Heidelberg, 05.07.2018. Die weithin sichtbare Sanierung der ältesten lutherischen Kirche in der Heidelberger Hauptstraße erstreckt sich über zwei Bauabschnitte. Seit September 2017 ist ihr Turm eingerüstet, zunächst wurden gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt Arbeiten zur Schadenskartierung durchgeführt.
Da die Schäden an der Fassade des Turms, vor allem am achteckigen Turmkranz (Oktogon), größer waren als zunächst angenommen, konnte erst im April 2018 mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten an den Natursteinen begonnen werden. Alle hierfür benötigten Steine kommen aus dem Steinbruch Gaimühle bei Eberbach. Zeitgleich werden derzeit auch die Alte Brücke und ihr Brückentor in Heidelberg saniert, daher gab es zwischenzeitlich Lieferschwierigkeiten beim für die Region so typischen roten Sandstein.
Neben den Natursteinarbeiten werden auch die Schallläden am Glockenturm gemäß der Lärmschutzverordnung auf den neuesten technischen Stand gebracht. Hierfür wird der Winkel der Schalläden so verändert, dass das Glockengeläut zukünftig mehr über die Dächer der Altstadt hinweg schallt. Zudem werden die Läden von innen durch Bretter verschlossen, um die Glocken so zusätzlich abzudämpfen. Diese Arbeiten müssen pünktlich zum Heidelberger Herbst abgeschlossen sein, dafür wird das Gerüst am Turm abgebaut.
Ab September 2018 wird dann in einem zweiten Bauabschnitt das Langschiff saniert, auch hierfür muss ein Gerüst aufgebaut werden. Zum einen wird die Schieferdeckung des Daches komplett erneuert. Zudem müssen Balken des Dachsstuhls in Teilen ausgetauscht werden. Das Ende des zweiten Bauabschnitts ist für Ende 2019 geplant. Durchgeführt werden diese Arbeiten von der Bauabteilung der Evangelischen Kirchenverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Landauer Architekturbüro Behrens, das auf die Sanierung von Natursteinarbeiten spezialisiert ist.
Insgesamt umfassen die Sanierungskosten rund 1,3 Millionen Euro, wovon ca. 660.000 Euro auf den Turm und der Rest auf die Sanierung des Langschiffs entfallen. Förderanträge beim Landesdenkmalamt sind gestellt, die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat darüber hinaus 50.000 Euro für die Sanierungsarbeiten an den Natursteinen des Oktogons zugesagt. Die restlichen Baukosten werden im Rahmen des Sonderbauprogramms für Kirchen von der Evangelischen Landeskirche in Baden übernommen.