„Sei anderen Menschen eine Brücke“ – Aktion „Heidelberger Brücken-Tee“ lädt zu interkulturellen Begegnungen auf der Theodor-Heuss-Brücke ein

(von li) Schülerin Johanna Bassmann, Initiatorin Susanne Ziegler, Bahija Lakhili von Teilseiend, Schuldekanin Beate Großklaus, Schülerin Johanna Jünger und KfG Lehrerin Sandra Dirks engagieren sich für den Brücken-Tee
Heidelberg, 24.07.2019.
Heiß ist es heute auf der Theodor-Heuss-Brücke, Heidelbergs wichtigster Verbindung zwischen Neuenheim und der Innenstadt. Da kommt ein Gläschen Tee – je nach Wunsch heiß oder kalt serviert von freundlichen, weltoffenen Damen – gerade recht. „Die Idee hierzu haben wir uns von den Nil-Brücken Kairos abgeschaut“, erläutert Initiatorin Susanne Ziegler von der Heidelberg School of Education. Die Teekultur im arabischen, persischen und türkischen Kulturraum mache Gastfreundschaft erlebbar. „Wir wollen Passanten dazu einladen, einmal mitten im geschäftigen Treiben innezuhalten und bei einem erfrischenden Glas Tee mit uns ins Gespräch zu kommen“, so die Pädagogin.
 
Für ihr Projekt „Brücken-Tee“ hat Susanne Ziegler in Kooperation mit Neckarorte e.V. zahlreiche Partner gewonnen wie das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg, Studierendengruppen, die Initiative Heidelberger Muslime, die Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. und das “Café Talk”. Ziel der Aktion war es, auf den Balkonen der Neckarbrücke zwanglose Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen zu ermöglichen. Sich beim gemeinsamen Tee anderen kulturellen und religiösen Prägungen zu öffnen und die Stadtkultur in all ihrer Vielfalt zu erleben. „Viele Besucher haben sich gewünscht, dass wir den Brücken-Tee dauerhaft hier anbieten“, berichtet Bahija Lakhili von der Initiative „Teilseiend“ von ihren anregenden Gesprächen mit Passanten.

Schuldekanin Beate Großklaus lobt das interkulturelle Engagement
„Neugierig habe ich mich eben in das Plakat ‚Woher kommst du? – Wohin gehst du?‘ eingetragen“, strahlt Schuldekanin Beate Großklaus. „Mich freut es, wenn wir als Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen mitten auf der Brücke Raum für Begegnungen schaffen. Wir engagieren uns gemeinsam für unsere Stadt und schätzen dabei das Motto der Heidelberger Künstlerin Barbara: Hass ist krass. Liebe ist krasser.“

Im Rahmen ihrer Projekttage bieten KfG SchülerInnen ein buntes Programm zum Abschluss der Aktion
Vom 17. bis 24. Juli boten die Initiatoren und Partner des Brücken-Tees ein buntes Programm auf der Theodor-Heuss-Brücke:  Orientalische Musik, ein Türkischkurs für Anfänger, Origami-Falten, live Musik der Schülerbläsergruppe "Brass" sowie einen Auftritt der Theatergruppe des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums – und natürlich jede Menge Tee mit interessanten Begegnungen. Als besonderen Leckerbissen gab es einen kostenfreien Workshop für Lehrer*innen und Lehramt Studierende mit Interesse am interreligiösen Lernen in den Räumen der Heidelberg School of Education, der sich mit den drei Buchreligionen Christentum, Judentum und Islam befasste.

„Für unsere Schüler und Schülerinnen war die Aktion eine tolle Gelegenheit, sich im Rahmen ihrer Projekttage für ein kulturelles Miteinander in unserer Stadt einzubringen“, schwärmt KfG Lehrerin Sandra Dirks. Mit Hilfe ihres auf dem Gehweg plakatierten Mottos „Sei anderen Menschen eine Brücke“ kamen die offenen Jugendlichen schnell ins Gespräch mit interessierten Passanten. 
 
Das machen Passanten auf der Brücke, wenn sie keinen Tee trinken
„Wir finden die Aktion eine super Botschaft in einer Zeit, in der keiner weiß, wo es hingeht“, kommentiert Familie Heeren aus Neuenheim den Brücken-Tee begeistert. „Hier bekommt man ein Gefühl von Menschlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung vermittelt, das gibt uns Sicherheit!“ Mit Sicherheit war das nicht der letzte Brücken-Tee, der von engagierten, weltoffenen Menschen auf Heidelberger Brücken serviert wurde.