Erschütterung über Missbrauch

Karlsruhe / Staufen, 07.05.2019.
Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat sich erschüttert über die Nachricht von mutmaßlichem sexuellem Missbrauch durch einen evangelischen Pfadfinderbetreuer in Staufen gezeigt. Er äußerte tiefes Mitgefühl mit den Betroffenen und hofft, dass die Fälle möglichst schnell aufgeklärt werden. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am heutigen Dienstag (7.5.) in Freiburg über den Stand des Ermittlungsverfahrens berichtet.
 
Der heute 41-Jährige war von 2010 bis 2013 als Betreuer einer Pfadfindergruppe beschäftigt. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft und wird beschuldigt, zwischen 2009 und 2019 vier Jungen missbraucht zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten über die Verhaftung aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht berichtet. Den Kontakt zu zwei der Geschädigten soll der Beschuldigte über seine frühere Tätigkeit als Pfadfinderbetreuer hergestellt haben.
 
Der Angeklagte war 2003 schon einmal des Missbrauches beschuldigt worden. Das Gericht konnte sich aber nicht von der Schuld des Angeklagten überzeugen, aus Mangel an Beweisen wurde er in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Die Landeskirche wird jetzt die Umstände überprüfen, wie es seinerzeit zur Anstellung durch den der Kirchengemeinde Staufen nahestehenden Timotheus-Verein kam.
 
Betroffene können sich an die Beratungsstelle "Wendepunkt" in Freiburg (https://www.wendepunkt-freiburg.de) oder an das Vertrauenstelefon der badischen Landeskirche wenden. Dort steht der erfahrene Psychotherapeut Peter Linzer unter 08005891629 (peter.linzer@ekiba.de) zum Gespräch zu Verfügung. Er untersteht der strikten Schweigepflicht und klärt mit den Betroffenen, welche weiteren Schritte eingeleitet werden können. Weitere Infos unter https://www.ekiba.de/html/content/sexueller_missbrauch_vertrauenstelefon.html

Dr. Daniel Meier, Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe