Heidelberg, 26.04.2018. Vor genau 500 Jahren war der Reformator Martin Luther in Heidelberg. Luther war kein Heiliger, sondern ein Mensch mit viel Licht und viel Schatten. Wir sind protestantisch genug, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Als Evangelische Kirche distanzieren wir uns nachdrücklich von seinem Antijudaismus.
In der Grundordnung unserer Kirche heißt es:
„Die Evangelische Landeskirche in Baden will im Glauben an Jesus Christus und im Gehorsam ihm gegenüber festhalten, was sie mit der Judenheit verbindet. Sie lebt aus der Verheißung, die zuerst an Israel ergangen ist, und bezeugt Gottes bleibende Erwählung Israels. Sie beugt sich unter die Schuld der Christenheit am Leiden des jüdischen Volkes und verurteilt alle Formen der Judenfeindlichkeit.“
Zur Zeit der Nationalsozialistischen Diktatur war Hermann Maas Pfarrer der Heiliggeistkirche. Unter großem persönlichem Einsatz wurde er zum Helfer und Retter für zahllose Jüdinnen und Juden. Nach dem Krieg setze er sich für die Versöhnung zwischen Juden, Christen und Deutschen ein.
In seinem Andenken und in seiner Tradition suchen wir heute als Evangelische Kirche Wege der Versöhnung mit dem Judentum und pflegen engen Kontakt zur Heidelberger Synagoge.
Wir sind stolz auf unsere gemeinsamen jüdisch-christlichen Wurzeln.
Dr. Marlene Schwöbel-Hug
Dekanin der Evangelischen Kirche in Heidelberg
Dr. Vincenzo Petracca
Pfarrer der Altstadtgemeinde Heiliggeist-Providenz


