Hilfe bei sexualisierter Gewalt

  
Die Evangelische Kirche in Heidelberg setzt sich für einen wirksamen Schutz vor sexualisierter Gewalt, Grenzverletzungen und Machtmissbrauch ein. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen in unseren Gemeinden, Einrichtungen, Werken und Diensten sichere Orte vorfinden, an denen ihre persönlichen Grenzen geachtet und ihre Rechte geschützt werden. 
 
Auf dieser Seite finden Sie Hilfs- und Beratungsangebote, zuständige Ansprechpersonen und Informationen zum weiteren Vorgehen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die selbst sexualisierte Gewalt erfahren haben, sich um eine andere Person sorgen, einen Verdacht äußern möchten oder im Umgang mit einer Beobachtung unsicher sind. Jeder Hinweis und jede Anfrage wird ernst genommen. Niemand muss mit einer belastenden Erfahrung, einer Vermutung oder einer Beobachtung allein bleiben. 
 
Grundlage unseres Handelns ist das Konzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt der Evangelischen Kirche in Heidelberg. Es beschreibt verbindliche Maßnahmen zur Prävention, klare Verantwortlichkeiten und Verhaltensregeln sowie Beschwerde-, Melde- und Interventionswege. Das vollständige Schutzkonzept steht auf dieser Seite zum Download bereit. 
 
Ergänzend informieren wir über die Gewaltschutzschulungen „Alle Achtung“. Sie sensibilisieren haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende, vermitteln Handlungssicherheit und stärken eine Kultur des Hinschauens, Zuhörens und verantwortungsvollen Handelns. 
 
Der Schutz vor sexualisierter Gewalt ist eine dauerhafte Aufgabe. Deshalb überprüfen und entwickeln wir unsere Maßnahmen und Strukturen regelmäßig weiter. Unser Ziel ist eine Kirche, in der Menschen geschützt werden, Gehör finden und verlässliche Unterstützung erhalten.
  
KULTUR DER ACHTSAMKEIT         ·         GRENZEN ACHTEN          ·         HINSCHAUEN         ·         HANDELN
 
STAND: 10.07.2026
 
  

Schutzkonzept in Heidelberg

Unser Ziel ist es, in der Evangelischen Kirche in Heidelberg (EKIHD) eine Kultur der Achtsamkeit zu etablieren. Wir achten die Grenzen der anderen. Wir schauen hin, wo Unrecht geschieht, und verhelfen Menschen zu ihrem Recht. Wir greifen ein, wenn Grenzen verletzt oder überschritten werden, Menschen instrumentalisiert oder missbraucht werden. Wir bemühen uns nach Kräften darum, dass unsere Kirche ein sicherer Ort ist, an dem sich Menschen wohlfühlen, entwickeln und entfalten können. Besonders achten wir auf Menschen, die auf unseren Schutz und unsere Vertrauenswürdigkeit angewiesen sind. Im Folgenden werden anvertraute Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene für eine bessere Lesbarkeit allgemein als „anvertraute Personen” bezeichnet.

Die Evangelische Kirche in Heidelberg mit ihren Pfarrgemeinden, bezirklichen Einrichtungen, Handlungsfeldern, Gruppierungen, Verbänden, Diensten, kirchlichen Präsenzen und Gremien soll ein sicherer Ort sein für die uns anvertrauten Menschen.

Unser Auftrag

Wir wollen
Als Evangelische Kirche in Heidelberg setzen wir uns im Rahmen dieses Schutzkonzeptes für alle Menschen ein. Besonders haben wir Menschen in leiblicher Not, seelischer Bedrängnis sowie sozial schwierigen Verhältnissen im Blick und versuchen, den Ursachen dieser Not entgegenzuwirken. Ziel ist es, Schutz vor sexualisierter Gewalt zu gewährleisten, und zugleich präventiv auf die strukturellen Ursachen von Vulnerabilität und Ausgrenzung hinzuwirken und die Handlungsspielräume sowie die Selbstbestimmung der Betroffenen nachhaltig zu stärken.
 
Unser Auftrag ist es, die Würde des Individuums zu achten. Gewalt in jeglicher Form, insbesonderere sexualisierte Gewalt, ist mit diesem Auftrag in keiner Weise vereinbar. Wir verurteilen jede Art von Gewalt aufs Schärfste und zeigen Formen von Gewalt im Rahmen unserer Interventions- und Handlungspläne an. Gemeinsam arbeiten wir daran, eine Kultur des achtsamen Miteinanders und der Verantwortung füreinander zu schaffen. Hierbei schützen wir Menschen im Wirkungskreis der evangelischen Kirche in Heidelberg vor Grenzübergriffen, Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt. Deshalb schauen wir auch auf Abhängigkeitsverhältnisse und asymmetrische Machtstrukturen unter Erwachsenen.

Unser Weg

Qualifiziertes Arbeiten in der Evangelischen Kirche in Heidelberg durch
Die Evangelische Kirche in Heidelberg als Trägerin verpflichtet sich:
  • sexualisierte Gewalt aufzuarbeiten
  • die Elemente der Intervention zu nutzen (Interventionsteam, Plausibilitätsprüfungen, Vernetzung mit Kooperationspartner*innen)
  • das Schutzkonzept transparent nach innen und außen zu kommunizieren
  • das Schutzkonzept regelmäßig zu evaluieren
Das institutionelle Schutzkonzept gilt für alle Aktivitäten, Gruppierungen und Einrichtungen, die direkt zur Evangelischen Kirche Heidelberg zählen. Diese bezirklichen Einrichtungen, Gremien und Pfarrgemeinden erstellen darüber hinaus Konkretisierungen in Form einer Potential- und Risikoanalyse. Dieses institutionelle Schutzkonzept gilt in allen Räumen und Veranstaltungsräumen der Evangelischen Kirche in Heidelberg. Ebenso gilt es auch in allen Räumen, die für Veranstaltungen der EKIHD genutzt werden (d. h. auch in gemieteten, öffentlichen und privaten Räumen).
 
Kooperationspartner*innen, die mit der Evangelischen Kirche in Heidelberg verbundenen sind sind dazu aufgefordert, jeweils eigene Schutzkonzepte zu erstellen. Fehlende Schutzkonzepte sowie Potential- und Risikoanalysen werden angemahnt.
 
Das Schutzkonzept der EKIHD gilt auch für Mieter*innen in den Räumen der EKIHD. Bei Vermietungen ist auf das Schutzkonzept und auf den Verhaltenskodex hinzuweisen.
  

Elemente und Instrumente der Prävention

Zu den Elementen und Instrumenten der Prävention zählen:

Potential- und Risikoanalyse

Grundlage des Schutzkonzeptes der jeweiligen Einrichtungen und Handlungsfelder stellt die Potenzial- und Risikoanalyse dar, die partizipativ und vor Ort durchgeführt wird.

Personalauswahl & -entwicklung, Verpflichtungserklärung,
„Alle Achtung”-Schulungen und Einsichtnahme Führungszeugnis

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen stellen wir die Eignung der Mitarbeitenden in unserem Kirchenbezirk sicher. Dazu zählen: Aufklärung bei Mitarbeitendengesprächen, Einsichtnahme von Führungszeugnissen, die Verpflichtungserklärung zum Tätigkeitsbeginn, die Verpflichtungserklärung bei einer Gewaltschutzschulung „Alle Achtung” (inkl. Handlungsplan), die Fortbildung aller Mitarbeitenden im Schulungsformat „Alle Achtung”, der Verhaltenskodex in allen Räumen der EKIHD und der Hinweis auf die Richtlinie der Evangelischen Landeskirche in Baden zum Schutz vor sexualisierter Gewalt (Gewaltschutzrichtlinie (www.kirchenrecht-ekiba.de)).
 
In seelsorgerlichen oder beratenden Konstellationen gilt ein strenges Abstands- und Enthaltsamkeitsgebot mit folgenden Standards:

Sensibilisierung und Fortbildung der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden über ein verbindliches Schulungsformat

Gewaltschutzschulungen "Alle Achtung" sind standardmäßig das verbindliche Schulungsformat gemäß den Vorgaben des Schutzkonzepts für die jeweiligen Gruppen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitender ab einem Mindestalter von 16 Jahren, für Jugendliche unter 16 Jahren werden Jung-Teamer-Schulungen zur Sensibilisierung von Nähe und Distanz auf der Homepage des Kinder- und Jugendwerks Heidelberg angeboten. Mehr zu Schulungen erfahren

Verhaltenskodex und -regeln

Der Verhaltenskodex der EKIHD in einfacher Sprache und der Verhaltenskodex der EKIBA zum Schutz vor sexualisierter Gewalt bilden,  das zentrale und sichtbare Element der Evangelischen Kirche in Heidelberg zum Schutz vor (nicht nur) sexualisierter Gewalt. Mit dem Verhaltenskodex verpflichten sich alle ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeiter*innen in der EKIHD, Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch ihr Verhalten zu schützen. Dieser Verhaltenskodex wird bei Mitarbeitendengesprächen vorgestellt und in allen Räumen nach Abschluss der Potential- und Risikoanalyse der EKIHD öffentlich zugänglich aufgehängt.
 
Die Evangelische Kirche in Heidelberg informiert über den Verhaltenskodex als Herzstück einer Kultur der Achtsamkeit.
 
  

Elemente und Instrumente der Intervention

Im Stadtkirchenbezirk Heidelberg geschieht die Intervention zentral auf der Bezirksebene. Die Mitglieder des Interventionsteams sind erste Anlaufstelle für Betroffene. Auf der Ebene der Pfarrgemeinden und anderer kirchlicher Präsenzen werden Schutzkonzeptteams gegründet, um die Implementation der Prävention zu sichern.
 
Weitere Ansprechpersonen und Kontaktmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Kirche finden Sie hier.
  

Interventionsteam der Evangelischen Kirche in Heidelberg

  

Dr. Christof Ellsiepen

Dekan

Dr. Fabian Kliesch

Dekanstellvertreter

Dr. Beate Großklaus

Schuldekanin

Philip Orschitt

Stadtjugendreferent

Melanie Degueldre-Beyer

Leitung Kommunikation
  

Handlungsplan bei Verdachtsfällen

(Verdachts-)Fälle von sexualisierter Gewalt müssen beim/bei der Dekan*in gemeldet werden. Die/Der Dekan*in beruft das Interventionsteam ein. Der Handlungsplan greift.
Entsprechend der Gewaltschutzrichtlinie muss unverzüglich der/die Dekan*in und die Meldestelle im Evangelischen Oberkirchenrat informiert werden, wenn es Vorwürfe bzw. eine Vermutung gibt, dass haupt- oder ehrenamtlich Mitarbeitende der Evangelischen Kirche in Heidelberg sexuelle Übergriffe an Minderjährigen, Personen in Abhängigkeitsverhältnissen oder schutz-/hilfebedürftigen Erwachsenen begangen haben. 
 
Als Evangelische Kirche in Heidelberg führen wir – was ehrenamtliche Mitarbeitende und bei der EKIHD angestellte Mitarbeitende betrifft – die Interventionsmaßnahmen selbst und eigenverantwortlich durch. Bei Interventionen steht uns die landeskirchliche Ansprechstelle beratend zur Seite (ansprechstelle@ekiba.de). Bei landeskirchlichen Mitarbeitenden (Dekan*in, Schuldekan*in, Pfarrer*innen, Diakon*innen, Kantor*innen) ist die Landeskirche für die Intervention verantwortlich.
  

Umsetzung, Partizipation und Qualitätsmanagement

Das Schutzkonzept und die Arbeit daran ist ein stetiger Prozess. Ein wirksames Konzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt berücksichtigt die Perspektive der verschiedenen Menschen, die es leben und verantworten. Bei der Erstellung waren neben dem Interventionsteam insbesondere die Runde der Multiplikator*innen und die Stabsstelle Prävention der Landeskirche und der Pfarrkonvent beteiligt. Zur Erstellung der Potential- und Risikoanalyse werden Verantwortliche in den einzelnen Pfarrgemeinden und Einrichtungen aufgefordert, diese mit entsprechenden Gruppen/Gremien des Arbeitsbereichs zusammen zu erarbeiten.
 
Rückmeldungen werden bei Treffen des Interventions- und Präventionsteams (Multiplikator*innen) in das Schutzkonzept eingearbeitet.
Rückmeldungen zur Potential und Risikoanalyse werden in die eingereichten Ausführungen der verschiedenen Pfarrgemeinden und kirchlichen Präsenzen eingearbeitet und diesen rückgemeldet. Das vorliegende Schutzkonzept ist der Beginn unserer Präventions- und Interventionsarbeit. Es ist ein lernendes Konzept, das stets weiterentwickelt wird.
 
  

Das vollständige Schutzkonzept sowie die dazugehörigen Anlagen stehen Interessierten auch zum Download zur Verfügung.

  

Vollständiges Schutzkonzept der Evangelischen Kirche in Heidelberg:
  

Alle Anlagen zum Schutzkonzept der EKIHD
  

Vorlage für die Potential- und Risikoanalyse
 
  

Verhaltenskodex der Badischen Landeskirche mit  Ansprechpersonen in der Evangelischen Kirche in Heidelberg (Interventionsteam)
  

Verhaltenskodex der EKIHD in einfacher Sprache
 
  
Verhaltenskodex, Potential- und Risikoanalyse und Schulungen:
3 zentrale Elemente zum Schutz vor sexualisierter Gewalt
  
Für alle kirchlichen Orte wird eine Potential-  und Risikoanalyse erstellt, um bereits im Vorfeld mögliche Gefahrenorte zu identifizieren und durch entsprechende Maßnahmen Abhilfe zu schaffen.
 
 
  
Die "Alle Achtung"-Schulungen sind stehen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Evangelischen Kirche in Heidelberg offen und sind nach den Vorgaben des Schutzkonzeptes in vielen Tätigkeitsbereichen verpflichtend. Zum Schulungsangebot