„Trost“ für die Seele – Klinikseelsorge ist Schwerpunkt der neuen Spendenaktion der Evangelischen Kirche in Heidelberg

Künstlerin Gülay Keskin, Dekanin Marlene Schwöbel-Hug und Kirchenrätin Sabine Kast-Streib machen sich für Trost und Seelsorge in Krisenzeiten stark

Quelle: Karin Wilke

Heidelberg, 15.09.2017. Mitte September hat Evangelische Kirche in Heidelberg nun offiziell ihre bezirkliche Spendenaktion meine Kirche stärken 2017/18 zugunsten der Klinikseelsorge gestartet. Drei Seelsorgestellen sind hierbei im Fokus: in der Kinderklinik, im Neurologischen Fach- und Rehabilitationskrankenhaus Kliniken Schmieder und in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie an der Krehl-Klinik. Zeitgleich werden im +punkt Bilder der Heidelberger Fotografin Gülay Keskin zum Thema „Trost“ gezeigt. Die Eröffnung der Spendenaktion und Ausstellung fand heute im +punkt, Kirche im Neuenheimer Feld statt.

„Um unser nachgefragtes Seelsorgeangebot an den Heidelberger Kliniken sicherzustellen, haben wir uns entschieden, unsere Klinikseelsorge über die landeskirchliche Förderung hinaus verlässlich und langfristig auszuweiten“, erläutert Dekanin Marlene Schwöbel-Hug die neue Spendenaktion im Kirchenbezirk. Das Wort „Seelsorge“ möge zwar etwas veraltet klingen, es drücke aber genau das aus, was Menschen oft in ihrem Alltag fehle: „Unsere Seele, unser tiefstes Inneres braucht Trost, braucht die Anerkennung, dass es um uns als Individuum geht. Das ist Wundversorgung im christlichen Sinn, die wir als Ergänzung zur medizinischen Wundversorgung durch Ärzte und Pflegepersonal verstehen“, richtet sich die Dekanin in ihrem Grußwort an die Gäste.

Leiter der Kinderklink Prof. Georg Hoffmann, Dekanin Marlene Schwöbel-Hug und Kirchenrätin Sabine Kast-Streib setzen sich für die Klinikseelsorge ein

Quelle: Karin Wilke

Über dieses zusätzliche Angebot der Kirche freut sich auch Prof. Dr. Georg Hoffmann, Leiter der Heidelberger Kinderklinik: „Aktuell brauchen wir besonders für unsere ambulante Palliativversorgung seelische Beratung und Beistand. Das betrifft sowohl unser Team als auch unsere jungen Patienten und ihre Angehörigen.“ Da die Kinderklinik ständig am Wachsen sei – 2018 ist die bauliche Erweiterung der Kinderchirurgie fertiggestellt – müsse auch das seelsorgerliche Angebot entsprechend ausgebaut werden, wünscht sich Hoffmann.

„Die Arbeit unserer Klinikseelsorger geschieht oft im Verborgenen“, weiß Kirchenrätin Sabine Kast-Streib aus Erfahrung. „Daher freut es mich besonders, dass die Dekanin sich in Heidelberg so engagiert für Seelsorge in den Kliniken einsetzt und sie in den öffentlichen Fokus rückt“, so die Leiterin des Zentrums für Seelsorge der badischen Landeskirche. Die Patienten an den betroffenen Kliniken befänden sich häufig in schwersten Krisensituationen, in denen sie und ihre Angehörigen besonders viel Zeit und Zuwendung brauchen, die nun durch die zusätzlichen Seelsorgeangebote aufgefangen werden könne.

Trost und Klinikseelsorge hängen eng zusammen, daher sind zur Eröffnung der Spendenaktion auch Fotos der Heidelberger Künstlerin Gülay Keskin zum Thema „Trost“ zu sehen. „Es gibt viele Menschen, die vom Trösten überfordert sind und Angst haben, etwas falsch zu machen", so Keskin. „Wer Trost braucht, muss die Chance haben, sich selbst zu spüren und aus sich selbst Kraft zu schöpfen.“ Mit ihren Bildern möchte sie sowohl zum Trösten ermutigen als auch zum genauen Hinschauen und Hinhören auffordern. Die Ausstellung ist bis zum 27.9. im +punkt, INF 130, während der Öffnungszeiten kostenfrei zu besichtigen.

Karin Wilke