Die Orgel des Monats Juni steht im Markushaus in der Südstadt

Organist Georg Klein an der zweimanualigen Prengel Orgel
Im großen Gemeindesaal des Markushauses war ursprünglich keine Orgel vorgesehen. Die Installation einer Orgel hätte dem offenen, mit Faltwänden ausgestatteten, flexiblem Raumkonzept widersprochen. Auch musikalisch sollte dies durch die Verwendung eines Flügels zum Ausdruck kommen.
 
In den 1990er Jahren feierte die Markusgemeinde zunehmend im Markushaus ihre Gottesdienste, wodurch der Wunsch nach einer Orgel größer wurde. Am 26. Januar 1997 wurde das einmanualige Orgel Positiv mit sechs Registern und Pedal, Baujahr 1954, der Firma Walker eingeweiht.
 
Die Änderung der Disposition wird an den neuen Registerschildern ersichtlich
Im Jahr 2006 schaffte man schließlich eine zweimanualige Orgel der Firma Prengel aus Wuppertal, Baujahr 1972, mit 11 Registern und Pedalwerk an. Sie wurde am 23. September 2006 eingeweiht.
 
Die leichtgängige Spieltraktur läuft über Aluminiumwellen und Aluabstrakten. Auch die rein mechanische Registertraktur betätigt die Schleifladen über metallene Zugstangen.
 
Hier die Disposition:
Hauptwerk (C-g3):          Rohrflöte 8’, Prinzipal 4’, Gemshorn 2’, Mixtur 3-4fach 1’.
Brustwerk (C-g3):            Gedeckt 8’, Koppelflöte 4’, Nasat 2 ⅔’(C-B 1 ⅓’), Prinzipal 2’, Terz 1 ⅗’,
Tremulant.
Pedal (C-f’):                       Subbass 16’, Bordun 8’.
 
Durch die Klapptüren am Brustwerk kann der Klang der Orgel verändert werden
Das Gehäuse aus Kiefernholz fügt sich bei einer Höhe von 4,08m und einer Breite von 2,53m optisch ansprechend und platzsparend in den Raum ein. Das Brustwerk direkt über dem sehr aufrecht angebrachten Notenhalter (ein Gesangbuch bleibt hier nicht von alleine aufgeschlagen stehen) dominiert (zumindest bei geöffneten Türen) den Klangeindruck für die Organistinnen. Insgesamt sind die Klangspektren jedoch ausgewogen. Der Winddruck des Brustwerks wurde von der Orgelbaufirma Junker aus Meinersen extra erhöht, um den Solostimmen ein frisches, kraftvolles Volumen zu verleihen. Vom verhaltenen, meditativen Spiel, klanglich abgestufter Gesangsbegleitung bis zum festlichen, unaufdringlichen Tutti ist alles möglich.
 
Text: Georg Klein, Organist Markushaus und St. Michael