Einweihung der neugestalteten Klinikkapelle im Krankenhaus Salem: Stationenkonzept ermöglicht individuelle Zugänge zu Kirche, Glaube und Gott

Eine weiße Rose zum Dank für alle am Umbau der Klinikkapelle Beteiligten
Heidelberg, 16.12.2019. Ein heller, lichtdurchfluteter Raum erwartet die Gäste bei der Einweihungsfeier der umgestalteten Klinikkapelle im Krankenaus Salem. Elemente aus naturbelassenem Eichenholz verleihen dem in weiß gehaltenen Raum, in dem nur Kreuz und Orgel noch an die ursprüngliche Gestaltung erinnern, eine warme und ansprechende Atmosphäre. Statt der gewohnten Stuhlreihen laden an sieben Stationen schlichte Sitzhocker zum Verweilen ein, bieten Inseln der Ruhe und Einkehr.

Sieben Stationen laden zum Gestalten und Verweilen ein

 

„Die Kapelle aus den 70er Jahren war deutlich in die Jahre gekommen, auch entsprachen viele Elemente nicht mehr den Hygieneanforderungen“, begründet Matthias Schärr, Vorstand der Evangelischen Stadtmission, die dringend notwendige Renovierung und Neugestaltung der Klinikkapelle. „Außerdem können die Patienten durch Verkürzung der Liegezeiten regelmäßige Gottesdienste nicht mehr im bisherigen Umfang wahrnehmen, daher wollen wir diesen Menschen geistliche Alternativangebote anbieten, die sie auch individuell nutzen können“, so Schärr weiter.

Pfarrerin Sabine Hannak erläutert ihr Stationenkonzept
„Schon bei meiner Bewerbung im Januar 2018 für die Klinikseelsorgestelle im Krankenhaus Salem trat ich mit der Idee des Stationenkonzeptes an. Es geht auf die Individualität und Vielfältigkeit der Menschen ein, holt sie in ihrer aktuellen Lebenssituation ab und bietet ihnen an sieben Stationen unterschiedliche Zugänge zu Gottes guter Botschaft“, fasst Pfarrerin Sabine Hannak das von ihr entwickelte neue Raumkonzept zusammen. Menschen mit unterschiedlichster gesellschaftlicher, kultureller und religiöser Prägung ziehe es in die Klinikkapelle. „Viele suchen dort Trost, Zuspruch und Hoffnung. Sie wünschen sich ein Gefühl von Geborgenheit, Wertschätzung, Aufgehobensein, liebevoller Begleitung und Dankbarkeit“, weiß die Klinikseelsorgerin aus Erfahrung.

Hier kann man danken
Sieben Stationen nehmen die seelischen und spirituellen Bedürfnisse der sich im Krankenhaus bewegenden Menschen auf und werden für sie als ganz persönliche Hilfestellung erfahrbar. Dazu gehört ein Jahreszeitentisch, der zum Ankommen einlädt. An einer Gebetswand können persönliche Anliegen aufgeschrieben und „abgegeben“ werden, ein ausgelegtes Buch bietet Raum für Dankbarkeit in ganz individueller Form. Unterschiedliche Gefühle und Sinne werden angesprochen, es kann geschrieben, gemalt, gelesen, geschaut, gebetet, gedacht oder gelauscht werden. „Es gibt sogar Dinge zum Mitnehmen wie Zusprüche und Danke-Herzen. So fühlen sich mehr Menschen persönlich angesprochen und können ihre ganz eigenen Erfahrungen machen – und dies vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche“, freut sich Pfarrerin Hannak.

Gebetstation
Auch Kirchenrätin Sabine Kast-Streib, Leiterin der Abteilung Seelsorge mit Zentrum für Seelsorge der Badischen Landeskirche, ist von der Kapellenumgestaltung begeistert: „Die neu gestaltete Kapelle im Krankenhaus Salem bietet sowohl Raum für individuelle geistliche Bedürfnisse, als auch für Gottesdienste in Gemeinschaft mit anderen. Das Konzept bietet wegweisende Impulse für die Gestaltung von Klinikkapellen, die den persönlichen Anliegen von Menschen im Krankenhaus Rechnung tragen.“

Die Umsetzung der ansprechenden Gestaltung von Raum und Stationen erfolgte durch das Künstlerehepaar Lutzenberger + Lutzenberger aus Bad Wörrishofen und das Heidelberger Architektenbüro SSV. Die Kosten für die Umgestaltung wurden hälftig von der Klinikleitung und der Evangelischen Landeskirche in Baden gestemmt. Aber auch zahlreiche Spender waren maßgeblich an der Realisierung des Projekts beteiligt: Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau spendete das Holz, der Heidelberger Unternehmer Ahmed Pekkip steuerte 5000 Euro bei, auch die katholische Marienhausstiftung und Evangelische Kirche in Heidelberg engagierten sich neben vielen weiteren Unterstützern finanziell.

Dekan Christof Ellsiepen ist vom innovativen Raumkonzept angetan
„Die Klinikseelsorge gehört zu unseren ureigensten Aufträgen und liegt uns sehr am Herzen“, begründet Dekan Christof Ellsiepen die Unterstützung im Rahmen des spendenbasierten Innovationsfonds des Kirchenbezirks. „In den Kliniken begegnen wir Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, die sich oft in existenziellen Ausnahmesituationen befinden und für die wir mit unserem seelsorglichen Angebot da sein möchten. Die neugestaltete Kapelle im Salem setzt diesen seelsorglichen Ansatz auf innovative Weise um. Klinikseelsorge findet zwar im Verborgenen statt, verdient aber große Wertschätzung.“

„Die Verwirklichung der Neugestaltung unserer Kapelle ist für unser Krankenhaus von großer Bedeutung und ich möchte mich auf diesem Wege bei allen Beteiligten herzlich für das gezeigte Engagement bedanken“, unterstreicht auch Jürgen Unrath, Geschäftsführer des Krankenhauses Salem, seine Freude über die gelungene Neugestaltung der Klinikkapelle.