Ökumenische Gottesdienste in Rohrbach

- 26.01.2025 - 

Liebe Ökumenisch Engagierte in Rohrbach!

Wir, Christof Ellsiepen & Johannes Brandt als die beiden Dekane der Evangelischen und der Katholischen Kirche in Heidelberg, begrüßen die mit dem heutigen Ökumenischen Gottesdienst gestartete Initiative eines monatlich regelmäßig stattfindenden Ökumenischen Gottesdienstes der evangelischen Melanchthongemeinde und der katholischen Pfarrei St. Johannes.

Damit setzen Sie hier vor Ort einen wesentlichen Passus aus der Ökumenischen Vereinbarung von 2017 um, in dem es heißt: Auf Stadtteilebene nehmen wir weitere Möglichkeiten des ökumenischen Miteinanders wahr.

Dadurch fördern Sie ein Mehr an Selbstverständlichkeit, an Freude, Toleranz, Vertrauen, an Gemeinschaft und örtlicher Verbundenheit der Christen vor Ort. Durch die Veröffentlichung der Termine über Rohrbach hinaus mag dieses Beispiel in der Stadt bekannt werden und weiteres Interesse wecken.

Durch das gemeinsame Feiern möchten wir Sie ermutigen, das vielleicht noch Fremde in der anderen Konfession näher kennen- und schätzen zu lernen und dabei zu entdecken, auf einem gemeinsamen Weg unterwegs und nicht schon am Ziel zu sein.

So schaffen Sie Gelegenheiten des regelmäßigen Miteinanders in der Glaubensfeier und in der Begegnung der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Möge diese Initiative Ihre Verbundenheit untereinander fördern und den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus immer neu lebendig werden lassen und Sie bestärken!

Dazu wünschen wir Ihnen Gottes Segen, Seinen Frieden und Freude und grüßen Sie herzlich

Christof Ellsiepen & Johannes Brandt

Begrüßung durch Pfarrerin Sibylle Baur-Kolster

Guten Morgen liebe Rohrbacher Ökumene.

Dass wir heute gemeinsam Gottesdienst feiern, ist schon eine gut eingeübte Rohrbacher Tradition. Nicht nur, weil wir hier im Süden einer der aktivsten Ökumenen im Stadtgebiet Heidelbergs sind, sondern auch, weil schon seit vielen Jahren über das Jahr verteilt regelmäßig ökum. Gottesdienste gefeiert werden: Passionsandachten, die ganze Osternacht, Pfingstmontag, Kerwegottesdienst, der Stationenweg im Herbst, an Heiligabend ein großer Familiengottesdienst, der Jahresabschlussgottesdienst und heute der gemeinsame Sonntagsgottesdienst im Rahmen der ökum. Bibelwoche, die morgen beginnt. Das ist schon eine ganze Menge. Es sind viele Gelegenheiten, an denen sich die Christen Rohrbachs begegnen können.

Aber: Kirche darf nie zufrieden sein mit dem Erreichten. Ecclesia semper reformanda: die Kirche muss/ soll sich immer verändern, nicht aus Prinzip, sondern aus ihrer Bestimmng heraus. Denn sie hat einen Auftrag, den sie in dieser Welt erfüllen soll- mit Hilfe der Menschen, die zu dieser Kirche gehören. Der Auftrag ist immer der gleiche, aber die Welt ändert sich. Und ändert sich die Welt, muss sich auch die Kirche ändern, um ihren Auftrag weiterhin erfüllen zu können. Wir spüren das momentan fast wie im Zeitraffer.

Es scheint uns hier in Heidelberg an der Zeit, noch mehr gemeinsam zu tun, als eine Glaubensgemeinschaft sichtbar und hörbar zu werden, die auch in Zeiten massiver Kirchenaustritte auf allen Seiten, als eine gesellschaftlich relevante Gruppe wahrgenommen wird. Deren Wort gehört wird. Und dazu wollen und müssen wir uns zusammentun.

Daher beginnt heute eine kleine neue Ära in der Ökumene Rohrbach, aber auch in der Ökumene der Stadt, denn ab heute werden wir verlässlich ein Mal im Monat, in der Regel am 4. Sonntag im Monat, gemeinsam Gottesdienst feiern. Wir werden ganz selbstverständlich am Sonntag zusammenkommen.

Unser Ziel ist, die Gottesdienste so zu feiern, dass sie auch ökumensich sind, wenn nicht immer Hauptamtliche aus den beiden Konfessionen dabei sind, sondern wir einander vertrauen. Denn das ist dann ein echtes „reformandum“: dass Gottesdienste auch dann ökumenisch sind, wenn wir uns gegenseitig vertreten und respektieren können.

Wir haben uns für diesen Gottesdienst heute einige Gedanken gemacht, eine Liturgie entworfen, die von beiden Seiten Elemente enthält, die wichtig sind. Deshalb werden wir alle heute vielleicht immer wieder etwas ins Stocken geraten, uns wundern über Unbekanntes, etwas anders machen als Nachbar oder Nachbarin. Genieren Sie sich nicht, feiern Sie so, wie es aus Ihrer Seele spricht, es macht nichts, wenn wir nicht an jeder Stelle die gleichen Worte haben. Vielfalt bereichert, ist ein Mehrwert: wir lernen so die Traditionen und Bedürfnisse der anderen kennen und hoffentlich schätzen. Das Fremde wir uns helfen, über den Gottesdienst und unseren Glauben ins Gespräch zu kommen.

Das alles werden wir nun erproben und bitten um viele Rückmeldungen, um zu ergänzen, zu streichen, zu verändern. Daher bieten wir auch immer Kirchkaffee an nach diesen Gottesdiensten, um für diesen Austausch Zeit und Raum zu haben.

Wir sind auf einem Weg- und noch lange nicht am Ziel. Auf dem Weg in eine neue kirchliche Zukunft. Nicht nur in Rohrbach, aber auch in Rohrbach. Mit einem gemeinsamen Auftrag: Gottes Wort zu verkünden, zu hören und damit zu leben und in die Welt hinein zu sprechen.