Die Feiern beginnen – und Heidelberg wird „Reformationsstadt Europas“

Festakt in der Heiliggeistkirche und ein Geschichtenmobil am Bahnhof

So sieht der blaue Sattelzug aus, der als Geschichtenmobil der Evangelischen Kirche zum Reformationsjubiläum am 12. und 13. Dezember am Heidelberger Hauptbahnhof Station macht.

Quelle: Cornelia Kirsch, r2017

Heidelberg, 07.12.2016.  Mit einem großen Festakt in der Heiliggeistkirche am Montag, 12. Dezember, 19 Uhr, eröffnet die Evangelische Kirche in Heidelberg gemeinsam mit der Katholischen Stadtkirche das Reformationsjubiläum: Vor 500 Jahren hatte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche am Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen. Zu den Festrednern gehören Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Oberbürgermeister Eckart Würzner sowie Ministerin Theresia Bauer als Vertreterin der baden-württembergischen Landesregierung.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten wird die Verleihung der Urkunde „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa stehen, die der OB und Dekanin Marlene Schwöbel-Hug gemeinsam entgegennehmen. Auch ein Filmclip zur Reformation in Heidelberg wird an diesem Abend erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. „Hierin wird deutlich, dass Heidelberg bis heute eine Stadt der Impulsgeber ist“, verrät die Dekanin vorab. „Alle Heidelberger sind herzlich eingeladen, dieses Ereignis mit uns zu feiern.“

Von 17.30 bis 19 Uhr wird auch das „Geschichtenmobil“ mit einer interaktiven Ausstellung zur Reformation auf dem Willy-Brandt-Platz beim Hauptbahnhof seine Türen öffnen. Auf seinem „Stationenweg“ durch 67 Städte in 19 Ländern Europas macht der 40-Tonner am 12. und 13. Dezember Halt in der „Reformationsstadt Heidelberg“. Am Dienstag kann das Mobil von 10 bis 20 Uhr besucht werden. Man kann den Heidelberger Filmclip zur Reformation sehen, und die Heidelberger Theologen Prof. Christoph Strohm und Prof. Michael Welker beantworten nachmittags Fragen rund um die Reformation. Überraschende Inszenierungen und persönliche Erzählungen bezeugen, wie aktuell reformatorische Perspektiven sind. Jede Station des Trucks gibt auch eine Erinnerung zur „Weltausstellung Reformation“ in der Lutherstadt Wittenberg mit.

Schon vom Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. Dezember, wird sich die Evangelische Kirche in Heidelberg von 11 bis 22 Uhr in der Bürgerhütte auf dem Weihnachtsmarkt mit Infos rund um das Reformationsjubiläum und Geschenkideen präsentieren. Hier werden alle Fragen gerne beantwortet, außerdem können Reformationsprodukte aus der Region wie Reformationsweine, Schokolade, der „Heidelberger Lutherkuss“ oder Grußkarten erworben werden.

Vom 31. Oktober 2016 bis Ende April 2018 feiert Heidelberg das Reformationsjubiläum. Rund 80 Veranstaltungen werden von den Gemeinden und Einrichtungen der Evangelischen Kirche in allen Stadtteilen organisiert. Kooperationspartner sind unter anderem das Kulturamt sowie das Theater der Stadt, Heidelberg Marketing, das DAI, der Heidelberger Frühling und das SAP-Sinfonieorchester.

Zwei besondere Ereignisse lassen sich mit der Reformation in Heidelberg verbinden: Am 26. April 1518 wurde Martin Luther vom Augustiner-Eremitenorden eingeladen, die Grundgedanken zu seiner neuen Theologie vorzustellen. Dieses Gespräch, auch mit Gelehrten der Universität, ging unter dem Namen „Heidelberger Disputation“ in die Geschichte ein. 1563 ließ Kurfürst Friedrich III. den „Heidelberger Katechismus“ verfassen, der für Pfarrer und Laien eine eindeutige Lehrgrundlage des Protestantismus bieten sollte. Dieser „Heidelberger“ wird in allen Ländern der Welt, die calvinistisch reformiert sind, bis heute als Lehrschrift genutzt.

Karin Wilke

Info: Das aktuelle Jubiläumsprogramm und alle Infos gibt es im Internet unter www.ekihd.de/reformation.