Die Zahl derer, die sorglos einfach den Kopf in den Sand stecken, bröckelt. Immerhin! Auf der anderen Seite nimmt die Panik zu. Auch die Stigmatisierung durch Menschen, die die Ursache allen Übels schon ausgemacht haben. Wer aus Asien kommt, ist schnell verdächtig. Wird nicht selten zur Zielscheibe rassistischer Anfeindungen. Manchmal reicht aber auch schon der Hinweis, den letzten Urlaub in Italien zugebracht zu haben. Wo ein bedrohliches Übel auftritt, muss ein Sündenbock her. Und dann sind da auch noch die Welterklärer von den Rändern der Religion, die meinen, diese Krankheit sei eine Strafe Gottes.
So heftig wir von dieser Corona-Welle getroffen werden. Es ist ein Geschehen, das unter den Bedingungen einer globalen Welt zu den nicht auszuschließenden Möglichkeiten gehört. Was das Auftreten dieses Virus angeht. Was dessen Verbreitung betrifft. Auch was die heftige Erinnerung an die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens angeht. Es ist schon gar nicht das Werk irgendeines Gottes, der nach der ersten Sintflut nun wieder eine zweite schickt.
Kein Zweifel: Der Corona-Virus und seine gravierenden Folgen fordern uns heraus. Den wissenschaftlichen Forschergeist, um einen Impfstoff zu finden. Den verantwortlichen Umgang miteinander. Auch den zeitweiligen Verzicht oder auf Änderungen im Blick auf beliebte Veranstaltungsformate. Bei Sport und Unterhaltung. Womöglich auch einmal auch bei Gottesdiensten, etwa im Blick auf die Abendmahlspraxis.
Aber wir müssen Gott deshalb nicht außen vorlassen. Zukunft hat Gott diesem Planeten und allen, die auf ihm leben, zugesagt. „Solange die Erde steht“, werden „Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ nicht aufhören. Das war Gottes großer Deal mit den Menschen, Gottes bleibende, lebensfreundliche Zusage nach der großen Flut. Aber wir Menschen müssen das unsere mitbeitragen. Müssen die Erde zu unserem Schonraum erklären. Müssen unserer Bewahrungsverantwortung gerecht werden.
Mitnichten deutet sich der Untergang der Welt an - da gibt es andere, gefährlichere Themen, Gott sei’s geklagt - sondern die Notwendigkeit der Intensivierung unserer Fürsorge für diesen Lebensraum. Weil nichts selbstverständlich ist. Leben ist ein Geschenk. Eines, das nicht selbstverständlich ist und mit dem wir sorgsam umgehen müssen. Diese Einsicht bleibt. Oder muss neu in Erinnerung gerufen werden. Auch dann, wenn die Corona-Krise überstanden ist. Dann womöglich erst recht!


