Besuch einer Delegation aus der südindischen Diözese Malabar

Die Dekanin und Bürgermeister Erichson freuen sich über das Gastgeschenk von Bishop Royce Victor (Mitte).

Quelle: Karin Wilke

Heidelberg, 31.05.2017. Nach vorbereitenden Gesprächen mit Pfarrer Solomon Benjamin von der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), Dr. Gesine von Kloeden und Peter Scherhans vom Amt für Mission und Ökumene im EOK ist es am 19. Mai endlich so weit: Eine fünfköpfige Delegation aus der südindischen Diözese Malabar und des United Theological College (UTC) in Bangalore ist für zwei Wochen zu Besuch in Heidelberg. Ziel dieses Besuches ist die Anbahnung einer Partnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Heidelberg und der Diözese Malabar sowie dem UTC.

In diesen zwei Wochen erwartete die indischen Gäste ein buntes Programm, bei dem sie den Kirchenbezirk Heidelberg und die kirchliche Arbeit in Deutschland kennen lernen wollten. Dazu gehörten sowohl Gottesdienst- und Konzertbesuche, Einblicke in die theologische Ausbildung von Studenten, eine Führung durch die „Diakoniestraße“ und das DW sowie Zeit für persönliche Begegnungen. Dabei fehlen durfte natürlich auch nicht ein Besuch beim Kirchentag in Berlin und Wittenberg sowie ein dreitägiges internationales Partnerschaftsseminar der badischen Landeskirche im badischen Bühl.

Prälat Traugott Schächtele und die Dekanin begrüßen die Delegation im Festgottesdienst am 21. Mai

Quelle: Karin Wilke

Bei den vielen Begegnungen mit Mitarbeitenden in Einrichtungen des Kirchenbezirks ergaben sich interessante Gespräche und Einblicke. Die kulturellen Erfahrungen beginnen beim Essen – so sind „sprudelnde“ Getränke in Indien eher unüblich, geschätzt werden gut gewürzte Speisen und Gespräche – und erstrecken sich über viele alltägliche Kleinigkeiten. So waren die Gäste beim Besuch im Kinder- und Jugendwerk überrascht über das hohe soziale und ehrenamtliche Engagement von jungen Menschen in Deutschland. Ein Freiwilliges Soziales Jahr beispielsweise wäre in Indien undenkbar, würden sich die Jugendlichen dort damit ihre Karriere verbauen, die eine zügige und exzellent abgeschlossene Ausbildung in möglichst jungen Jahren voraussetzt.

Bei Gesprächen kommen sich Gastgeber und Gäste näher

Quelle: Karin Wilke

„We don´t speak the same language, but we believe in the same god“, betonte Bischof Royce Victor in seiner Begrüßungsrede die Gemeinsamkeiten. Schon in der Bibel stehe, wie gut es sei, wenn Brüder und Schwestern in Frieden zusammenkommen, diesen Frieden wollen die Christen aus Indien und Deutschland miteinander teilen. Ihr Wunsch sei ein guter Austausch und gelebte Ökumene, von der beide Seiten profitieren können. Eine Gegeneinladung an die Malabarküste ist für das kommende Jahr bereits ausgesprochen.

Dekanin Marlene Schwöbel-Hug teilt diesen Wunsch, in unserer globalisierten Welt als Christen Gemeinsamkeiten zu entdecken und ein gutes Miteinander zu gestalten. „Die Sprache der Zuwendung versteht jeder, egal welcher Sprache, Religion, Nationalität oder sozialen Stellung er angehört“, so die Dekanin. Es sei ein Geschenk, zu Menschen, die man vorher gar nicht gekannt habe, eine große Nähe zu entwickeln. Und so freut auch sie sich auf weitere Begegnungen mit den neu gewonnenen Freunden aus Indien: „Das Zusammentreffen von Christen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen schärft den Blick für die Weite des Evangeliums und der Kirche.“

Zum Kennenlernen gehören auch die ungewohnten Speisen
 

Quelle: Karin Wilke

Die Diözese Malabar ist die jüngste der 22 Diözesen der Church of South India (CSI), sie wurde am 9. April 2015 gegründet. Sie zählt rund 30.000 Mitglieder, unterhält 52 Schulen, zwei Colleges, zwei Waisenhäuser und 90 Kirchen. Sitz des Bischofs Rev. Dr. Royce Manoj Victor ist die Cathedral Church in Kozhikode im Bundesstaat Kerala. Die Stadt an der Malabarküste zählt 430.000 Einwohner und ist rund 270 Km von der Universitätsstadt Bangalore entfernt. Die CSI ist die größte evangelische Kirche Indiens, gemeinsam mit der Basler Mission ist sie Gründungsmitglied der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS). Eines ihrer Ziele ist die Überwindung der Kastenschranken und Förderung von Frauen und Mädchen. In Kerala sind rund 18 Prozent der Bevölkerung Christen, womit ihr Anteil deutlich höher als in anderen Bundesstaaten ist.

Karin Wilke