In ihrer Predigt blickte Pfarrerin Deichl auf ihre zehnjährige Tätigkeit in Wieblingen zurück und schlug dabei immer wieder den Bogen zu Gott, „der da ist, der helfen wird, der das Beständige ist in allem, was sich verändert“. Sie freute sich darüber, dass die Schriftlesung des 1.Korinther 13, sowohl in ihrem ersten als auch in ihrem letzten Gottesdienst vorgetragen wurde. Es sei Gottes Liebe und Gottes Begleitung, die sich wie ein roter Faden durch alle Zeiten ziehe. „Die Liebe hört niemals auf – und so werde auch ich selbst immer mit dem Stadtteil am Neckar verbunden bleiben“, schließt sie ihre Predigt ein wenig wehmütig.
Ganz in diesem Sinne hob Dekanin Schwöbel-Hug in ihrer Würdigung hervor, dass Michaela Deichl Fußspuren hinterlassen habe – „kleine, große“: „Mit deiner fröhlichen Art, deiner Energie und deiner Herzlichkeit hast du viele Herzen gewonnen“, so die Dekanin. Da zwar Ämter, aber nicht Menschen ersetzt werden können, „wird dein Platz in den Herzen bleiben, in dem Vertrauen, dass die Aufgabe, Gemeinde zu begleiten, zu trösten, zu ermutigen nicht mit deinem Weggang endet.“Der Posaunenchor unter der Leitung von Csaba Asboth, der Cross-Over-Chor unter der Leitung von Kantor Johannes Balbach und der Kinderchor unter der Leitung von Kathrin-Kirn-Rodegast steuerten zur musikalischen Gestaltung des Programms bei.
Im Anschluss an den bewegenden Gottesdienst versammelte sich die Festgemeinde im Gemeindehaus zu einem Empfang. Persönlichkeiten aus dem schulischen Umfeld, der Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen und der Kommunalpolitik zeichneten unter der Moderation von Kai Neureuther ein buntes Bild von der scheidenden Pfarrerin. Neureuther, Vorsitzender des Ältestenkreises, verglich sie schmunzelnd mit einem „Motor mit Turbolader“. Die Kindergartenkinder sahen sie als „Frau im seltsamen schwarzen Mantel, die trotzdem immer fröhlich ist“. Überhaupt ist es ihr offenes und einnehmendes Lachen, das alle Festredner gemeinsam hervorhoben.„Michaela Deichl zeichnet sich dadurch aus, Menschen in ihrem Umfeld für Ideen und Neues zu begeistern und mitzunehmen“, fasst Neureuther in seinem abschließenden Grußwort zusammen. Er umschreibt die Arbeit der Pfarrerin mit den modernen Schlagworten „nachhaltig“ und „zielstrebig“ und die stets im Vertrauen auf Gottes segnende Begleitung. „Wir verlieren eine Seelsorgerin, die über die Kreuzgemeinde hinaus im Stadtteil präsent wie auch sehr beliebt war – und eine gute Freundin.“
Marlene Friedrich




