Tief Elvira hat auch Gebäude der Evangelischen Kirche in Heidelberg unter Wasser gesetzt

Der Baum hat netterweise den direkten Weg durchs Fenster gewählt, so blieb die Wand verschont

Quelle: Markus Böhler

Heidelberg, 30.05.2016. Die sintflutartigen Regengüsse in der Nacht zum 30. Mai ließen Feuerwehr und Einsatzkräfte in Heidelberg nicht zur Ruhe kommen. Auf dem Grundstück der Marienhütte im Elisabethenweg 2 rutschten Teile des Hangs hinter dem Wirtschaftsgebäude aus den 60erJahren ab und rissen Unterholz sowie einen Baum mit sich. Dieser durchstieß ein Fenster auf der Rückseite des großen Saals, in dem der dort eingemietete Caterer „Vit“ täglich über 1000 Mahlzeiten unter anderem für evangelische KiTas zubereitet. Die Schlammlawine ergoss sich auch in die Kellerräume mit den sanitären Anlagen und Wirtschaftsräumen, die z.Zt. nicht benutzbar sind.

Die Feuerwehr räumte aus Sicherheitsgründen das gesamte Gebäude, auch die Studenten-WG musste vorübergehend aus der „alten Marienhütte“ ausziehen, doch glücklicherweise blieb das Holzhaus von 1928 bisher von Schäden verschont. „So lange das Wasser weiterhin aus dem Hang hinter den Gebäuden sprudelt, können wir noch keine Entwarnung geben“, weiß Markus Böhler von der Bauabteilung der evangelischen Kirchenverwaltung zu berichten, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.

Durch die Wassermassen ist der Hang hinter dem Haus ins Rutschen gekommen

Quelle: Markus Böhler

So lange das Erdreich weiterhin völlig durchweicht ist, besteht die Gefahr, dass noch weitere Bäume abrutschen, bis dahin dürfen die Gebäude nicht genutzt werden. „Eine Prognose ist hier schwierig, zumal ab Donnerstag neuer Regen angekündigt ist“, erklärt Böhler, „aber spätestens zum Wochenende sollten wir mit den Aufräumarbeiten beginnen können!“ Das Forstamt prüft die Möglichkeit, oberhalb der Gebäude eine Drainage in den Hang zu ziehen und somit das Wasser am Grundstück vorbei zuleiten, um weitere Erdrutsche zu vermeiden.

Auch aus den Gemeinden des Kirchenbezirks gibt es einige Meldungen zu Wassereinbrüchen. In der Neuenheimer Jakobuskirche kam es zu Wassereintritt aufgrund verstopfter Dachrinnen, ein als Leitungsbüro genutzter Container auf der Baustelle in der Zähringerstraße stand komplett unter Wasser. In der KiTa im Viernheimer Weg in Wieblingen sprudelte das Wasser aus einer Toilettenschüssel und auch das Lutherzentrum meldete eine feuchte Wand im Keller. „Abgesehen von der Marienhütte sind wir noch recht glimpflich davongekommen“, berichtet Dietrich Dancker. „Naturgewalten von einem solchen Ausmaß sind wir Menschen relativ hilflos ausgeliefert. Wir sind einfach nur dankbar, dass niemand verletzt wurde“, so der Geschäftsführer der evangelischen Kirchenverwaltung.

Karin Wilke