Das Liegenschaftsprojekt im Stadtkirchenbezirk Heidelberg

Haus der Christuskirche
Heidelberg, im August 2018. Das Liegenschaftsprojekt der Evangelischen Landeskirche in Baden greift Veränderungen auf, die alle Kirchenbezirke betreffen. Es sollen Gebäudestrategien entwickelt werden, die zum einen die inhaltliche Arbeit der Gemeinden weiter ermöglichen und die zudem finanziell tragbar sind. Die derzeit guten Kirchensteuereinnahmen werden dazu genutzt, diese notwendigen strukturellen Veränderungen herbeizuführen.

Bereits jetzt zeigt sich: Viele Gemeinden in Baden schaffen es nicht, ihren Haushalt auszugleichen, erforderliche Rücklagen zu bilden oder den laufenden Unterhalt ihrer Immobilien zu finanzieren. Der Immobilienbestand kann vielerorts nicht mehr saniert werden, weil die Eigenmittel fehlen. Zahlreiche Gemeindehäuser haben eine Belegungsauslastung von lediglich 30 Prozent. Manche müssen dringend saniert werden, weil bisher notwendige Sanierungen wegen fehlender Finanzmittel immer wieder zurück gestellt worden sind.

Gemeindehaus Emmaus
Im Stadtkirchenbezirk Heidelberg ist das Liegenschaftsprojekt der Landeskirche im Juli 2017 angelaufen. Bereits vor diesem offiziellen Start des Liegenschaftsprojekts haben mehrere Heidelberger Pfarrgemeinden Gebäudereduzierungen vorgenommen, wie die Friedensgemeinde in Handschuhsheim, die Emmausgemeinde im Pfaffengrund, die Christusgemeinde in der Weststadt oder die Lukasgemeinde auf dem Boxberg. In der Christusgemeinde, der Emmausgemeinde und in der Lukasgemeinde sind neue Gebäude entstanden, die ansprechend sind, der Gemeindearbeit Raum geben und die finanziell für den Stadtkirchenbezirk tragbar sind. In der Friedensgemeinde wurden die Gemeinderäume in der Tischbeinstraße aufgeben und das gemeindliche Leben gewinnbringend um die renovierte Friedenskirche so konzentriert, dass dort ein viel frequentierter Ort gemeindlichen Lebens entstanden ist.

Ziel des Liegenschaftsprojektes ist es, eine Gebäudestrategie zu entwickeln, die die kirchliche Arbeit weiter ermöglicht, fördert und nachhaltig finanzierbar macht. Hierfür müssen die Heidelberger Pfarrgemeinden ihren Gebäudebestand im Bereich der Gemeindehäuser um bis zu 40 Prozent reduzieren oder zwecks gemeinsamer Nutzung vorhandener Gebäude neue Partner gewinnen. Kirchen sollen, so eine Zielsetzung im Liegenschaftsprojekt, größtenteils erhalten bleiben, da sie in einer säkularisierten Welt Zeichencharakter haben.

Gemeindehaus und Sakralraum Lukas
In einem ersten Schritt wurden die Gebäude der Heidelberger Pfarrgemeinden in Augenschein genommen und baufachlich untersucht. Im Anschluss daran wurden die erhobenen Daten von pro ki ba GmbH analysiert und um Strukturdaten ergänzt, die für eine strategische Planung auf kirchenbezirklicher Ebene von Bedeutung sind. Dazu gehört unter anderem auch die Belegungserhebung in den Gemeindehäusern als „Blitzlicht“ bzw. Momentaufnahme.

 Im Juli 2018 wurden die erhobenen Gebäudedaten dem Stadtkirchenrat Heidelberg übergeben. Zudem erhielt jede Pfarrgemeinde die für sie relevanten Daten separat mit dem Auftrag, diese auf ihre Korrektheit hin zu überprüfen. Auf der Stadtsynode am 27. September werden diese Daten dann öffentlich erläutert durch den Projektleiter des Liegenschaftsprojektes, Herrn Kirchenrat Andreas Maier, denn die Transparenz zu den erhobenen Gebäudedaten muss gewährleistet sein.

Auf Basis dieser Daten hat die Evangelische Kirche in Heidelberg bis April 2019 Zeit, einen Gebäudemasterplan für den Stadtkirchenbezirk zu erarbeiten. Damit wird eine strategische Planung für alle kirchlichen Gebäude erstellt, die künftig für die kirchliche Gemeindearbeit nötig sind, auf lange Sicht hin erhalten werden können und zudem von der Landeskirche mitfinanziert werden.