„Um unser nachgefragtes Seelsorgeangebot an den Heidelberger Kliniken sicherzustellen, haben wir uns entschieden, unsere Klinikseelsorge über die landeskirchliche Förderung hinaus verlässlich und langfristig auszuweiten“, erläutert Dekanin Marlene Schwöbel-Hug die neue Spendenaktion im Kirchenbezirk. Das Wort „Seelsorge“ möge zwar etwas veraltet klingen, es drücke aber genau das aus, was Menschen oft in ihrem Alltag fehle: „Unsere Seele, unser tiefstes Inneres braucht Trost, braucht die Anerkennung, dass es um uns als Individuum geht. Das ist Wundversorgung im christlichen Sinn, die wir als Ergänzung zur medizinischen Wundversorgung durch Ärzte und Pflegepersonal verstehen“, richtet sich die Dekanin in ihrem Grußwort an die Gäste.
„Die Arbeit unserer Klinikseelsorger geschieht oft im Verborgenen“, weiß Kirchenrätin Sabine Kast-Streib aus Erfahrung. „Daher freut es mich besonders, dass die Dekanin sich in Heidelberg so engagiert für Seelsorge in den Kliniken einsetzt und sie in den öffentlichen Fokus rückt“, so die Leiterin des Zentrums für Seelsorge der badischen Landeskirche. Die Patienten an den betroffenen Kliniken befänden sich häufig in schwersten Krisensituationen, in denen sie und ihre Angehörigen besonders viel Zeit und Zuwendung brauchen, die nun durch die zusätzlichen Seelsorgeangebote aufgefangen werden könne.
Trost und Klinikseelsorge hängen eng zusammen, daher sind zur Eröffnung der Spendenaktion auch Fotos der Heidelberger Künstlerin Gülay Keskin zum Thema „Trost“ zu sehen. „Es gibt viele Menschen, die vom Trösten überfordert sind und Angst haben, etwas falsch zu machen", so Keskin. „Wer Trost braucht, muss die Chance haben, sich selbst zu spüren und aus sich selbst Kraft zu schöpfen.“ Mit ihren Bildern möchte sie sowohl zum Trösten ermutigen als auch zum genauen Hinschauen und Hinhören auffordern. Die Ausstellung ist bis zum 27.9. im +punkt, INF 130, während der Öffnungszeiten kostenfrei zu besichtigen.
Karin Wilke


