Die historische und gegenwärtige Bedeutung der Heidelberger Disputation aufzeigen möchte der akademische Festakt, zu dem die Theologische Fakultät der Universität Heidelberg für Donnerstag, 26. April, um 19.30 Uhr einlädt. Neben Grußworten von Universitätsrektor Bernhard Eitel und Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh wird Dekan Christoph Strohm die Heidelberger Disputation in ihren geschichtlichen Kontext einordnen. Der Germanist Jochen Hörisch und die Theologin Friederike Nüssel werden im Anschluss die heutige Relevanz des Ereignisses von 1518 beleuchten.
Der Festgottesdienst am 29. April (Beginn: 11.00 Uhr) bildet den offiziellen Abschluss der Heidelberger Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum. Zum Ende ihrer Tätigkeit wird die EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann eine Bilanz der Reformationsdekade ziehen und einen Ausblick auf die Zukunft der Evangelischen Kirche geben.
Die Heidelberger Disputation von 1518 war - ein Jahr nach dem Thesenanschlag Martin Luthers - sein erster und einziger Besuch auf dem Gebiet des heutigen Baden-Württembergs. Luther nahm in Heidelberg am Generalkapitel des Augustinerordens teil, in dem er als Mönch Mitglied geworden war. Im Zuge der Versammlung fand am 26. April eine Disputation statt, also ein Streitgespräch, bei dem prägnante Thesen Luthers diskutiert wurden. Darin ging es unter anderem um die Gnade Gottes und die Konzeption einer Theologie, die sich am Kreuzestod Jesu Christi ausrichtet. Durch die anwesenden Studenten wie Martin Bucer oder Johannes Brenz entfaltete die Heidelberger Disputation eine enorme Wirkung auf den Fortgang der Reformation im Südwesten Deutschlands.
KR Dr. Daniel Meier, Pressesprecher im Zentrum für Kommunikation des Evangelischen Oberkirchenrats in Karlsruhe


