Die beiden Neuenheimer Pfarrgemeinden Jakobus und Johannes sind nach einem mehrjährigen Prozess bereits seit dem 1. April 2025 offiziell fusioniert. Die neue, gemeinsame Gemeinde hat sich dementsprechend den Namen Jakobus-Johannes-Gemeinde gegeben. An Erntedank, dem 05.10.2025, wurde dieser erfolgreiche Zusammenschluss mit einem von Dekan Dr. Christof Ellsiepen geleiteten Festgottesdienst und auf einem anschließenden Empfang gefeiert.
Vereinigung der Pfarrgemeinden Jakobus und Johannes in Heidelberg-Neuenheim in festlichem Erntedankgottesdienst gefeiert
- 20.10.2025 -
Beim anschließenden Empfang konnte sich bei leckerem Gebäck ausgetauscht und auf die Fusion angestoßen werden. Die zahlreichen Grußworte zeigten, wie stark die neue Gemeinde in der Stadt und dem Stadtteil verwurzelt ist. Text: Silke Kleffner-Pöppel
Die Fusion zweier Pfarrgemeinden mit langjähriger eigenständiger Tradition zu einer Gemeinde ist ein großer Schritt. Dekan Dr. Christof Ellsiepen ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Pfarrerin Veronika Kurlberg aus den evangelischen Gemeinden im Norden den Festgottesdienst zur erfolgreichen Fusion zu leiten und in seiner Predigt und einer Ansprache der Jakobus-Johannes-Gemeinde Segensworte für die gemeinsame Zukunft mit auf den Weg zu geben.
Viele Gemeindemitglieder und Gäste waren der Einladung der Jakobus-Johannes-Gemeinde in die Johanneskirche gefolgt und freuten sich über die positive, zukunftsgewandte Atmosphäre. Darunter waren auch etliche Familien mit Kindern, die Kerzen von Altar mit in ihren parallel stattfindenden Kindergottesdienst mitnahmen. Zuvor waren sie aber mit Körbchen voller Erntegaben zusammen mit Mitgliedern des Ältestenkreises in die Kirche eingezogen.
Der Johanneschor zeichnete für die musikalische Gestaltung der liturgischen Elemente des Gottesdienstes verantwortlich. Unter der Leitung von Kantor Konstantin Wegner brachte der Chor zusammen mit Solisten Elemente aus der Haydn-Messe zu Gehör.
Die Lesung zur Speisung der Viertausend, vorgetragen vom Mitglied des Ältestenkreises, Isabel, Prinzessin zu Löwenstein, lenkte den Blick auf die Güte Gottes und die Gaben, mit denen er die Menschen beschenkt. In seiner Predigt stellte Dekan Ellsiepen erst den Bezug vom Predigttext aus Jesaja 58, Vers 3 bis 12, zu menschlicher Anstrengung und Fastenopfer, Segen und Verheißung her, um dann zur Speisung der Viertausend aus der Lesung zurückzukommen und über gemeinsame Wege, die Kraft der Gemeinschaft und den Segen des Teilens zu sprechen und so den Bogen zur Fusion zu schlagen.
Die offizielle Vereinigung der beiden Pfarrgemeinden bildet den Abschluss des formalen Fusionsprozesses. In seiner Ansprache wies der Dekan Dr. Ellsiepen jedoch darauf hin, dass dies zugleich ein Anfang sei: „Ein gemeinsamer Weg ist begonnen.“ Nach der Bildung eines gemeinsamen Ältestenkreises nun stünden noch weitere Schritt bevor. So würden die vakanten Pfarrstellen, je eine in der Friedensgemeinde und der Jakobus-Johannes-Gemeinde noch in diesem Jahr ausgeschrieben. Diejenigen, die bereits jetzt in den Gemeinden im kirchlichen Auftrag wirken, die Pfarrer, Kirchenmusiker und Sekretariatsmitarbeiterinnen seien auch weiterhin in Heidelberger Norden aktiv, dazu kämen „viele, viele Ehrenamtliche“, die „in der Leitung und in allen Bereichen das Gemeindeleben voranbringen und mittragen.“ Und dieses gemeinsame Handeln macht für ihn den Wert aus, wie er betonte: „Die Kraft der Gemeinschaft, sie vervielfacht sich im Teilen. Durch das Teilen werden wir reicher und kommen zusammen.“
Im Anschluss dankte er für den „gemeinsamen Aufbruch“ und bat um Gottes Segen für die vereinigte Jakobus-Johannes-Gemeinde, stellvertretend repräsentiert durch die Mitglieder des Ältestenkreises und die hauptamtlich Mitarbeitenden, die sich im Halbkreis im Altarraum versammelt hatten.
Das gemeinsame Abendmahl war sichtbarer und erlebbarer Ausdruck dieses Aufbruchs. Als Wandelabendmahl gestaltet, waren alle Gemeindemitglieder und die Gäste dazu eingeladen, Gott mit Traubensaft und Wein zu danken.
Der von Dekan Ellsiepen gespendete Segen beendete den Gottesdienst.
Den Anfang machten Volker Stich und Holger Hitzelberger, die Co-Vorsitzenden des gemeinsamen Ältestenkreises, die auf den schweren Weg hin zur vollendeten Fusion hinwiesen und die Hoffnung auf ein rasches Zusammenfinden der beiden Gemeinden zum Ausdruck brachten.
Bürgermeisterin Stefanie Jansen, die auch schon beim Gottesdienst anwesend war, erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass wie bei allen Fusionen, auch denen im städtischen Bereich, gegenseitige Wertschätzung vonnöten sei.
Der neue Leiter der Katholischen Stadtkirche, Dr. Marius Fletschinger, sendete ein schriftliches Grußwort und verwies auf Parallelen zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche, wenn es um Fragen von „Gegenwart und Zukunft, von Bewahrung und Konzentration“ gehe.
Die ehemalige Pfarrerin der methodistischen Gemeinde in Heidelberg, Damaris Hecker, stand mit Ihrem Beitrag für die Ökumene im Stadtteil und in Ihrer neuen Funktion als Stadtteilvereinsvorsitzende auch für die Verwurzelung in diesem. Sie warb dafür, die Fusion als Herausforderung und Grund zur Freude gleichzeitig zu sehen.
Die Reihe der Grußworte wurde von Dr. Gunnar Garleff, dem geschäftsführenden Pfarrer der Heidelberger Nordgemeinden abgeschlossen. Mit Blick auf die Zukunft und die Veränderungen auch im Hinblick auf die Beziehung von Pfarrpersonen und Gemeinden wünschte er sich „Hoffnung für das Kommende und eine offene Kirche.“
Dekan Dr. Christof Ellsiepen rundete das zuvor Gesagte ab und gab allen Anwesenden den Segen der Kirche mit auf den Weg.
Zum Nachlesen können Sie die Predigt und die Ansprache von Dekan Dr. Ellsiepen sowie die Lesung als PDF herunterladen.





