Die Kunst des Brotbackens – die neue Christus-Luther-Markusgemeinde zeigt, wie es geht

Heidelberg, 31.03.2019. Mehl, Salz und Wasser – das weiß jedes Kind – sind die Zutaten für ein gutes Brot. Beim Vereinigungsgottesdienst der Christus-Luther-Markusgemeinde am 31. März in der Christuskirche verkneteten Pfadfinder diese drei Zutaten zu einem Teig und veranschaulichten so das Zusammenwachsen zu einer Gemeinde. Dieser Teig braucht jedoch noch eine Portion Hefe und die nötigen Ruhe, um zu etwas Neuem heranzureifen und aufzugehen. Dass dieses Neue gut wird und viele Chancen mit sich bringt, darüber waren sich die Pfarrer Maximilian Heßlein, Christiane Bindseil und Sigrid Zweygart-Pérez in ihrer anschaulichen Predigt zum Zusammenschluss der drei Gemeinden einig.

Diese Hoffnung spiegelte sich – trotz Abschiedsschmerz – auch in den Gesichtern der rund 400 Gottesdienstbesucher wider. Natürlich tut es weh, Vertrautes loszulassen, sich von gewohnten Räumen und Strukturen zu trennen. Mut machen dabei jedoch die vielen Chancen und Möglichkeiten, die sich der nunmehr größten Gemeinde in der Mitte Heidelbergs bieten. „Wir können ganz neue Wege von Gemeindearbeit gehen, kreative Gottesdienstformen werden das geistliche Leben bereichern und traditionell geprägte Formen weiterhin bestehen“, freut sich Pfarrerin Christiane Bindseil auf die neuen Aufgaben.

„Gelingen wird uns dieser Prozess aber nur auf dem Boden der Dinge, die die Gemeinde jetzt schon gut kann“, gibt Pfarrer Max Heßlein zu bedenken. „Es gilt beim Gehen neuer Schritte und Wege auch das Bestehende zu pflegen und zu entwickeln und in allem auf das Wirken des Geistes zu vertrauen. So legen wir unsere neue Gemeinde heute in Gottes Hand. Dabei leitet uns das Vertrauen, dass Gott unsere neuen Wege zeigt und führt.“ Für den Gemeindepfarrer, der das bestehende Gottesdienstangebot für die CLM Gemeinde mit ihren 7500 Gemeindegliedern weiterführen wird, steht die Vereinigung unter dem Leitwort: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ (Apg 2,42)

Synodenvorsitzende Sandra Grande und Dekanstellvertreter Gunnar Garleff machten in ihren Ansprachen ebenfalls Mut und wünschten Gottes Segen für den großen Schritt aufeinander zu und für das nun anstehende Zusammenwachsen. Zum musikalischen Gelingen des stimmungsvollen Festgottesdienstes trugen die Organisten Gerhard Luchterhandt und Joachim Vette gemeinsam mit dem Kirchenchor und den vereinigten Posaunenchören der Gemeinden bei. Auch die Pfadfinder der Markusgemeinde boten ein Ständchen dar, und spätestens beim gemeinsamen Abendmahl im Kreis durch den gesamten Kirchenraum offenbarte sich die Kraft einer großen Gemeinschaft, die eng beieinander steht.

Im Anschluss an den Gottesdienst feierte die neue Gemeinde ein buntes Fest, auf dem es neben kulinarischen Köstlichkeiten auch Ohrenschmaus vom Kammerorchester der Christuskirche unter Leitung von Olga Becker-Tkacz zu hören gab. Gemeinsam mit dem Organisten Gerhard Luchterhandt spielten sie Bachs wunderbares Orgelkonzert in d-moll. Auch Hans-Albrecht Seyfarth, Organist an der Lutherkirche, ließ Werke von Heinrich Kaminski und Franz Schmidt auf der Walcker-Orgel erklingen.

Bei Sekt, appetitlichen Häppchen und Linsensuppe entspann sich in und vor der Kirche manch angeregtes Gespräch – auch erste Bande unter den frisch vereinten Gemeindegliedern wurden geknüpft. Möge sich diese heitere Stimmung an dem herrlichen Frühlingstag wie ein roter Faden durch das weitere Zusammenwachsen und Gedeihen der neuen Gemeinde hindurchziehen!