Besuch des Staatssekretärs Volker Schebesta in der Kita „Haus für Kinder“

von links nach rechts: Schuldekanin Frau Dr. Beate Großklaus, Kitaleiterin Frau Pia Moog, Staatssekretär Volker Schebesta,  Leiterin der Abteilung Kindertagesstätten Frau Gabriele Brudermüller

Quelle: privat

Heidelberg, 12.01.2017.
In einer Kita gibt es immer viel zu entdecken, jedoch einen Staatssekretär sieht man dort eher selten. So staunten auch die Kinder nicht schlecht, als Volker Schebesta (MdL) am 12. Januar ihre Kita „Haus für Kinder“ in Heidelberg Wieblingen besuchte.

Der Besuch aus dem Kultusministerium diente dem Staatssekretär Volker Schebesta dazu, sich vor Ort zu informieren und, aufgrund einer Einladung durch die Kita-Leitung, in einem fachlichen Austausch Eindrücke und Anregungen zu sammeln. Bei seinem Rundgang durch die ev. Kindertagesstätte hielt er in beiden Gruppen kurz inne, um den Geschichten, die gerade vorgelesen wurden, zu zuhören. Er zeigte sich beeindruckt von der Aufmerksamkeit der Kinder.

Dies kommt, nach Aussage der Kitaleitung Frau Pia Moog, nicht von ungefähr. So verfügt diese Einrichtung über ein zusätzliches Vorlesezimmer und das „Lesen“ von und der Umgang mit Büchern gehört zu den pädagogischen Schwerpunkten der Einrichtung.

Unterstützt von Frau Gabriele Brudermüller (Leiterin der Abteilung Kindertagesstätten, Ev. Kirchenverwaltung, Heidelberg) und der Schuldekanin Frau Dr. Beate Großklaus, zeigte Herr Schebesta ein offenes Ohr für die Themen an der Kita-Basis.

So wurden Punkte wie der Fachkräftemangel, Gruppenbezuschussung, der Wechsel von der Kleinkindgruppe in die Kita, aber auch die Transition – Übergang Kita/ Grundschule – diskutiert. Letzterer Diskussionspunkt machte deutlich, dass die Wahrnehmung an der Basis immer noch durch unterschiedliche Herangehensweisen an die Thematik „Übergänge gestalten“ geprägt ist.

Viele Kitas, mit dem Orientierungsplan für Baden-Württemberg im Hintergrund, achten sehr darauf, dass Kinder als Gestalter ihrer eigenen Lerngeschichte verstanden werden. Hier steht vor allem das Instrument der „Bildungs- und Lerngeschichte“ im Vordergrund. Integriert in ein gutes soziales und kulturelles Umfeld orientieren sich viele Kitas bei der Förderung des einzelnen Kindes an seinem Entwicklungsstand und seinen individuellen Bedürfnissen.

In der Kooperation mit der Grundschule treten immer noch starre Erwartungen an die Kinder (z.B. schneiden oder Stifthaltung, etc.) in den Vordergrund. Die damit verbundene defizitäre Herangehensweise trifft auf die Stärkenorientierung, die in vielen Kitas bereits praktiziert wird. Soziale Fähigkeiten der Kinder erfahren in diesem Fall nur eine untergeordnete Beachtung.

Herr Schebesta sieht hier die Bildungshäuser als gutes Beispiel an, um eine bessere Transition gepaart mit einem effektiveren Austausch, zu erhalten. Leider sind neue Standorte für Bildungshäuser nicht im Haushalt der Landesregierung vorgesehen.
Bezüglich des erweiterten Fachkräftekataloges nahm Herr Schebesta den Wunsch des Trägers nach einer klareren Ausformulierung der diversen pädagogischen, erziehungswissenschaftlichen und psychologischen Studiengänge, bzw. deren pädagogischen Anteil am Studium (evtl. klare Creditpoints - Vorgaben) mit in die zuständigen Gremien.

Einen weiteren Diskussionspunkt gab es zur Thematik des Personalschlüssels, der aktuellen Bertelsmannstudie des „Lernmonitors Frühkindliche Bildungssysteme“ über das Abschneiden der baden-württembergischen Kindertagesstätten im Ländervergleich. Diese bescheinigt zwar einen guten Personalschlüssel, offenbarte jedoch auch einen auffälligen Handlungsbedarf in Punkto „Leitungsfreistellung“.

Durch den Besuch und das Gespräch zeigte der Staatssekretär Volker Schebesta seine Wertschätzung gegenüber der Arbeit in den baden-württembergischen Kitas, beispielhaft am „Haus für Kinder“ in Heidelberg Wieblingen.

Es freute alle Beteiligten sehr, dass Herr Schebesta sich die Zeit genommen hat, mit seiner „Geh-Struktur“, sprich – da macht sich jemand fachlich kompetent vorbereitet auf den Weg – um Anfragen in seinem Arbeitsbereich zu hören und Anregungen „mit zu nehmen“.