
Die Eckdaten dieses streitbaren Gottesmannes wären nur von lokaler, allenfalls von regionaler Bedeutung, hätte er sich über seinen Beruf hinaus nicht auch seiner Berufung gestellt. Diese bestand darin, sich nicht nur in Wort und Schrift, sondern auch durch Taten - vielfach unter Gefahr für Beruf, Leib und Leben - für den Frieden zwischen Religionen und Völkern und für verfolgte jüdische Mitbürger einzusetzen. Nach dem Krieg wirkte Hermann Maas für die Versöhnung zwischen Juden, Christen und Deutschen.
Diese Lebensleistung von Hermann Maas fand Anerkennung im In- und Ausland, vor allem auch in Israel: Prälat Maas war der erste christliche Deutsche, der nach dem Krieg 1950 offiziell nach Israel eingeladen wurde. Nach ihm hat man in den Gilboa-Bergen ein Wäldchen benannt und in der "Allee der Gerechten" in Yad Vashem, der Jerusalemer Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, 1967 einen Johannesbrotbaum gepflanzt.
Maas Heimatgemeinde Gengenbach gab deshalb 1988 ihrem kirchlichen Gemeindezentrum den Namen des einen "der 36 Gerechten unter den Völkern". Im Jahr 1993 stiftete sie die Gengenbacher Hermann-Maas-Medaille. Die Hermann-Maas-Medaille und der Hermann-Maas-Preis der Hermann-Maas-Stiftung werden im Wechsel alle zwei Jahre an seinem Geburtsort Gengenbach und an seinem Wirkungsort Heidelberg an Persönlichkeiten oder Projekte verliehen, die sein Erbe und Engagement heute erlebbar machen. Im Jahr 2020 wurde Esther Bejarano mit dem Hermann-Maas-Preis ausgezeichnet.


