Heidelberg, 14.03.2019. Die ehemalige Klasse 10 c des Jahrgangs 2017/2018 des Elisabeth-von-Thadden-Gymnasiums erhielt in Leipzig einen Schulgottesdienstpreis. Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Gottesdienstes in der Peterskirche, gehalten vom Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strom, zum 25jährigen Jubiläum der evangelischen Schulstiftung am 14. März 2019 in Leipzig statt. Fast 80 Schulen nahmen an dem Wettbewerb teil. Dabei belegte die Klasse 10 c, vertreten durch die Schülerinnen Miriam Dommermuth und Anja Schmitt, mit ihrer Andacht den 3. Platz, der mit 2.000 Euro Preisgeld dotiert war.
Die Klasse 10 c bewarb sich mit Ihrer Andacht „Narben des Lebens“ beim von der Karl Bernhard Ritter Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes zusammen mit der Evangelischen Schulstiftung in der EKD ausgeschriebenen Wettbewerb „Schulgottesdienste feiern“ unter dem Motto „Habe keine Angst vor Narben, sie zeigen nur, dass du stärker bist als das, was dich verletzen wollte“.
Narben erzählen Geschichten, traurige Geschichten mit Happy End: Sie sind Zeuge unseres Lebens, sie erinnern uns daran, was uns in der Vergangenheit zugestoßen ist, im Guten wie im Schlechten. Jede Narbe ist einzigartig und die Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit. Dabei gibt es nicht nur körperliche, sichtbare Narben, sondern auch seelische Narben, die man nicht auf den ersten Blick sehen kann. Sie prägen den Charakter, zeugen von Stärke beim Überwinden einer schwierigen Zeit.
Narben begleiten einen ein Leben lang. Man wird immer mit seiner Vergangenheit konfrontiert, wenn man sie sieht oder an sie denkt. Eine Vergangenheit, mit der man leben muss.
Um mit seiner Vergangenheit abschließen zu können, muss man lernen, mit seinen Narben umzugehen, lernen, diese Narbe zu akzeptieren. Man muss sich jedoch auch Gedanken über den Umgang mit Narben machen. Wie reagiert man z.B. auf jemanden mit körperlichen Narben? Starrt man ihn an oder nicht? Behandelt man ihn anders oder nicht? Wie gehen andere mit meinen Narben um? Dies alles floss in die Andacht mit ein und regte zum Nachdenken an.
Frau Kathrin Oxen, Mitglied der Jury und Pfarrerin an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, betonte bei ihrer Würdigung: „Wir haben uns als Jury bewusst für die Auszeichnung der Andacht entschieden, auch, um die große Rolle zu würdigen, die die Andachten im Schulleben spielen [...]. Uns hat besonders gefallen, dass die gesamte Andacht von Schülerinnen und Schülern der 10 c vorbereitet und durchgeführt wurde, einschließlich der Predigt. [...] die Andacht hat uns auch durch ihre ästhetische und dramaturgische Qualität überrascht. Ein Filmclip und ein Poetryslam waren [ebenfalls] Teil dieser Andacht. [...] Und wir haben auch einen Eindruck bekommen können, wie die Andacht auf diejenigen gewirkt hat, die dabei gewesen sind und sie mitgefeiert haben.“
Jede Narbe erzählt ihre eigene Geschichte und wir alle leben mit diesen Geschichten und den Narben und, wie Frau Pfarrerin Oxen weiter ausführte, mit Gottes Hilfe könne man ein Leid überwinden und daraus gestärkt hervorgehen. Das Ziel war, eine Andacht zu kreieren, die jeden erreicht und persönlich berührt, was voll und ganz gelungen ist und mit der Auszeichnung des 3. Platzes von der Jury auch bestätigt wurde. Übrigens: die Klasse wird das Preisgeld für Notleidende spenden.
Text: Miriam Dommermuth und Anja Schmitt, ehemalige Klasse 10 c


