Am Samstagabend (23.9.) weihte Dekanin Marlene Schwöbel-Hug das Haus in der Zähringerstr. 26 im Rahmen eines Gottesdienstes ein. Dieser fand mit rund 350 Gottesdienstbesuchern vor dem Gebäude statt, feierliche Fanfarenklänge des Bläserkreises der Christusgemeinde unter Leitung von Pia Tenbaum machten den Auftakt. In ihrer Ansprache verglich die Dekanin den langwierigen Bau – wegen Setzungsrissen im Nachbarhaus musste der Bauprozess für ein Jahr unterbrochen werden – mit den aktuellen Herausforderungen der Evangelischen Kirche in Heidelberg: „Es gab Irrungen, Wirrungen, Zweifel, Stillstand, Geldsorgen, Auseinandersetzungen. Und doch steht hier jetzt ein Haus, das mit Leben erfüllt werden kann, in dem alle Generationen ein und ausgehen, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft, Bildung, Hautfarbe als unverwechselbare Geschöpfe Gottes gesehen werden“, freute sich die Dekanin.
Am Sonntag, den 24. September öffnete das Haus der Christuskirche nach einem kurzen Gottesdienst in der Christuskirche erneut seine Pforten und lud von 10:30 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Ab 13 Uhr wurde die offizielle Eröffnung der Fröbel-Kindertagesstätte „Justifant“ mit geladenen Gästen gefeiert. Dort werden ab diesem Kindergartenjahr zwei Gruppen mit je 20 Plätzen für Drei- bis Sechsjährige sowie eine Krippengruppe mit 10 Plätzen für Kinder von einem bis drei Jahren von 7:30 bis 16:30 Uhr betreut.
Bürgermeister Joachim Gerner freute sich in seinem Grußwort, dass die neue Fröbel-Kindertagesstätte „Justifant“ nun in Betrieb gehe. „Die Evangelische Kirche trägt mit diesem Angebot ganz entscheidend zu einer guten Kinderbetreuung im Stadtteil bei“, betonte der Dezernent für Familie, Soziales und Kultur. „Die Stadt Heidelberg möchte gleiche Chancen für alle Kinder – und das fängt bereits im Krippenalter an. Daher haben wir als Stadt diesen Neubau auch sehr gerne mit fast einer Million Euro unterstützt.“
Bei der Planung und Umsetzung der KiTa ist die Evangelische Kirche in Heidelberg als Bauherrin auch eine Kooperation mit dem Landgericht Heidelberg eingegangen. Dieses hat 100.000 Euro zu den insgesamt 4,5 Millionen Baukosten beigesteuert und sich dafür ein Vorbelegungsrecht für 11 KiTa-Plätze gesichert. „Ich freue mich, dass die Justiz des Landes die neue Fröbel-KiTa mit einem maßgeblichen Betrag unterstützen konnte und wir den Justizangehörigen damit in direkter Nähe zum Heidelberger Justizzentrum eine liebevolle Betreuung unserer jüngsten Justifanten ermöglichen können“, richtete Landgerichtspräsident Frank Konrad Brede an die Anwesenden.Auch KiTa Leiterin Helena Boldt, Vertreterinnen des Elternbeirats sowie des Ältestenkreises zeigten sich erleichtert, dass einem Einzug der Fröbel-KiTa und der Gemeinde nach allen überstandenen Verzögerungen und Widrigkeiten nun nichts mehr im Weg steht. Einhellig lobten Sie das große Engagement der Erzieherinnen und die Geduld der Eltern sowie Gemeindeglieder, die zum Gelingen des Projektes maßgeblich beigetragen haben – immerhin sind alle Plätze für das Kindergartenjahr 2017/18 bereits vergeben. Dass sich Warten und Durchhalten gelohnt haben, davon waren am Ende des bunten Tages wohl alle großen und kleinen Besucher überzeugt.
Karin Wilke





