Heidelberg, 07.11.2019. Seit einigen Wochen erhalten Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Baden regelmäßig Post, so auch im Kirchenbezirk Heidelberg. Mit altersgerecht zugeschnittenen Botschaften sollen sie aufmerksam gemacht werden auf die am 1. Dezember anstehenden Kirchenwahlen, bei denen die Pfarrgemeinden alle sechs Jahre ihre Gemeindeleitungen, die sogenannten Ältestenkreise, neu wählen. Für manche stellt sich dabei die Frage: Warum sollte ich wählen? Was wähle ich? Wen wähle ich? Warum wird in der Kirche überhaupt gewählt?
„Unsere badische Landeskirche baut sich von ihren Gemeinden her auf. Das steht in unserer Kirchenverfassung und so entspricht es auch unserem Selbstverständnis als einer Kirche, die vom Einzelnen zum Ganzen hin denkt“, erläutert der Heidelberger Dekan Dr. Christof Ellsiepen das Prinzip der Kirchenwahlen. Die Gemeindeleitung werde durch die Mitglieder einer Gemeinde in sogenannter Urwahl selbst bestimmt. „Die so gewählten Ältestenkreise wählen dann die Delegierten der Stadtsynode und diese wählen wiederum aus ihrer Mitte Delegierte für den Stadtkirchenrat und auch diejenigen für die Landessynode. Mitbestimmung auf allen Ebenen ist also Grundprinzip unserer evangelischen Kirchenstruktur“, so Ellsiepen weiter. Die Evangelische Kirche in Heidelberg zählt derzeit rund 40.000 Mitglieder, davon sind 30.000 wahlberechtigt. Wählen darf jedes Kirchenmitglied ab 14 Jahren, rund 25 Prozent sind demnach 13 Jahre alt oder jünger. Damit kann sich der Kirchenbezirk über eine ausgesprochen junge Gemeinde freuen, was nicht zuletzt auch der „Universitätsstadt“ mit einem Durchschnittsalter von knapp unter 40 Jahren geschuldet ist. In zwölf Heidelberger Pfarrgemeinden und zwei Personalgemeinden werden je nach Mitgliederzahl zwischen 7 und 18 Älteste gewählt, zur Wahl aufstellen lassen darf sich jedes Gemeindeglied ab 16 Jahren. Der mit 16 Jahren jüngste Kandidat stammt aus der Rohrbacher Melanchthongemeinde, die älteste Kandidatin ist 79 Jahre alt und stellt sich in der Lukasgemeinde auf dem Boxberg zur Wahl. „Erfreulicherweise kandidieren auch zu dieser Kirchenwahl wieder so viele Menschen, die sich vorstellen können und bereit sind, im Ehrenamt Verantwortung für die Leitung einer Gemeinde zu übernehmen“, lobt Dekan Ellsiepen das Engagement der Gemeindeglieder und fordert zur aktiven Beteiligung an der Kirchenwahl auf. „Geben Sie ihnen Ihre Stimme und bestimmen so mit, stärken Sie den Gewählten den Rücken für diese verantwortungsvolle Aufgabe! An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die sich zur Wahl stellen und damit zeigen, dass ihnen die zukünftige Mitgestaltung der Evangelischen Kirche in Heidelberg am Herzen liegt.“ Die ehrenamtlichen, gar nicht so alten „Ältesten“ – diese Bezeichnung ist historisch gewachsen, seit jeher wird Alter mit Weisheit und Kompetenz gleichgesetzt – übernehmen wichtige Aufgaben in ihrer Gemeinde. Sie erarbeiten Ziele und Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit und entscheiden mit, wer in der Kirchengemeinde hauptamtlich tätig ist. Sie wählen den Pfarrer oder die Pfarrerin und wachen über die Finanzen ihrer Kirchengemeinde. Gottesdienst und Kirchenmusik, Kindergarten und Diakoniestation, Kinder- und Jugendarbeit, Angebote für Senioren und Bildungsarbeit sowie vieles andere mehr sind Themen in der Gemeinde, die von ihnen bearbeitet werden.Spätestens bis zum 16. November erhalten alle Gemeindeglieder ihre persönlichen Briefwahlunterlagen, die sie in den jeweiligen Pfarrbüros abgeben, per Post dorthin senden oder in die aufgestellten Wahlurnen einwerfen können. Offizieller Stichtag für die Kirchenwahl ist der erste Advent am 1. Dezember, bis dahin spätestens sollten die Wahlunterlagen bei der Gemeinde eingegangen sein. Mit den Worten aus dem 1. Petrusbrief 4,10 wünscht Dekan Ellsiepen seinem Kirchenbezirk eine gelungene Kirchenwahl: „Dient einander – jede und jeder mit der Gabe, die er erhalten hat. So erweist ihr euch als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.“
Weitere Infos zu den Kirchenwahlen finden Sie hier







