Heidelberg, 08.05.2020. Auch in den Pfarrgemeinden der Evangelischen Kirche in Heidelberg werden ab dem 10. Mai wieder „analoge“ Gottesdienste in Anwesenheit der Gemeinde gefeiert. „Das ist eine gute Nachricht“, freut sich Dekan Christof Ellsiepen über die Aufhebung des Gottesdienstverbotes, das am 17. März in der badischen und württembergischen Landeskirche Kraft getreten war. „Wir feiern, wir beten und wir danken Gott – und tun zugleich alles Nötige, damit alle sich in unseren Gottesdiensten gut aufgehoben fühlen und ein Infektionsrisiko soweit wie möglich vermieden wird. Gottesdienstbesuchern sollte jedoch bewusst sein, dass wir aufgrund der hygienischen Anforderungen noch weit entfernt sind von unseren gewohnten Gottesdienstfeiern aus Zeiten vor Corona“, so der Dekan weiter.
Möglich sind nun – unter den genannten Abstandsbedingungen und sich daraus ergebenden Höchstzahlen von Besuchern – auch Taufgottesdienste, Trauungen und Trauerfeiern in den Friedhofshallen. Auch für Kinder und Jugendliche wird es bald wieder Gottesdienste geben. In den jeweiligen Pfarrgemeinden sind die Ältestenkreise verantwortlich für die Erstellung eines Infektionsschutzkonzeptes und dessen Einhaltung in den Gottesdiensten, die möglichst kurz gehalten werden sollen.
Das Schutzkonzept sieht einen Mindestabstand von 2 Metern zwischen Gottesdienstbesuchern vor – je nach Raumgröße ergibt sich daraus eine Höchstzahl von Gottesdienstbesuchern. „In der Heiliggeistkirche können wir beispielsweise 70 Besucher, in der Jakobuskirche in Neuenheim immerhin 25 willkommen heißen“, erläutert Ellsiepen die Regelung. Bei Gottesdiensten im Freien liege die Höchstzahl generell bei 100 Besuchern, auch hier gelte Abstandsregel von 2 Metern. Das Tragen von Schutzmasken geschehe auf freiwilliger Basis. „Leider müssen wir auf gemeinsames Singen verzichten“, bedauert Dekan Ellsiepen, „aber innerlich klingt unser Lied zu Gott.“ Auf Abendmahlsfeiern, geselliges Beisammensein vor oder nach dem Gottesdienst und Gemeindefeste werden die Gemeinden weiterhin verzichten.
Am 10. Mai, dem Sonntag Kantate („Singt“), finden nach acht Wochen wieder erste kurze Gottesdienste in den Heidelberger Kirchen statt, so auch um 11 Uhr in der Heiliggeistkirche. „Die Mitglieder des Ältestenkreises der Altstadtgemeinde freuen sich sehr, dass sie nach langer Pause nun in der Heiliggeistkirche wieder Gottesdienste feiern dürfen“, weiß Altstadtpfarrer Mirko Diepen. Viele Menschen haben ihn in den vergangenen Tagen nach dieser Möglichkeit gefragt. Der Kurzgottesdienst wird von Musikern und Sängern mit dem gebotenen Abstand mitgestaltet, so werden auch fünf Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors Heiliggeist vom Turm der Heiliggeistkirche blasen.


