Evangelische Kirche in Heidelberg erinnert mit Festakt an Hermann Maas und sein Vermächtnis
Heidelberg, 7. Oktober 2026. Für Menschlichkeit eintreten, Verantwortung übernehmen und Antisemitismus und Ausgrenzung entschieden entgegentreten: Dafür stehen Leben und Wirken des Heidelberger Pfarrers und späteren Prälaten Hermann Maas. Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, um 18.30 Uhr erinnern die Evangelische Kirche in Heidelberg und die Hermann-Maas-Stiftung mit einem Festakt an ihn und an die bleibende gesellschaftliche Bedeutung seines Handelns. Anlass ist die Widmung des bisherigen Schmitthenner-Hauses in der Heiliggeiststraße 17 als Hermann-Maas-Haus.
Hermann Maas trat früh und entschieden gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Verfolgung ein. Während der nationalsozialistischen Diktatur setzte er sich insbesondere für verfolgte Jüdinnen und Juden ein. Sein Wirken war geprägt von persönlichem Mut und der Überzeugung, dass Verständigung und Versöhnung über religiöse und gesellschaftliche Grenzen hinweg möglich und notwendig sind. Als Pfarrer an der Heiliggeistkirche und später als Prälat der Evangelischen Landeskirche in Baden wurde er zu einem Wegbereiter des christlich-jüdischen Dialogs.
„Hermann Maas erinnert uns daran, dass Menschlichkeit, Mut und das entschiedene Eintreten gegen Antisemitismus und Ausgrenzung keine historischen Themen sind. Sie bleiben ein Auftrag für unsere Gegenwart. Mit der Widmung wollen wir deshalb nicht nur an eine außergewöhnliche Persönlichkeit erinnern, sondern zugleich ein sichtbares Zeichen für Verantwortung, Verständigung und ein respektvolles Miteinander setzen“, unterstreicht Dr. Christof Ellsiepen, Dekan der Evangelischen Kirche in Heidelberg und Vorsitzender der Hermann-Maas-Stiftung.
Unterschiedliche Perspektiven auf Hermann Maas und sein Vermächtnis
Der Festakt nimmt das Wirken von Hermann Maas aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Nach der Begrüßung sprechen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Heidelberg und der Universität Heidelberg sowie Joachim Hartmann, ein Enkel von Hermann Maas.
Die jüdische Perspektive bringt (Hochschul-)Rabbiner Jona Pawelczyk-Kissin für die Jüdische Gemeinde und die Hochschule für Jüdische Studien ein. Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-von-Thadden-Schule setzen sich in einer Spielszene mit Hermann Maas und seiner engen Freundin und Geistesverwandte Elisabeth von Thadden auseinander. Prälatin Heide Reinhard spricht über die Bedeutung von Hermann Maas für den Dialog der Religionen und die Völkerverständigung. Musikalisch gestaltet wird der Festakt vom Crossover-Chor der Elisabeth-von-Thadden-Schule unter der Leitung von Johannes Balbach.
Ein Ort mit unmittelbarem Bezug zu Hermann Maas
Die Heiliggeiststraße 17 ist mit der Biografie von Hermann Maas unmittelbar verbunden: Das Gebäude war über viele Jahre sein Wohnhaus und Amtssitz als Pfarrer an der Heiliggeistkirche. Die Widmung als Hermann-Maas-Haus macht diese Verbindung künftig sichtbar.
Bereits von 17.00 bis 18.00 Uhr führen Sebastian Klusak von der Evangelischen Erwachsenenbildung und Joachim Hartmann zu Stationen und Spuren von Hermann Maas durch das Haus. Treffpunkt ist die Heiliggeiststraße 17.
| Termin | Mittwoch, 14. Oktober 2026 |
| Führung zu Hermann Maas | 17.00 - 18.00 Uhr |
| Festakt | 18.30 Uhr |
| Ort | Hermann-Maas-Haus Heiliggeiststraße 17 69117 Heidelberg |
| Empfang | ab ca. 20.00 Uhr |
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