Show und Kommerz mit Leichen: Ob sich das für die Wissenschaftsstadt Heidelberg als Glücksfall erweisen wird? Wir leben in einer Welt, in der Menschenleben viel zu oft missachtet werden, der menschliche Körper wie eine Sache betrachtet wird. Diesem Trend folgt unserer Ansicht nach auch die Ausstellung Körperwelten.
Droht dem verstorbenen, plastinierten Menschen ein Schicksal als Wegwerfobjekt? Was geschieht mit den „Ausstellungsstücken“, wenn sie ersetzt werden durch andere? Bekommen sie eine Bestattung oder werden sie „entsorgt“? Die jüdisch-christliche Tradition bezeugt, dass Gott jeden Menschen bei seinem Namen gerufen hat (Jes 43,1) und er unverwechselbar ist, auch über den Tod hinaus.
Die Frage muss gestellt werden: „Als was gilt der Mensch in unserer Gesellschaft? Als Individuum, als Beziehungswesen oder als eine Sache, die ausgestellt und abgestellt werden kann?“ Die Antwort darauf entscheidet nach unserer Überzeugung über die Menschlichkeit einer Gesellschaft und auch über die Würde von Verstorbenen.


