Heidelberg, 30.06.2016. „Jesus Christus ist unser Fixstern. Je größer das Chaos und die Not um mich herum und in mir sind, je höher die Wellen gehen, umso mehr brauche ich den festen Blick auf Jesus, meinen Retter, und den Beistand des Heiligen Geistes.“ Mit diesen Worten leitete Pfarrer Gregor Wirth in seiner Andacht am 30. Juni die zweite Synode in diesem Jahr ein. Den Beistand des Heiligen Geistes konnten die Synodalen an diesem Abend wahrlich gebrauchen, standen doch einige sehr schwierige Themen auf der Agenda.
Die Anwesenden waren sich schnell darüber einig, dass die Haushaltsberatungen unter TOP 4 das vorrangige Thema des Abends waren. Da sich bei der Prüfung des Doppelhaushalts 2016/17erhebliche finanzielle Defizite vor allem in den Bereichen KiTas, Bezirkshaushalt und Gebäudemanagement aufgetan haben, einigte sich die Synode darauf, den Haushalt zunächst nur zur Kenntnis zu nehmen und nicht zu beschließen. Die Synodalen legten fest, durch den Stadtkirchenrat und die Kirchenverwaltung eine Analyse der Ursachen vorzunehmen. Gemeinsam mit dem Oberkirchenrat soll ein daraus resultierender Maßnahmenkatalog zum Abbau des strukturellen Defizits erstellt werden. Diese Maßnahmen sind Teil des gesetzlichen Haushaltssicherungskonzepts, das die Stadtkirchengemeinde Heidelberg mit dem Oberkirchenrat der Badischen Landeskirche vereinbart hat.
„Wir wollen diese Analyse so gründlich wie nötig und so schnell wie möglich vornehmen“, bestätigte Synodenvorsitzender David Reichert das Ziel, die Prüfung der Defizitursachen bis Ende Oktober abgeschlossen zu haben. Der Bauausschuss soll zu diesen Beratungen hinzugezogen werden. Die Analyse des KiTa-Haushalts und ein Zwischenbericht zum Defizit werden auf einer Sondersynode vorgetragen, damit der Beschluss des Doppelhaushalts 2016/17 dann auf der Synode im Februar 2017 erfolgen kann.
Weitere Themen waren danach angesichts der fortgeschrittenen Zeit schnell abgehandelt. Kirchenrat Andreas Maier vom EOK stellte in einem Vortrag die landeskirchliche Finanzentwicklung vor, danach folgten die Berichte aus den Ausschüssen sowie der AG Gemeindestruktur. Die Synode beschloss einstimmig, das Kirchgeld 2017 wieder der Seelsorge zukommen zu lassen, da hier der Bedarf nach wie vor sehr groß sei, wie Dekanin Marlene Schwöbel-Hug darlegte. Die neu eingerichtete Stelle in der Kinderklinik sei durch Spenden bereits für die nächsten zwei Jahre sichergestellt. „Nun müssen wir nur noch die Finanzierung von 25.000 Euro für das dritte Jahr bewerkstelligen, damit sie für drei weitere Jahre vom EOK fortgeführt wird“, freut sich die Dekanin und bittet gleichzeitig um Werbung bei Taufen oder Hochzeiten zur finanziellen Unterstützung des Projekts.
Abschließend bat Herr Braatz-Tempel um Mithilfe der Gemeinden bei der Quartiersuche für Chöre, die zum großen Badischen Chorfest vom 30.6. bis 2.7.2017 nach Heidelberg kommen wollen und untergebracht werden müssen. Mit dem Ausblick auf das schöne musikalische Ereignis gingen die Synodalen am Ende des Abends zwar erschöpft aber doch zufrieden mit den erarbeiteten Perspektiven und Lösungsansätzen auseinander.
Karin Wilke

