Evangelische Kirchen in Heidelberg laden zum Tag des offenen Denkmals 2025 und zum Deutschen Orgeltag ein
- 11.09.2025 -
"Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?"
Sieben Kirchen der Evangelischen Kirche in Heidelberg öffnen am 14.09.2025 ihre Türen im Rahmen des Tags des offenen Denkmals® und laden mit Führungen, Konzerten und Turmbesteigungen dazu ein, die Gotteshäuser aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und vor allem den reichen Schatz an Orgeln zu entdecken. Denn parallel wird am Sonntag auch der 15. Deutsche Orgeltag gefeiert.
Seit 1993 findet am 2. Sonntag im September der Tag des offenen Denkmals® statt. Die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordinierte Aktion steht 2025 unter dem Motto: „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“. Damit soll der Blick auf besondere Werte gelenkt werden, zum Beispiel auf Materialien, Bauelemente oder menschliches Schaffen, die sichtbar oder unsichtbar in den Denkmälern enthalten sind, manchmal materiell schwer oder gar nicht bezifferbar ist, im Ergebnis jedoch zur Entstehung unersetzlicher, wertvoller Schätze führen.
Kirchen sind solche Schätze, „Wert-voll“ in vielerlei Hinsicht: Sie sind historische Baudenkmäler mit oft jahrhundertelanger Geschichte und lebendige, spirituelle Orte, an denen Menschen zusammenkommen: im Gottesdienst, bei Trauungen und Taufen, bei Konzerten …
Diese evangelischen Kirchen können am 14. September 2025 in Heidelberg im Rahmen des Aktionstags besucht werden:
Bergkirche Heidelberg-Schlierbach
Die 1910 erbaute Bergkirche im Osten Heidelbergs ist ein Spätwerk des Architekten Hermann Behaghel, der im Rhein-Neckar-Kreis und vor allem in Heidelberg zahlreiche Kirchen geplant hat. Die Kirche mit ihren drei Glocken der Glockengießerei Schilling/Heidelberg von 1952 liegt unweit des Wolfsbrunnens.
Die Kirche ist von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Das Programm umfasst den Gottesdienst, eine Orgelvorführung, eine Kirchenrallye für Kinder und ein Orgelkonzert zum Thema „Der Wolfsbrunnen – mystischer Ort“.
Programm im Überblick:
09:30 Uhr: Gottesdienst 11:00 Uhr: Orgelvorführung 13:00 Uhr: Interaktive Kirchenrallye für Kinder 15:00 Uhr: Orgelkonzert mit Orgelvorführung: "Der Wolfsbrunnen – mystischer Ort" von und mit Bettina Wunsch (Idee, Konzept) und Katharina Büttner (Orgel)
Die 1900-1904 im Stil des Historismus erbaute Christuskirche vereint Elemente aus Jugendstil, Renaissance und Gotik. Sie verfügt über zwei bedeutende historische Orgeln: die Walcker-Orgel von 1903 auf der Hauptempore und die spätbarocke Krämer-Orgel auf der Seitenempore aus dem Jahr 1790, deren Restaurierung derzeit angestrebt wird.
Die Kirche ist von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Im Rahmen des Programms sind spektakuläre Einblicke in die beiden historischen Orgeln möglich. Von 15:00-18:00 Uhr wechseln sich im halbstündigen Rhythmus Kurzkonzerte an beiden Orgeln, dargeboten von Gerhard Luchterhandt und Christoph Bornheimer, mit Orgelführungen an beiden Orgeln ab. Es besteht die Möglichkeit, an den Spieltischen dabei zu sein und Einblicke in das Innere der beiden Instrumente zu nehmen. Orgelbaumeister Andreas Schiegnitz steht für Fragen zur geplanten Restaurierung der spätbarocken Krämer-Orgel zur Verfügung, der einzigen erhaltenen Heidelberger Orgel eines Heidelberger Orgelbauers. Zusätzlich werden am 14.09. neue Schautafeln mit Wissenswertem zur Krämer-Orgel eingeweiht, verbunden mit dem Start der Pfeifenpatenschaften zugunsten der Restaurierung. Kaffee und Kuchen.
Programm im Überblick:
15:00 Uhr bis 18:00 Uhr:
Halbstündlich Kurzkonzerte von Gerhard Luchterhandt und Christoph Bornheimer und Orgelführungen an den beiden historischen Orgeln (Krämer 1790/Walcker 1903), Möglichkeit, am Spieltisch dabei zu sein und Einblick ins Instrumenteninnere zu nehmen
Informationen zur Restaurierung der spätbarocken Krämer-Orgel von Orgelbaumeister Andreas Schiegnitz, Einweihung der neuen Schautafeln und Start der Pfeifenpatenschaften
Kaffee und Kuchen (organisiert vom Orgelförderverein "Freunde der Walcker-Orgel Christuskirche Heidelberg e. V.")
Die Friedenskirche ist ein Spätwerk des Kirchenbaumeisters Hermann Behaghel, das 1908-1910 im Stil des Historismus mit Anklängen an den Jugendstil erbaut wurde. 1960 erfolgte eine Modernisierung des Innenraums, der mit neuen Prinzipalstücken wie Kanzel, Altar und Taufstein von Edzard Hobbing versehen wurde. Die Fenster zeigen Motive aus der protestantischen Kirchen- und Ortsgeschichte und zum Neuen Testament. Im Zuge einer weiteren Innenrenovierung im Jahr 2012 wurde die Kirche nach dem ursprünglichen Konzept des sogenannten Wiesbadener Programms umgestaltet.
Die Kirche ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Das Programm beinhaltet Kirchenführungen um 14:30 Uhr und 15:30 Uhr, Orgelführungen durch Stadtkantor Michael Braatz-Tempel um 12, 13 und 14 Uhr und stündliche Turmbesteigungen von 12:30 Uhr bis 15:30 Uhr.
Programm im Überblick:
12:00, 13:00, 14:00 Uhr: Orgelführungen mit Stadtkantor KMD Michael Braatz-Tempel 12:30, 13:30, 14:30, 15:30 Uhr: Turmbesteigungen 14:30, 15:30 Uhr: Kirchenführungen
Die heutige, gotische Heiliggeistkirche wurde 1398–1441 als königliche Grablege und Universitätskirche erbaut und nach der Zerstörung im pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1693 von 1698 bis 1705 wiederaufgebaut. Beim Turmaufstieg führen 198 Stufen zur Aussichtsplattform des Heiliggeistturmes auf 38 Metern Höhe mit einzigartigem Panoramablick über Heidelberg und das Schloss und Ausblick auf das Neckartal und die Rheinebene, bei gutem Wetter auch den Pfälzer Wald und die Vogesen.
Die Kirche ist von nach dem Gottesdienst um 11 Uhr von 12:30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Turmaufstieg ist am Tag des offenen Denkmals kostenfrei.
Programm im Überblick:
12:30 bis 17:00 Uhr: Turmaufstieg (am Tag des offenen Denkmals kostenfrei)
Die Vorgängerbauten der Melanchthonkirche reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die damals bestehende Cella durch den Anbau eines Langhauses im Westen zu einer Kirche vergrößert. Im Jahr 1907/08 erhielt die Kirche ihre heutige Form mit Sakristei, Querschiffen und Emporen.
Nach dem Gottesdienst um 10 Uhr ist die Kirche von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Auf dem Programm stehen Kurzführungen mit Kirchengeschichte(n) von Paul Däublin und ein musikalisches Programm unterschiedlicher Stilrichtungen mit wechselnden Instrumenten (Orgel, Saxofon, Klavier, Flöte und Alphorn) mit Viktoria Dinkelaker und Manuela Weiss um 11:15 Uhr, dann stündlich von 13 bis 17 Uhr.
Programm im Überblick:
10:00 Uhr: Gottesdienst, musik+ mit Saxofon (Viktoria Dinkelaker) und Orgel/Klavier (Manuela Weiss),
Musik von Henry Purcell u. a.
11:15 Uhr: Kirchengeschichte(n) mit Paul Däublin und Musik für Saxofon und Klavier,
Musik von Benedetto Marcello (1686-1739) und Kenny G (Kenneth Gorelick, *1956), Saxofon: Viktoria Dinkelaker, Klavier: Manuela Weiss
13:00, 15:00 Uhr: Kirchengeschichte(n) mit Paul Däublin und Musik von Komponistinnen,
Musik von Anna Bon di Venezia (ca.1740-?), Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758), Emma Louis Ashford (1850-1930), Cécile Chaminade (1857-1944), June Nixon (*1942) Flöte: Paula Drabant, Orgel, Klavier: Manuela Weiss
14:00, 16:00 Uhr: Kirchengeschichte(n) mit Paul Däublin und Musik für Alphorn und
Orgel, Alphorn: Paul Däublin, Orgel: Manuela Weiss
17:00 Uhr: Kirchengeschichte(n) mit Paul Däublin und Musik für Saxofon und Klavier,
Musik von Robert Schumann (1810-1856) und Kenny G (Kenneth Gorelick, *1956), Saxofon: Viktoria Dinkelaker, Klavier, Orgel: Manuela Weiss
Die Providenzkirche wurde von 1659-61 als lutherische, einschiffige Saalkirche erbaut. Im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde sie 1693 bis auf die Außenmauern zerstört, aber bis 1721 wieder aufgebaut. Seitdem ersetzt ein Kirchturm den früheren Dachreiter. Ihre fünf in Heidelberg gegossenen Glocken sind seit 1955 in Betrieb. Die Orgel des Orgelbaumeisters Matthias Burkard stammt aus dem Jahr 1885 und ist damit die älteste Orgel Heidelbergs.
Die Kirche ist von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Das Programm besteht aus Orgelführung und Orgelkonzert für Kinder „Pedal, Pipes and Kids“ um 15 Uhr sowie einem Orgelkonzert für alle Interessierten um 18 Uhr. Rollstuhlgerecht.
Programm im Überblick:
15:00 Uhr: Orgelführung für Kinder und Orgelkonzert „Pedal, Pipes and Kids“
18:00 Uhr: „140 Jahre und kein bisschen leise“ – schwungvolles Orgelkonzert
Die Peterskirche ist evangelische Pfarrkirche und Universitätskirche zugleich. Von 1485-1496 wurde die heutige Peterskirche als Saalkirche mit Westturm und gewölbtem Chor erbaut. Neugotische Elemente an der Fassade wurden zwischen 1961 und 1963 entfernt.
Die Kirche ist von nach dem Gottesdienst um 10 Uhr von 12:30 Uhr bis 18:00 Uhr offen. Begleitend gibt es ein Programm mit Vorträgen, Kirchenführungen und musikalischen Einlagen. Imbiss mit Kaffee und Kuchen. Rollstuhlgerecht.
Programm im Überblick:
12:30 bis 18:00 Uhr: Rahmenprogramm mit Vorträgen, Kirchenführungen und musikalischen Einlagen.