Einführung von Christiane Bindseil als Seelsorgerin an der Heidelberger Kinderklinik

Von links nach rechts: Kirchenrätin Sabine Kast-Streib, Klinikleiter Prof. Dr. med. Georg Hoffmann, Seelsorgerin Dr. Christiane Bindseil, Dr. Iris Kulisic von ZONTA und Dekanin Dr. Marlene Schwöbel-Hug freuen sich über die Schaffung der neuen Seelsorgestelle an der Kinderklinik

Quelle: Karin Wilke

Heidelberg, 25.4.2016. Pfarrerin Christiane Bindseil wurde feierlich in ihr Amt als Seelsorgerin im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg eingeführt.

„Wir sind glücklich und dankbar, dass Sie bereit sind, diese wichtige, gute, erwünschte und notwendige Arbeit als Seelsorgerin an der Kinderklinik zu leisten“, begrüßt Dekanin Marlene Schwöbel-Hug die Klinikseelsorgerin Christiane Bindseil in ihrem neuen Amt. Bei einer Visitation der Klinikpfarrämter im vergangenen Oktober war deutlich geworden, dass gerade in der sich ständig vergrößernden Kinderklinik noch jemand fehlt, der mit Kindern, deren Eltern, Ärzten und all den anderen Pflegenden das Gespräch sucht. „Die Krankheit von Kindern erschüttern Familien bis ins Mark. Hilfs- und Gesprächsangebote sind nötig auch über die ärztlichen und medikamentösen Unterstützungen hinaus“, so die Dekanin. „Diese Not haben wir gesehen und darauf reagiert.“

Pfarrerin Christiane Bindseil, die seit Januar 2012 als Klinikseelsorgerin mit einer halben Stelle am Krankenhaus Salem tätig ist, hat nun zum 1. April ein zusätzliches kleines Deputat an der Kinderklinik übernommen und unterstützt dort ihre katholische Kollegin Martina Reiser bei ihren seelsorgerlichen Aufgaben. Besonders in der Neonatologie ist sie mit derzeit vier Wochenstunden fest eingebunden. Hier sieht sie ihre Aufgabe vor allem im Dasein und Zeithaben für die oftmals geschockten und verunsicherten Eltern, ohne eine besondere Funktion erfüllen zu müssen. „Die Frage nach dem `Warum´ kann ich den Eltern nicht beantworten, aber ich halte sie mit ihnen aus“, berichtet die Seelsorgerin, die selbst Mutter von fünf Kindern ist.

„Für unser Team von Ärzten, Pflegern und Psychologen ist die Klinikseelsorge ein wichtiger `Baustein´ unserer Arbeit“, erklärt Professor Georg Hoffmann, geschäftsführender Direktor der Kinderklinik. Vor allem die gute Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen Seelsorger über alle Konfessionen hinweg lobt der Mediziner. „Neben Medizin und Sozialarbeit auch die Seelsorge sozusagen „überlappend“ im Haus zu haben, die Zeit für den Einzelnen mitbringt, ist eine wichtige Bereicherung für die Familien und auch für uns als Team“, weiß Hoffmann das neue Angebot zu schätzen.

Quelle: Karin Wilke

„Unser Ziel ist es, das Deputat von Frau Bindseil langfristig auf verlässliche 25 Prozent auszuweiten, zunächst soll dies über eine Anschubfinanzierung ermöglicht werden“, erklärt Dekanin Schwöbel-Hug. Sollte es gelingen, die hierfür erforderlichen Personalkosten über drei Jahre hinweg aufzubringen, hat die badische Landeskirche hat eine Finanzierung der Stelle von Frau Bindseil über weitere 3 Jahre bereits zugesagt. „Über 6000 Euro wurden bereits von der Sparkasse Heidelberg, dem ZONTA Club Heidelberg Kurpfalz sowie einigen privaten Spendern beigesteuert, dafür sind wir sehr dankbar!“, freut sich die Dekanin über das Engagement.

„Die Förderung der seelsorgerlichen Betreuung kranker Kinder und deren Eltern oder Angehörigen durch Zeit, Zuwendung und menschliches Dasein empfinden wir als gesellschaftliche Aufgabe“, so Harald Schuster, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Heidelberg, die 5000 Euro gespendet hat. „Deshalb war es für die Sparkasse Heidelberg eine Selbstverständlichkeit, die neu einzurichtende Seelsorgestelle in der Kinderklinik Heidelberg in der Startphase zu unterstützen.“ Auch der ZONTA Club Heidelberg Kurpfalz unterstützt die Tätigkeit von Frau Bindseil in der Kinderklinik mit 1000 Euro. „Hier wird den Familien Trost gespendet, deren Leben völlig aus der Bahn geraten ist. Es gibt kaum ein edleres Projekt, für das man eine Anschubfinanzierung leisten kann“, erläutert Schatzmeisterin Dr. Iris Kulusic das Engagement der Frauen.

Karin Wilke