich immer wieder Enttäuschungen und Niederlagen. Aber als Ganzes erlebe ich mein Leben als unglaublich behütet und gefördert.“

Die Autoren deuten in ihrem Vorwort an, dass manche Menschen die Sprache des Heidelberger eher als Bestätigung ihrer Vorurteile, denn als Hinweis „auf ein befreites, gutes, frohes und beglückendes Leben“ verstehen. Die zitierten und zusammengefassten Antworten bestätigen das eindrucksvoll – auch was die anderen Teilstücke des Heidelbergers betrifft.

Das Buch gibt in seiner schlichten Wiedergabe von Meinungen zu denken. Und es bietet viele Ansätze, „das Glaubensverständnis des Heidelbergers in die Sprache und das Denken unserer Zeit zu übersetzen“. Es ist kein frustrierendes, sondern ein ermutigendes Buch. Was die Heidelberger glauben, glauben bestimmt nicht nur die Heidelberger so. Und der Heidelberger (Katechismus) würde heute anders fragen und anders antworten. Und trotzdem noch der Heidelberger sein. Das Heidelberger Jubiläumsjahr könnte der Aufbruch zu einer Neufassung sein.

Georg Rieger

Michael Welker (Hg.) / Marlene Schwöbel-Hug (Hg.) / Ulrich Löffler (Hg.), Heidelberger gGlauben. 450 Jahre nach Erscheinen des Heidelberger Katechismus, € 9,99 1. Auflage 2013, 82 Seiten, ISBN 978-3-7887-2699-7

 

Heidelberger Katechismus im iBook Store

Den Heidelberger Katechismus gibt es jetzt als elektronisches Buch: Die neue Übertragung in heutiges Deutsch, Seite für Seite aus dem digitalisierten Originaldruck von 1563. Bibelstellen sind direkt ansteuerbar. Ein Video erklärt die Entstehung (nicht nur für Kinder) ganz einfach. Kurfürst Friedrich III., Auftraggeber der in 129 Fragen und Antworten aufgeteilten Glaubensinstruktion, führt mit seiner Vorrede selbst in den Katechismus ein. Videostatements, Fragen zum Nachdenken, die Heidelberger Stadtansicht von damals, Chormusik und Veranstaltungshinweise runden das interaktive und multimediale Leseerlebnis ab. Über Schuldekan Löffler erfahren Sie auch, wie Sie zum Ausprobieren oder für Veranstaltungen evtl. leihweise an iPads kommen können, um diese in Zusammenarbeit mit der UB Heidelberg, dem Kurpfälzischen Museum und dem Wiss.-Theol.Seminar der Universität reich ausgestattete Jubiläumsedition erleben zu können.
 
Link zum iBook Store: Buch Heidelberger Katechismus
 

Kleines Buch – große Wirkung – 450 Jahre Heidelberger Katechismus

Sind Sie noch auf der Suche nach einem  Geschenk für Familie oder Mitarbeiter? Da bietet sich die Einführung in den Heidelberger Katechismus von Ulrich Löffler und Heidrun Dierk doch geradezu an! Auf über 20 Seiten wird in Deutsch/Englisch erklärt, wie der „Heidelberger“ vor 450 Jahren entstand. Das Buch kann über das Schuldekanat bestellt bzw. im Foyer der Heiliggeistkirche erworben werden. Für den „innerkirchlichen“ Gebrauch ist das Buch vergünstigt für 3 Euro erhältlich.

In 129 Fragen und Antworten wird im „Heidelberger“, wie er gern genannt wird, das Wesentliche des christlichen Glaubens erläutert. Geschrieben hat ihn der Theologe Zacharias Ursinus, ein Schlesier in kurpfälzischen Diensten, der von Kurfürst Friedrich III. den Auftrag bekam, den christlichen Glauben in verständlichen, kurzen und klaren Worten zusammenzufassen. Die „blühende Jugend“ soll einen festen Grund ihres Glaubens und Lebens bekommen. Die drei wichtigsten Abschnitte lauten: Vom Elend des Menschen, seiner Erlösung und der Dankbarkeit. Der Mensch ist in seinem Tun und Lassen auf sich selbst fixiert. Er dreht sich (und wer könnte das nicht nachsprechen!) sich am allerliebsten um sich selbst. Aber Gott will den Menschen befreien. Das den Leser oder Hörer, denn der Katechismus wurde im Unterricht eingesetzt. Diese Unmittelbarkeit verhindert, dass er nur als historisches Dokument gelesen wird. Die Fragen könnte man vielleicht so übersetzen:  Was gibt Halt im Leben? Wie steht es um mich in meiner Beziehung zu Gott? Wie könnte, ja sollte ich als Christ leben? Um den Heidelberger wörtlich zu zitieren: „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben“? Oder: „Warum wirst du ein Christ genannt“? Im Anhang des evangelischen Gesangbuchs in Baden sind die wichtigsten Seiten abgedruckt (Dr. Daniel Meier, Karlsruhe).

Sehen Sie dazu auch:  eine Dokumentation der Veranstaltung durch den ERB: http://www.bwfamily.tv/interfaces/video.php?beitrag=38550

Hören Sie dazu auch: einen Beitrag des SWR

Hier können Sie einen Beitrag der Rhein-Neckar-Zeitung zur Veranstaltung nachlesen

Weitere Informationen zum Heidelberger Katechismus

Allgemeine historische und theologische Informationen. Aktuelle Stellungnahmen:

www.heidelberger-katechismus.net

Besonders für Jugendliche geeignet ist diese Seite: 

www.hd-kat.de 

Hier finden Sie Stellungnahmen von Jugendlichen, ein Quiz zum Heidelberger Katechismus und eine "Zeitreise" in das Heidelberg des Jahres 1563.

 

Quelle: ekihd

Kleines Buch - große Wirkung

450 Jahre Heidelberger Katechismus

Heidelberg, Oktober 2012. Rechtzeitig zum 450-jährigen Jubiläum in 2013 hat die Evangelische Kirche in Heidelberg eine kurze Einführung in Geschichte und Inhalte des Heidelberger Katechismus veröffentlicht. Universitätsprofessorin Dr. Heidrun Dierk und Schuldekan Dr. Ulrich Löffler erklären auf 27 historisch bebilderten Seiten, warum es anno 1563 zur Herausgabe des „Catechismus – oder christlicher Underricht/ wie der in Kirchen und Schulen der Churfürstlichen Pfalz getrieben wirdt" kam. Leicht verständlich beschreiben beide Autoren, wie der Heidelberger Katechismus entstanden ist, den Kurfürst Friedrich III. als „christliches Bekenntnis für eine friedvolle Kurpfalz" bei dem Theologen und Heidelberger Universitätsprofessor Zacharias Ursinus in Auftrag gegeben hatte. Der Kurfürst wollte damit Streitigkeiten und Konflikte zwischen den Anhängern Luthers und Calvins ein für alle Mal beseitigen. Lange Zeit umstritten, wurde „Der Heidelberger" später in 1619 zur verbindlichen Bekenntnisgrundlage für den reformierten Protestantismus erklärt.

Wie alle Katechismen befasst sich der „Heidelberger" mit dem Thema: Was muss ein Mensch eigentlich unbedingt wissen, wenn er sich als Christ oder Christin bezeichnet? 129 Fragen und Antworten sind dabei auf drei große Abschnitte verteilt. Diese handeln „Von des Menschen Elend", „Von des Menschen Erlösung" und „Von der Dankbarkeit". Grundaussagen über Gott, den Menschen und Jesus Christus stehen neben Passagen über die Kirche und die christliche Ethik. Innerhalb dieser Abschnitte werden fünf Themen behandelt, die schon Martin Luther in seinen Katechismus-Entwürfen zum Kernbestand des Glaubens zählte, schreiben die Autoren. Bis heute ist der „Heidelberger" ein Exportschlager, der in viele Sprachen übersetzt in aller Welt gelesen wird. Zum Jubiläum im nächsten Jahr erwarten die evangelische Kirche, die Stadt und die Theologische Fakultät der Universität Heidelberg tausende Besucher aus dem Ausland, vor allem aus den Niederlanden und den USA. In Ausstellungen, Kongressen, kulturelle Veranstaltungen und Gottesdiensten wird Heidelberg und seine Gäste das Jubiläum angemessen feiern.

Titel: Kleines Buch – große Wirkung – 450 Jahre Heidelberger Katechismus. Herausgeber: Evangelisches Dekanat Heidelberg, das Buch erscheint im Kurpfälzischen Verlag Heidelberg in Deutsch/Englisch, ISBN 978-3-924566-50-0, 4,95 €.

 
Karin Wilke
Pressereferentin EkiHD
Quelle: Karin Wilke