Café Bohne der Bonhoeffer-Gemeinde eröffnet After-Work-Lounge

- 20.01.2026 - 

Bier (alkoholfrei) und Bohne (auf Wunsch koffeinfrei) im Familienzentrum Arche in Heidelberg-Kirchheim

Die Schlange an der Theke wird zusehends länger, denn eben hat es 17 Uhr geschlagen und das Café Bohne am 15.01.2026 seine After-Work-Lounge gestartet.
 
Betrieben wird diese von einem deutsch-palästinensischen Team, jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr, mit herzhaften Snacks und alkoholfreien Getränken.

Begeisterte Besucherinnen und ehrenamtliche Gastgeberinnen und Gastgeber zum Start der After-Work-Lounge im Café Bohne
(von links: Martina Sauter, Marliese Heldner, Switgard Feuerstein, Christiane Bindseil, Rami Kishko)
 
Gut, dass extra Stühle geholt wurden, der Raum füllt sich schnell.
 
An der Theke begrüßen sich Martina Sauter und die erste Besucherin, sie waren vor vielen Jahren Nachbarinnen. Man kennt sich in Kirchheim.
 
Rami Kishko zaubert Kulinarisches (nicht nur aus seiner Heimat) für die Gäste
Aber stimmt das überhaupt? Es sind schließlich viele Menschen zugezogen, wegen der Arbeit, weil sie aus ihrem Land geflohen sind, weil sie bei den Enkeln leben möchten, oder weil sie hier eine Wohnung gefunden haben. Oder aus ganz anderen Gründen. Beispiel Rami Kishko: Flüchtlinge finden im Café Bohne Kontakte, schließen Freundschaften, können mitwirken. Deshalb ist der Palästinenser auch hierher gekommen, sagt er. Mit Martina Sauter bildet er nun das Team der After-Work-Lounge des mit Spenden betriebenen Café Bohne, das für Kirchheimer und darüber hinaus bereits eine Institution ist.
 
"Hier kommen alle zusammen, das ist toll", befindet Switgard Feuerstein. Sie ist für die Bürgerstiftung Heidelberg gekommen. Kürzlich bekam das FoodLab des Café Bohne den Hauptpreis beim Förderwettbewerb "Miteinander" zuerkannt, den die Stiftung zusammen mit der RNZ ausgeschrieben hatte. "Wie gut, dass es einen Abendtermin gibt, das passte noch in den vollen Terminkalender", lächelt Stadträtin Marliese Heldner, die für den Stadtteilverein Kirchheim die Einladung annehmen konnte. Beide sind sich einig: Es ist großartig, was das Café leistet.
 
"Und eine bunte Mischung", fasst Mirjam Pflüger vom Förderverein der Evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde zusammen.
 
Für die Snacks gilt das auch, hier ergänzen sich Obazda und Hummus, Falafel, verschiedene Dips, Zimtschnecken, Fladen und selbstgebackenes Brot. "Eine Geschmacksexplosion", schwärmt Pfarrer Fabian Kliesch. Noch einen Cappuccino hinterher? Gerne.
 
Apropos selbstgebackenes Brot. Wird das den Ehrenamtlichen nicht zu viel?
 
"Das, was ich hier mache, mache ich freiwillig und selbstbestimmt", sagt Martina Sauter. Schon oft wurde gefragt, ob nicht auch abends geöffnet werden könne. Und in ihrer Schicht fühlte sie sich im Café nicht genug ausgelastet. "Es gab gewissermaßen zu viele Ehrenamtliche, man könnte sagen, ein zusätzlicher Abend war die Lösung", ergänzt Pfarrerin Christiane Bindseil augenzwinkernd.
 
Der ukrainische Chor beginnt zu singen. Nach zwei Liedern schon klatschen die Gäste im Rhythmus. Ein Besucher führt sein alkoholfreies Bier an den Mund und meint zwischen zwei Schlucken: Genau das habe ich heute noch gebraucht. Gute Stimmung und gute Musik.
 
Und wie sieht es an der Theke aus?
 
Gutgelaunt und gelassen bewältigt das Team den Ansturm. Smalltalk nebenher? Kein Problem, hier wird nicht gedrängelt, sondern miteinander geredet. Oh, Sie hatten doch den Hofladen? Wir waren mit den Kindern ganz oft da. Aber die sind jetzt groß, und da kann man ja auch mal abends was Neues erkunden.
Oder etwas neu entdecken. Wie die Kirche, beispielsweise.
 
"Wenn Kirche einen Ort wie diesen bietet, dann findet er sie unterstützenswert", sagt mir eine Bekannte, die vor Jahren ausgetreten ist. Und die den Abend im Café Bohne von Herzen genießt.
 
Das Café Bohne versteht sich als ein Ort, wo Gottes Liebe erfahrbar ist, ohne dass darüber geredet werden muss. Es ist ein Ort des Miteinanders, der Begegnung, des voneinander Lernens, egal, welcher Glaubensgemeinschaft Menschen angehören oder nicht angehören. Die Anschubfinanzierung verdankt das Café Bohne der Evangelischen Kirche in Baden, nun finanziert es sich aus Spenden.
 
Inzwischen ist das heitere Stimmengewirr ist verklungen, die letzten Gäste sind gegangen. Die Spülmaschine rauscht, die Stühle werden wieder zurechtgerückt.
 
Und, wie geht es jetzt dem Team?
 
"Fertig, aber schön fertig", sagt Martina. "Was bedeutet schön fertig", fragt Rami Kishko. "Ach so. Yes, I am tired and happy too."
 
Text und Fotos: Mareile Bergunder
Koordinatorin Café Bohne der Evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde Heidelberg-Kirchheim
 
Lust auf einen Besuch bekommen?
Café Bohne
Familien- und Gemeindezentrum Arche
Glatzer Str. 31
69124 Heidelberg
Mo–Mi: 15:00–18:00 Uhr
Do: 17–20 Uhr
So: 11:00–13:00 Uhr