1700 Jahre Ökumene: zentraler Gottesdienst an Pfingsten für Heidelberg in der Heiliggeistkirche
- 02.06.2025 -
Predigt des scheidenden Dekans der Katholischen Stadtkirche, Johannes Brandt
Schon seit vielen Jahren ist der Pfingstmontag ein fester Termin der Ökumene in der vielfältigen Kirchenlandschaft in Heidelberg. Und das aus einem guten Grund, der in diesem Jahr sein 1700-jähriges Jubiläums feiert: dem Glaubensbekenntnis von Nicäa.
Das gemeinsame Glaubensbekenntnis der jungen Christenheit wurde 325 auf dem Konzil von Nicäa von allen seinerzeit relevanten christlichen Kirchen diskutiert, sodass eine gemeinsame Bekenntnisgrundlage entstand. Alle großen christlichen Konfessionen haben dieses Bekenntnis aufgenommen und verwenden es bis heute in ihren Liturgien. Das „Nicänum“ wird von katholischen, orthodoxen, altorientalischen und den Kirchen der Reformation anerkannt. Das Bekenntnis von Nicäa verbindet Katholiken, Orthodoxe und Protestanten weltweit – das ist ökumenisch von höchster Bedeutung.
Im zentralen ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag, der im Zweijahresturnus von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Heidelberg (ACK) gefeiert wird, steht daher der Nicänum im Mittelpunkt. Die Predigt hält der scheidende Dekan der kath. Stadtkirche, Johannes Brandt, der die ökumenische Landschaft in Heidelberg in seinen Amtsjahren intensiv unterstützt hat.
Damals wie heute steht hinter diesem Bekenntnis ein großer Einigungsprozess, um zu einem gemeinsamen Gottesbild zu finden. Das bevorstehende Jubiläum 1.700 Jahre Konzil von Nicäa kann ein Anstoß sein, uns wieder einmal intensiv über die Bedeutung unsres Gottesbildes auszutauschen und so die Lebendigkeit Gottes, die Anschlussfähigkeit dieses Gottesbildes für das 21. Jahrhundert zu bedenken, damit Gott eine lebendige Wirklichkeit in unserem Leben bleibt.
Sibylle Baur-Kolster, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Heidelberg