Neben dem fünfköpfigen ehrenamtlichen Leitungsteam wirken mittlerweile über 35 ehrenamtliche Mitarbeitende zwischen 13 und 85 Jahren beim NächstenMahl mit. Eine von ihnen ist Ursula Beckenbach, die seit 8 Jahren bei den Essensvorbereitungen und der Ausgabe hilft. „Es gibt einen älteren Herren, der uns als Dank regelmäßig Blumen mitbringt, da geht mir das Herz auf“, erklärt sie ihre Motivation, regelmäßig für andere Menschen da zu sein. „Es kommen so viele Gäste zu uns, die sich freuen, sich bei uns bedanken oder Komplimente machen, wir sind wie eine große Familie.“
Küchenchef Thomas Schabert ist schon seit 8 Uhr unterwegs, um einzukaufen und Vorbereitungen mit seinem neunköpfigen Küchenteam zu treffen. „Nicht immer weiß ich vorher, was die Tafel für uns an Lebensmittelspenden bereit hält, Fleisch müssen wir natürlich dazukaufen, daher sind wir in unseren Menüplanungen auch mal spontan.“ Was das bedeutet, weiß der erfahrene Koch, der hauptamtlich die Kantine von John Deere in Mannheim mit 3500 Mitarbeitern leitet. „Heute war aber alles geplant: Als Vorspeise gab es Salat, als Hauptspeise gefüllter Schweinebraten mit Champignonsoße und Semmelknödeln und als Dessert die Jubiläumstorte und Eis.“
Dass dieses Festmenü den anwesenden Gästen gemundet hat, ist offensichtlich: „Es hat geschmeckt wie in einem feinen Restaurant“, seufzt Gabriele Meyer aus Leimen zufrieden. „Hier bin ich nicht arm, sondern glücklich!“ Ein 74jähriger Gast aus Mannheim ist so begeistert, dass er spontan aufspringt und zum Rednerpult eilt. „Obwohl ich Atheist bin und nicht der Kirche angehöre, wurde ich hier sehr christlich und mit offenen Armen aufgenommen, das finde ich wunderbar!“, bedankt er sich beim Helferteam.„Helfer und Gäste geben und nehmen hier gleichermaßen“, erläutert Pfarrerin Sabine Hannak das Grundverständnis des NächstenMahls. Passend dazu hat sich nach einer Umfrage bei den Gästen das Helferteam zum 10jährigen Jubiläum für den neuen Bibelvers über der Küchentür entschieden: „Dient einander, jede und jeder mit der euch geschenkten Gabe“ wird dort von nun an zu lesen sein. „Damit wollen wir zeigen, dass wir alle besondere Gaben geschenkt bekommen haben, die wir einsetzen können, um einander Gutes zu tun. Das ist ein tolles Motto für unser NächtenMahl!“, freut sich die Pfarrerin und mit ihr alle Anwesenden über den gelungenen Tag.
Karin Wilke





