Heidelberg, 19.07.2019. Wenn König Stefan der 1. und Maximiliano der 112. auf der Bühne um die Gunst von Prinzessin Nicole mit ihrem Hasenhofstaat kämpfen, denkt man zunächst einmal nicht an Vorschulkinder. Aber genau diese haben das Theaterstück selbst erfunden und mit Hilfe ihrer Erzieherinnen zu ihrer Verabschiedung aus dem Fröbel-Findergarten in der evangelischen Christuskirche in Szene gesetzt. Zum Glück ging die Sache nach einigem Schwertgeklapper und Kettengerassel gruseliger Gespenster doch noch gut aus: Die beiden Könige teilen sich fortan Prinzessin samt Gefolge und alle aßen friedlich miteinander Kekse und Bonbons.
„In unserem Kindergarten ist es Tradition, dass wir unsere Vorschulkinder in einem Abschiedsgottesdienst segnen und in die nun beginnende Schulzeit entlassen“, erzählt Helena Boldt, Leiterin des evangelischen Fröbel-Kindergartens in der Weststadt. „Dabei nehmen wir die Kinder am Ende des Gottesdienstes in ein Tuch und werfen sie im wahrsten Sinne des Wortes hinaus in ihren neuen Lebensabschnitt.“ Und für diese ist der „Rausschmiss“ zwischen den Kirchenbänken natürlich ein Riesenspaß, ihre Vorfreude auf die bevorstehende Schulzeit ist offensichtlich.„In der Schule mache ich keinen Unfug, weil ich da was lernen will“, beteuert der 6jährige Mino. Ganz klar sieht er die Vorteile seiner baldigen Einschulung: „Wenn ich dann in der Schule bin, kann ich abends meiner Schwester vorlesen.“ Ähnlich sehen das auch die anderen 10 Vorschulkinder, die voller Stolz und mit Kronen auf den Häuptern ihrer Schulzeit entgegenfiebern. Manch einem Elternteil kullert bei so viel Elan im Hinblick auf den „Ernst des Lebens“ die eine oder andere Träne aus dem Augenwinkel. Insgesamt überwiegt jedoch die Dankbarkeit für eine wunderschöne, unbeschwerte Kindergartenzeit, aus der heraus die Kinder gestärkt und mit Gottes Segen ihren weiteren Lebensweg beschreiten können.



