Von Werner Popanda, RNZ
Heidelberg, 28.05.2019. Jede Wette, das freundliche und offene Lächeln von Tanja Dittmar, die seit dem 13. Mai neue Pfarrerin der Rohrbacher Melanchthongemeinde ist, wird bei den „Bachewwern“ mit Sicherheit gut ankommen. Sie selbst ist auch von den Rohrbachern begeistert. In der Tat sei sie „sehr freundlich und offen“ willkommen geheißen worden. Und zwar von einer ihren ersten Eindrücken nach enorm engagierten Gemeinde. Einer Gemeinde, die sich so wie diverse andere evangelische Kirchengemeinden hierzulande in einem durchaus heftigen Umbruch befindet.
So wurde im Nachbarstadtteil Kirch heim aus der Blumhardt- und der Wicherngemeinde die neue Bonhoeffergemeinde. Und in Rohrbach aus der Melanchthongemeinde und der Kirchengemeinde Rohrbach-West auch eine neue Gemeinde, die auf den bewährten Namen Melanchthongemeinde getauft wurde. Mit dieser Fusion einhergeht, dass das Gemeindezentrum-West im Zuge der Umsetzung des neuen Gebäudekonzepts der Evangelischen Kirche bis zum Jahresende aufgegeben werden muss.
Tanja Dittmar, 40 Jahre alt und in Hessen geboren, ist gerade einmal gut zwei Wochen in ihrem Amt. Doch bringt sie für jene evangelischen Christen, die mit viel Herzblut und Riesenengagement dazu beigetragen hatten, dass am 5. Mai 1966 das Gemeindezentrum in der Heinrich-Fuchs-Straße eingeweiht werden konnte, Verständnis in Hülle und Fülle auf. Damit seien nämlich „Lebensgeschichten verbunden“, ist sie sich des schmerzhaften Abschieds so manches Gemeindemitglieds von diesem Gebäude bewusst. Und betont unter der Hervorhebung der Devise „Ermutigung“ zugleich, dass es gerade jetzt gelte, „noch mehr zusammenzudenken und nach guten Lösungen zu suchen für die Inhalte und die Menschen“.
Ihrer bisherigen Vita ist zu entnehmen, dass sie gemeinsam mit Pfarrerin Sibylle Baur-Kolster die richtige Pfarrerin im Gruppenpfarramt der richtigen Gemeinde sein dürfte. Nach dem Lehrvikariat in Rastatt kam sie als Pfarrvikarin nach Bruchsal, wo sie 2009 die Pfarrstelle übernahm. Zusätzlich zu einer systemisch-therapeutischen Ausbildung, der sie sich berufsbegleitend in Heidelberg widmet, lag ihr bisheriges Augenmerk nach ihrem eigenen Bekunden „neben den regulären Aufgaben des Pfarrdienstes auf der Einzelseelsorge, der Erwachsenenbildung und den Gottesdiensten“.
Hierzu zählt für die zweifache Mutter, deren Steckenpferd die Musik und speziell die Gospelmusik ist, auch ein möglichst enger Kontakt zu den Rohrbacher Vereinen. Auf diese Weise könnten nämlich gemeinsame Potenziale genutzt und gemeinsame Projekte entwickelt werden. Gleiches scheint aber auch auf die künftige Kooperation mit Sibylle Baur-Kolster und dem gesamten Gemeindeteam zuzutreffen. „Ost und West“, so ihr Credo, „wird es nicht mehr geben.“ Vielmehr werde alles so aufgeteilt, dass „wir im Prinzip alles im Wechsel machen“, inklusive der Gottesdienste, der Gruppenarbeit und auch der Kasualien wie Taufen und Bestattungen.



