Gottesdienste sollen ab Mitte Mai wieder möglich sein

So ähnlich könnten unter Einhaltung strenger Schutzbestimmungen ab Mitte Mai wieder Gottesdienste gefeiert werden
Heidelberg, 29.04.2020.
Ab Sonntag, den 10. Mai, soll es in Baden-Württemberg wieder möglich sein, gemeinsame Gottesdienste in Kirchen, Gemeinderäumen oder im Freien zu feiern. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen den Bischöfen der katholischen Diözesen und der evangelischen Landeskirchen Baden-Württembergs und Ministerpräsident Winfried Kretschmann am vergangenen Dienstag (28.04.), dem am morgigen Donnerstag die Absprache der Länderchefs mit der Bundesregierung folgen soll. Am Wochenende will die Landesregierung ihre Beschlüsse bekannt machen.

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden Jochen Cornelius-Bundschuh zeigte sich erfreut über die sich abzeichnende Möglichkeit. „Grundlage aller unserer Überlegungen bleibt, dass wir als Kirche alles tun wollen, um Infektionen zu vermeiden“, erklärte der evangelische Landesbischof. Evangelische und katholische Kirche teilen die Überzeugung, dass es in Corona-Zeiten ein Ausdruck von Nächstenliebe ist, Abstand zu halten und Verantwortung für die eigene und die Gesundheit der Anderen zu übernehmen.

Das Erzbistum Freiburg kündigte an, Anfang der kommenden Woche entsprechende Empfehlungen an die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden auszusprechen. Wie die evangelische und katholische Kirche in Heidelberg die neuen Möglichkeiten dann konkret umsetzen werden, steht derweil noch nicht fest.

„Wir begrüßen die neue Möglichkeit, ab 10. Mai unser Angebot an gottesdienstlichen Formen vorsichtig erweitern zu können“, erläutert der evangelische Dekan Christof Ellsiepen. „Unter dem vorgegebenen Schutzkonzept kann jedoch nicht die Rede davon sein, dass wir wieder Gottesdienste wie vorher feiern“, so Ellsiepen weiter. Abstandsregeln seien einzuhalten, auf Gemeindegesang und Abendmahl müsse verzichtet werden, Gottesdienste sollen möglichst kurz sein. „Darauf müssen wir uns erst einmal einstellen und wiederum kreativ reagieren, das kann durchaus noch eine Weile dauern.“

Dass es sich dabei nicht um eine Rückkehr zum früheren Gottesdienstangebot handeln kann, betont auch der katholische Dekan Alexander Czech. „Wir warten zunächst einmal die Vorgaben aus Freiburg ab und werden im Lauf der nächsten Woche entscheiden, was wir dann in den Gemeinden der Stadtkirche ermöglichen können.

Kirchenrechtlich sind in der evangelischen Kirche die Ältestenkreise der Pfarrgemeinden verantwortlich für die Gestaltung des gottesdienstlichen Lebens. Ab dem 10.5. werden die Gemeinden schrittweise mit lokalen, aber regional untereinander abgestimmten Konzepten vielfältige gottesdienstliche Formen anbieten – analog und digital.

In der Katholischen Stadtkirche wird es auf jeden Fall weiterhin die Online-Gottesdienste am Sonntag und Mittwoch auf YouTube (www.stadtkirche-heidelberg.de/youtube) geben, auch wenn im Mai wieder erste Gottesdienste in Kirchen gefeiert werden können. Ebenso gibt es in der Evangelischen Kirche in Heidelberg neben den digitalen Angeboten aus den Gemeinden weiterhin jeden Sonntag bezirkliche Online-Gottesdienste, die auf der Homepage www.ekihd.de abrufbar sind.

„So werden wir als Kirche weiterhin auf kreative Weise unterwegs sein, um in dieser Zeit in der gemeinsamen Ausrichtung des Glaubens Trost und Halt, Ermutigung und Vergewisserung miteinander zu teilen“, erklären die beiden Dekane Christof Ellsiepen und Alexander Czech.