Luthersche Redewendungen, die heute sprichwörtlich in aller Munde sind, werden in der Ausstellung sinnlich erfahrbar. Acht poetische Installationen laden dazu ein, sich lustvoll und aktiv in die Welt einzelner Wörter zu vertiefen. Die exklusiv für die Ausstellung angefertigten Exponate, die „Apparate zur Spracherfindung“, leiten den Besucher zu den zentralen Begriffen der Lutherschen Redewendungen und machen sie fühlbar, hörbar, lesbar und erfahrbar: So erzählt eine Wand aus Rinde die Geschichte des Wortes „Buch“, ein mechanisches Orchester seziert Redewendungen in ihre Laute und arrangiert sie neu, das Wort „Zeit“ bildet sich aus einem überdimensionalen Abreißkalender, und iPads formieren die Geschichte des Begriffs „Hand“ – nachdem der Besucher selber „Hand angelegt“ hat.
„In unserer heutigen Zeit ist es nötig, die biblischen und auch die politischen Botschaften in ihrer großen Komplexität ernst zu nehmen. Sie verständlich, aber nicht vereinfacht oder gar verfälscht aufzunehmen und wiederzugeben.
In dieser Verantwortung steht für mich das Erbe der Reformation in Bezug auf das Thema Sprache“, erklärt Dekanin Marlene Schwöbel-Hug in ihrem Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung. Aber sie warnt auch vor der Macht von Sprache, wenn sie missbräuchlich verwendet wird: „Dem Volk aufs Maul schauen – ja, wenn es darum geht, komplizierte Zusammenhänge einfach darzustellen. Nein, wenn komplexe Zusammenhänge verkürzt und dadurch sinnentfremdet werden.“Lutherinteressierte Besucherinnen und Besucher können die Ausstellung von Mo-Sa von 11-17 Uhr und So von 12.30 bis 17 Uhr besichtigen, der Eintritt ist frei. Sonntags um 14 Uhr gibt eine kostenlose einstündige Führung durch die Ausstellung.
Mehr Infos unter www.ekihd.de/reformation
Karin Wilke





