„Wir freuen uns sehr, dass Sie heute hier so zahlreich erschienen sind, um mit uns gemeinsam die Eröffnung unseres Reformationsjubiläums zu feiern!“ Mit diesen Worten begrüßte die evangelische Dekanin Dr. Marlene Schwöbel-Hug gemeinsam mit dem katholischen Dekan Dr. Joachim Dauer die gut 300 Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Heidelberg und Umgebung. „Unser Motto für dieses Jubiläum lautet `Bildung und Ökumene´. Zur Bildung gehören Werte, die uns das Christentum lehrt, seien wir evangelisch oder katholisch. Zu diesen Werten gehört es auch, dass wir allen Menschen Respekt und Achtung erweisen, unabhängig von Hautfarbe, Sprache, Religion, sozialer Stellung oder Lebensumständen. Beleidigungen von Schwachen und `Fremden´ können wir nicht dulden“, machte die Dekanin deutlich.
Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh eröffnete darauf die Reihe der Grußworte aus Kirche, Stadt und Politik: „Wir wollen dieses Jahr nutzen, um über ‚Freiheit heute‘ ins Gespräch zu kommen, um den Geist der Freiheit zu stärken: In unseren Landeskirchen, mit unseren ökumenischen Geschwistern, mit politisch Verantwortlichen, mit anderen Religionen, mit Verbänden und Vereinen, mit den Menschen in unserem Land. Glaube macht frei und mutig!“
Pfarrer Bernd Jäger von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) überreichte nachfolgend der Stadt Heidelberg sowie der Evangelischen Kirche die Urkunde zur Ernennung Heidelbergs zur „Reformationsstadt Europas“. Damit gehört Heidelberg nun offiziell zu einem europaweiten Netzwerk von Reformationsstädten. Oberbürgermeister Eckart Würzner, der die Urkunde für die Stadt entgegennahm, freute sich sichtlich über die Auszeichnung: „Heidelberg nimmt in der Geschichte der Reformation eine Schlüsselposition ein. Bei der Disputation seiner Thesen im April 1518 überzeugte Martin Luther hier viele Geistesgrößen der damaligen Zeit. Von Heidelberg aus trugen sie die neue Lehre weiter. Die Ernennung zur „Reformationsstadt Europas“ ist für uns Ehre und Verpflichtung zugleich. Es ist eine Ehre, in dieser Tradition zu stehen. Und es ist Verpflichtung, weiter für Toleranz und Weltoffenheit zu streiten“, so der Oberbürgermeister.
Toleranz und Weltoffenheit zeigen auch die Protagonisten im Heidelberger Filmclip zur Reformation, der an dem Abend erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt wurde. In diesem Kurzfilm, der unter anderem im Geschichtenmobil auf seinem Stationenweg durch Europa zu sehen ist, präsentiert sich Heidelberg als eine Stadt der Impulsgeber. Eine Stadt, in der es bis heute Tradition ist, kritisch und konstruktiv Stellung zu nehmen zu aktuellen theologischen, politischen und gesellschaftlichen Fragen.
Schuldekanin Beate Großklaus, Oberbürgermeister Eckart Würzner, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Dekanin Marlene Schwöbel-Hug, Dekan Joachim Dauer, Ministerin Theresia Bauer, Pfarrer Bernd Jäger von der GEKE und EKD Abgesandter Andreas Barner freuen sich über die gelungene Auftaktveranstaltung
Quelle: Karin Wilke
Zwischen den Grußworten sorgten Bariton Matthias Horn begleitet von Johannes Vogt an der Laute für musikalische Kurzweil mit ihrem wunderbaren Vortrag von Reformationsliedern aus Luthers Zeit. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Bezirksbläserchor unter Leitung von Monika Bießecker-Ernst. Bei Schlusslied „Vom Himmel hoch“ sang die ganze Gemeinde mit und füllte das altehrwürdige Gotteshaus mit weihnachtlichem Klang aus. Im Anschluss an den offiziellen Teil lud die Evangelische Kirche zu einem geselligen Ausklang bei wärmender Suppe und Getränken ein, besonders der „Heidelberger Reformationswein“ fand regen Zuspruch bei den gutgelaunten Gästen. Und so endete der Abend in fröhlicher Runde ganz im Sinne Luthers: „Wo Glaube ist, da ist auch Lachen.“
Karin Wilke





