In diesen zwei Wochen erwartete die indischen Gäste ein buntes Programm, bei dem sie den Kirchenbezirk Heidelberg und die kirchliche Arbeit in Deutschland kennen lernen wollten. Dazu gehörten sowohl Gottesdienst- und Konzertbesuche, Einblicke in die theologische Ausbildung von Studenten, eine Führung durch die „Diakoniestraße“ und das DW sowie Zeit für persönliche Begegnungen. Dabei fehlen durfte natürlich auch nicht ein Besuch beim Kirchentag in Berlin und Wittenberg sowie ein dreitägiges internationales Partnerschaftsseminar der badischen Landeskirche im badischen Bühl.
Dekanin Marlene Schwöbel-Hug teilt diesen Wunsch, in unserer globalisierten Welt als Christen Gemeinsamkeiten zu entdecken und ein gutes Miteinander zu gestalten. „Die Sprache der Zuwendung versteht jeder, egal welcher Sprache, Religion, Nationalität oder sozialen Stellung er angehört“, so die Dekanin. Es sei ein Geschenk, zu Menschen, die man vorher gar nicht gekannt habe, eine große Nähe zu entwickeln. Und so freut auch sie sich auf weitere Begegnungen mit den neu gewonnenen Freunden aus Indien: „Das Zusammentreffen von Christen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen schärft den Blick für die Weite des Evangeliums und der Kirche.“
Die Diözese Malabar ist die jüngste der 22 Diözesen der Church of South India (CSI), sie wurde am 9. April 2015 gegründet. Sie zählt rund 30.000 Mitglieder, unterhält 52 Schulen, zwei Colleges, zwei Waisenhäuser und 90 Kirchen. Sitz des Bischofs Rev. Dr. Royce Manoj Victor ist die Cathedral Church in Kozhikode im Bundesstaat Kerala. Die Stadt an der Malabarküste zählt 430.000 Einwohner und ist rund 270 Km von der Universitätsstadt Bangalore entfernt. Die CSI ist die größte evangelische Kirche Indiens, gemeinsam mit der Basler Mission ist sie Gründungsmitglied der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS). Eines ihrer Ziele ist die Überwindung der Kastenschranken und Förderung von Frauen und Mädchen. In Kerala sind rund 18 Prozent der Bevölkerung Christen, womit ihr Anteil deutlich höher als in anderen Bundesstaaten ist.Karin Wilke





