„Wo Kirche draufsteht, soll auch Kirche drin sein“ – Feierliche Einführung des Heidelberger Dekans Christof Ellsiepen durch den Landesbischof

Dekan Ellsiepen (li) freut sich mit Landesbischof Cornelius-Bundschuh über seine Amtseinführung
Heidelberg, 27.10.2019.
„Wie wollen wir als Kirche miteinander unterwegs sein?“, wendet sich Pfarrer Christof Ellsiepen in seiner Predigt anlässlich seiner heutigen Einführung als evangelischer Dekan an die versammelte Festgemeinde in der Heidelberger Heiliggeistkirche. „Was bedeutet es, gemeinsam Kirche zu sein und zu werden – hier in Heidelberg und an all den Orten, wo uns Gott hinschickt und in die Begegnung ruft?“, fragt er weiter. „Wir wollen als Kirche eigenständig sein und mitten in der Gesellschaft. Auf das Gemeinwesen bezogen unseren Glauben leben. Worauf es ankommt, ist nicht die Zahl der Menschen oder die äußere Teilnahme. In der Kirche kommt es auf das innere Erleben an“, antwortet er wenig später.„Wo Kirche draufsteht, soll auch Kirche drin sein."

Dekan Ellsiepen predigt - auch ohne Licht - von der Kanzel
Sichtlich bewegt lauschen rund die 400 Gottesdienstbesucher der ansprechenden Predigt des neuen Dekans der Evangelischen Kirche in Heidelberg. Darunter Vertreter der christlichen Kirchen in Heidelberg, der Stadt, der Politik, der Universität und anderer Religionsgemeinschaften wie die Jüdische Kultusgemeinde und die Muslimische Akademie Heidelberg. Aber auch von weither angereiste Freunde aus der ehemaligen Kirchengemeinde Konstanz-Litzelstetten und die Familie feiern gemeinsam mit dem frisch eingeführten „Oberhirten“ von 15 Pfarrgemeinden, Klinikseelsorgern, 18 evangelischen Kindertagesstätten und weiterer kirchlicher Dienste in Heidelberg die Amtseinführung.

Einsegnung durch den Landesbischof im Kreis der Ältesten
„Ich freue mich sehr, dass Herr Dr. Ellsiepen Dekan in Heidelberg ist“, betont Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh in seiner Ansprache zur von ihm vollzogenen Einführung. „Mit seiner klaren, freundlichen und verbindlichen Art wird er die Menschen, die sich in den Gemeinden und den vielen kirchlichen und diakonischen Einrichtungen haupt- oder ehrenamtlich engagieren, stärken und miteinander ins Gespräch bringen. Ich bin sicher, er wird das gute ökumenische Miteinander weiterentwickeln und sich engagiert in die Stadtgesellschaft einbringen“, so das Oberhaupt der Evangelischen Landeskirche in Baden weiter.

Musikalische Grußworte übermitteln Franklin und Stéfanie Akoa Mva mit dem Gospel "Total Praise"
Darüber einig sind sich auch die neun Grußredner, die allesamt ihre Freude über eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Dekan zum Ausdruck bringen. Vieles davon ist bereits in den vergangenen Jahren gewachsen und soll nun fortgeführt werden, anderes neu entstehen. „In Heidelberg kann man weniger arbeiten, aber es gelingt mehr“, ermutigt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer den Dekan mit den Worten des Heidelberger Philosophen Hans-Georg Gadamer bei seinen anstehenden Aufgaben an neuer Wirkungsstätte. Bürgermeister Wolfgang Erichson wünscht sich eine Fortsetzung der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche in Bereichen wie dem Interkulturellen Dialog und den Kindertagesstätten. Der Dekan der Theologischen Fakultät Prof. Dr. Matthias Konrad betont humorvoll, dass die Kirche vor der großen Herausforderung stehe, die christliche Theologie in der wissenschaftlichen Reflektion als eine Art „Breitband-Anti-Idiotikum“ einzusetzen.

Petrus geht an den ev. Dekan, Alexander Czech behält den Paulus
Der scheidende Dekan der Katholischen Stadtkirche Dr. Joachim Dauer überbringt seine Glückwünsche gemeinsam mit seinem desgnierten Nachfolger Alexander Czech. In Anlehnung an einen Brauch aus der Antike überreicht Czech seinem zukünftigen evangelischen Kollegen die Hälfte einer zerrissenen „Tontafel“ mit den Aposteln Paulus und Petrus als symbolisches Zeichen: „Ich stehe zu dir“. Was für einen „besonderen Kristallisationskern“ die Gemeinde Konstanz-Litzelstetten mit ihrem ehemaligen Pfarrer – nicht ohne Wehmut – nach Heidelberg entlassen hat, betont Christine Wengert als Vorsitzende der Kirchengemeinde in ihrer Ansprache. Der Korb mit frisch gepflückten Kiwis aus dem alten Pfarrgarten lässt neben ihren bewegenden Worten ahnen, was für ein kleines Paradies Familie Ellsiepen gegen das Heidelberger Stadtleben mit all seinen Herausforderungen nun eingetauscht hat.

Die Festgemeinde feiert die Einführung
Und so fügt sich der Reigen an Grußworten zu einem berührenden Bild an Glück- und Segenswünschen für Christof Ellsiepen und seine bereits am 1. September begonnene Amtszeit an seinem neuen Wirkungsort Heidelberg zusammen. Für die ihm Dr. Sandra Grande als Vorsitzende der Stadtsynode die uneingeschränkte Unterstützung des Dekanatsteams, der Kirchenverwaltung, der Synode und des Stadtkirchenrates zusagt. Derart gestärkt feiert Dekan Ellsiepen anschließend bei Sekt und Häppchen gemeinsam mit den Gästen seinen Einstand in die Heidelberger Stadtgesellschaft.
 
Lesen Sie hier die Predigt des Dekans und die Ansprache des Landesbischofs:
Die Anwesenden lauschen der Predigt
von li: Landesbischof J. Cornelius-Bundschuh, Synodenvorsitzende S. Grande, Dekan Chr. Ellsiepen und Schuldekanin B. Großklaus
Musikalische Gestaltung durch den Bezirksposaunenchor unter Leitung von Monika Bießecker-Ernst
Das Helferinnenteam sorgt für das leibliche Wohl, von li: H. Schuh, A. Herzog, N. Hunisch, P. Niroomand