Lothar Binding besucht evangelische Sprach-Kita „Schatzkiste“ im Emmertsgrund

Lothar Binding erkundigt sich bei den Vorschulkindern, was sie in der Sprach-Kita lernen

Quelle: Karin Wilke

Heidelberg, 06.02.2018. An diesem winterlichen Dienstagvormittag machte der Heidelberger Bundestagsabgeordnete Lothar Binding sich in der Sprach-Kita „Schatzkiste“ ein Bild davon, wie das Sprachförderprogramm seiner Regierung im Alltag umgesetzt wird. Im Januar 2016 startete das neue Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesfamilienministeriums, das alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung fördern soll. Der Kindergarten auf dem Emmertsgrund ist eine von vier evangelischen Kitas in Heidelberg, die in dieses Programm aufgenommen wurden. Was der SPD Politiker bei seinem Besuch dort erlebte und erklärt bekam, schien ihn positiv zu überraschen.

„Unsere Kinder sprechen in der Regel kein Deutsch, wenn sie zu uns in den Kindergarten kommen“, erzählt Schatzkisten-Leiterin Agnes Müller. „Die Hauptsprache der 22 Kinder aus sieben Ländern ist Arabisch, viele sprechen auch Polnisch, die Eltern meist kein oder nur gebrochenes Deutsch.“ Ihr Kita-Team profitiert von der Unterstützung der ausgebildeten Logopädin Daniela Schattenmann. Im Rahmen des Sprachförderprogramms begleitet sie als zusätzliche Fachkraft mit einer halben Stelle Team und Kinder seit Projektbeginn am 1. Februar 2017.

(von re): Logopädin Daniela Schattenmann erläutert Binding das Sprachförderkonzept, das sie im Tandem mit Kitaleiterin Agnes Müller durchführt

Quelle: Karin Wilke

„Dazu gehören auch Aktionen gemeinsam mit den Eltern, in denen wir beide gleichermaßen an die deutsche Sprache heranführen“, erklärt Schattenmann. „Zum Beispiel haben wir regelmäßig ein Elterncafé, bei dem jeder Speisen aus dem eigenen Land mitbringt und im gemeinsamen Austausch Sprache und Kultur der anderen Länder kennenlernt. Die gemeinsame Sprache sollte hierbei natürlich Deutsch sein“, schmunzelt die Logopädin. Oder sie leitet die Eltern dazu an, wie sie mit ihren Kindern gemeinsam Bilderbücher anschauen können und dabei die Muttersprache fördern.

Auch der regelmäßige Besuch im Bücherbus darf nicht fehlen oder die erzählerischen „Reisen“ in die verschiedenen Herkunftsländer der Kinder. „Die Kinder entwickeln so ein Verständnis für ihren jeweiligen kulturellen Hintergrund und erlernen dabei ganz spielerisch die deutsche Sprache, die für das Leben in ihrer Heimat Deutschland die Grundlage bildet“, erläutert die Logopädin das Konzept.

Auch Birgit Bur, Leiterin der Fachberatung für den Verbund Heidelberg-Rhein-Neckar mit 14 trägerübergreifenden Kitas, ist begeistert von dem Sprachförderprogramm der Bundesregierung. „In allen vier evangelischen Kitas in Heidelberg, in denen wir dieses Programm starten durften, sind sowohl Mitarbeitende als auch Kinder und ihre Eltern begeistert von den Erfolgen“, weiß die gelernte Diplom Logopädin zu berichten. „Das ist ein Programm, bei dem wir wertvolle Unterstützung für unsere Arbeit erhalten und uns voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren können“, freut sich Frau Bur. Sie wünscht sich eine Weiterführung des Programms auch über den Förderzeitraum von vier Jahren hinaus, damit eine Kontinuität in der frühkindlichen Sprachbildung gewährleistet werden kann.

Eine Botschaft, die der interessierte SPD-Mann Binding bei seinem informativen Besuch positiv aufgenommen hat und sicherlich in seinem Handgepäck mit nach Berlin nehmen wird.

Karin Wilke