Zum Auftakt erklang die Ouvertüre „Ein feste Burg ist unser Gott” op. 127 des Schweizer Komponisten Joseph Joachim Raff (1822 -1882). Der Choral, der ursprünglich aus der Feder Martin Luthers stammt, wird wegen seiner Popularität auch als `Hymne der deutschen Protestanten´ bezeichnet. Er wurde seither vielfach bearbeitet, so auch 1866 in der Fassung von Raff. Daran an schloss sich Haydns berühmtes Trompetenkonzert in Es-Dur, in dem der junge Mannheimer Solist Mark Caspari auf seiner Trompete gegen den draußen grollenden Donner an brillierte. Zum fulminanten Finale durfte Mendelssohns berühmte Reformations-Sinfonie, die er 1830 anlässlich des 300. Jubiläums der Augsburger Konfession komponierte, natürlich nicht fehlen.
Die Musikerinnen und Musiker des SAP Sinfonieorchesters füllten unter engagierter Leitung Ihrer erfahrenen Dirigentin das alte Gotteshaus mit ihrem mitreißenden Spiel bis in den letzten Winkel aus. Aufgrund der schwierigen Akustik im Chorraum spielte das Orchester vom Hauptportal aus, was manche Zuhörer zunächst verwunderte, sich aufgrund der besseren Hörqualität aber bewährt hat. Für das musikalische Feuerwerk dankten sie am Ende mit lang anhaltendem Applaus. Auch bei diesem Konzert blieb das SAP Sinfonieorchester seiner Tradition treu und stellte die Einnahmen des Abends – als Eintritt wurde lediglich eine Spende erbeten – der Marienhütte oberhalb des Schlosses im Besitz der evangelischen Kirche zur Verfügung.„Unser Naherholungskleinod inmitten der Natur möchten wir erhalten und erweitern“, erläuterte Dekanin Schwöbel-Hug in ihrer Ansprache den Spendenzweck. Drei kleine Blockhütten im Zeltstil sollen auf dem Gelände entstehen, in denen jeweils 12 bis 15 Schlafplätze zur Übernachtung vorgesehen sind. Derzeit wird die Marienhütte nur während der Sommerferien genutzt, das Diakonische Werk bietet dort in den ersten drei Ferienwochen Freizeiten für Kinder an. „Das wollen wir ändern. In den neuen Hütten mit barrierefreiem Zugang sollen Kindergarten- und Konfirmandengruppen, Schulkassen, Musiker, Senioren und andere Gruppen das herrliche Ambiente das ganze Jahr über genießen können.“ Auch eine Vermietung an private Interessenten aus Heidelberg wäre dann möglich, so die Dekanin.
Karin Wilke




