Quelle: Karin Wilke
„Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ steht auf dem Schild, das nun neben dem Eingang zur Elisabeth-von-Thadden-Grundschule hängt. Diese biblische Aussage (Matthäus 5, 9) bildet die Grundlage für das friedenspädagogische Profil aller Schulen der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden. Friedenspädagogisches Denken und Handeln, das sich an der biblischen Friedensbotschaft orientiert, sei in evangelischen Schulen durchgängiges Prinzip, erläutert Oberkirchenrat Schneider-Harpprecht.
Die Elisabeth-von-Thadden-Grundschule geht noch einen Schritt weiter. Sie hat das Konzept „Friedensstifter-Schule“ bei sich implementiert. Das Konzept wird bereits in Nordrhein-Westfalen in Grundschulen erfolgreich praktiziert. „Das Zertifikat stellt sicher, dass sich die Schule langfristig und immer wieder mit dem Thema Frieden beschäftigt. In der Thadden-Grundschule soll es unter anderem dauerhaft Workshops und Trainings für Kinder zu diesem Thema geben“, erläutert Landesjugendreferent Stefan Maaß von der Arbeitsstelle Frieden der badischen Landeskirche, der die Auszeichnung an die Schulleitung überreichte. Auch die Eltern, die Lernbegleiter (Lehrer und sozialpädagogische Fachkräfte) und das nicht-pädagogische Personal (Hausmeister, Köche etc.) werden in den Prozess eingebunden. So finden beispielsweise zweimal im Jahr Elternworkshops dazu statt.Als eine der Maßnahmen durchlaufen alle Klassen ein auf ihr Alter zugeschnittenes Friedensstiftertraining. Diese Trainings bauen von der ersten bis zur vierten Klasse aufeinander auf und werden in jedem Schuljahr wiederholt. Eine Steuergruppe, bestehend aus Vertretern des Lernbegleiterteams, der Eltern und der Schulleitung, stellt die regelmäßige Fortentwicklung, Reflexion und Evaluation der Maßnahmen sicher. „Ich freue mich, dass der Einsatz der Landeskirche für gerechten Frieden in der Friedenspädagogik der Evangelischen Elisabeth-von-Thadden-Grundschule ganz konkret wird“, so Oberkirchenrat Schneider-Harpprecht. Gemeinsam gestalteten die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte dort eine Kultur des gewaltfreien Zusammenlebens.
Die Kinder fänden es toll, Friedensstifter zu sein, weil sie spüren, dass es etwas Besonderes ist, wenn es gelingt, zufrieden miteinander zu leben. „Wichtig ist es nun, dass wir das Thema lebendig halten, sowohl in unseren Gedanken als auch in unserem Handeln. Mit den Kindern geschieht dies in den Sozialstunden, die an unserer Schule einmal wöchentlich fest im Stundenplan integriert sind“, erläutert Bierig-Feuerstein.
Das Schulleitungsteam sieht die Auszeichnung auch als Herausforderung: „Da unser Herz für dieses Konzept schlägt, hoffen wir, dass es uns gelingt, die Freude und den Funken, der bei allen Beteiligten übergesprungen ist, am Leben zu halten und immer wieder mit neuen Impulsen nähren zu können. So verstehen wir uns auch als Friedensgärtner, stellen uns bewusst dieser Aufgabe und hoffen, dass die Früchte – vielleicht auch erst in vielen Jahren – an verschiedenen Plätzen zu entdecken sind.“
Alexandra Weber, Zentrum für Kommunikation des EOK




