Hermann Maas

  
In der alten, ehemals freien Reichsstadt Gengenbach wurde Hermann Maas am 5. August 1877 als Sohn des Pfarrers Philipp Maas und seiner Ehefrau Maria geb. Goos geboren. Er studierte evangelische Theologie, war später Altstadtpfarrer in der Heiliggeistkirche Heidelberg und zuletzt Prälat des Kirchenbezirks Nordbaden. Er starb 1970 in Mainz und ist in Heidelberg Handschuhsheim beerdigt.

Die Eckdaten dieses streitbaren Gottesmannes wären nur von lokaler, allenfalls von regionaler Bedeutung, hätte er sich über seinen Beruf hinaus nicht auch seiner Berufung gestellt. Diese bestand darin, sich nicht nur in Wort und Schrift, sondern auch durch Taten - vielfach unter Gefahr für Beruf, Leib und Leben - für den Frieden zwischen Religionen und Völkern und für verfolgte jüdische Mitbürger einzusetzen. Nach dem Krieg wirkte Hermann Maas für die Versöhnung zwischen Juden, Christen und Deutschen.

Diese Lebensleistung von Hermann Maas fand Anerkennung im In- und Ausland, vor allem auch in Israel: Prälat Maas war der erste christliche Deutsche, der nach dem Krieg 1950 offiziell nach Israel eingeladen wurde. Nach ihm hat man in den Gilboa-Bergen ein Wäldchen benannt und in der "Allee der Gerechten" in Yad Vashem, der Jerusalemer Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, 1967 einen Johannesbrotbaum gepflanzt.

Maas Heimatgemeinde Gengenbach gab deshalb 1988 ihrem kirchlichen Gemeindezentrum den Namen des einen "der 36 Gerechten unter den Völkern". Im Jahr 1993 stiftete sie die Gengenbacher Hermann-Maas-Medaille. Die Hermann-Maas-Medaille und der Hermann-Maas-Preis der Hermann-Maas-Stiftung werden im Wechsel alle zwei Jahre an seinem Geburtsort Gengenbach und an seinem Wirkungsort Heidelberg an Persönlichkeiten oder Projekte verliehen, die sein Erbe und Engagement heute erlebbar machen. Im Jahr 2024 wurden Margot Friedländer sowie der Verein ZWEITZEUGEN e. V. mit dem Hermann-Maas-Preis ausgezeichnet.

Broschüre "Wer war Hermann Maas?"

  

Preisträger*innen des Hermann-Maas-Preises in Heidelberg

27.10.2024: Margot Friedländer; ZWEITZEUGEN e. V.
20.10.2020: Esther Bejarano
31.01.2026: Projekt "Ferien vom Krieg"
15.02.2012: Verein "KZ-Gedenkstätte Neckarelz e. V."
  

Heike Springhart überreicht Hermann-Maas-Preis an Margot Friedländer

Karlsruhe, 06.11.2024. Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, überreichte am Dienstag in Berlin den Hermann-Maas-Preis an Margot Friedländer. Die diesjährige Preisträgerin, die an diesem Abend ihren 103. Geburtstag feierte, hatte an der Preisverleihung am 27. Oktober in Heidelberg nicht teilnehmen können. 

Hermann-Maas-Preis geht an Margot Friedländer und ZWEITZEUGEN e.V.

Heidelberg/Karlsruhe. Am 27. Oktober um 17 Uhr wird in der Heidelberger Heiliggeistkirche der Hermann-Maas-Preis an die Zeitzeugin Margot Friedländer und den Verein ZWEITZEUGEN verliehen.
  
Auch die RNZ berichtete über die Preisverleihung: Zum Bericht in der Rhein-Neckar-Zeitung