Konfirmation im Herbst oder erst nächstes Jahr?

Die Heidelberger Kirchengemeinden planen unterschiedlich – Arbeiten die Neuen mit der „KonApp“?

Zur Erinnerung an ihre im Mai geplante Konfirmation zünden Konfirmanden der Bonhoeffergemeinde eine Kerze an
Von Birgit Sommer - RNZ, Heidelberg 28.05.2020. Die Konfirmation fiel in diesem Jahr aus. Wenn jetzt die ersten Lockerungen nach der Corona-Krise kommen, überlegen die evangelischen Kirchengemeinden in Heidelberg, wie sie dieses Fest der Religionsmündigkeit der Jugendlichen nachholen könnten. Noch im Herbst, wie es die Lukasgemeinde in Emmertsgrund und Boxberg und die Bonhoeffergemeinde in Kirchheim vorhaben? Oder lieber im nächsten Frühjahr, noch ehe der neue Jahrgang zur Konfirmation schreitet? Dafür hat sich wohl die Kirchengemeinde in Schlierbach / Ziegelhausen entschieden. Lieber im nächsten Frühling ein großes Fest, falls das überhaupt funktionieren wird? Oder endlich einen Schlusspunkt setzen hinter das Konfirmandenjahr?

Sicher ist: In einem Rutsch geht das nicht mehr. Das Fest der Konfirmation wird im Corona-Jahr 2020 nicht das Gemeinschaftserlebnis sein, auf das alle ein Jahr lang hingearbeitet haben. „Wir müssen jeweils mehrere Gottesdienste feiern“, erklärt Pfarrerin Carmen Sanftleben, die Bezirksbeauftragte für die Konfirmandenarbeit. Bei ihrer Lukasgemeinde mit zehn Konfirmanden könnte sie das mit zwei Terminen an einem Wochenende schaffen. Zwar nicht im kleinen Gemeindezentrum, aber vielleicht in der katholischen Kirche St. Paul auf dem Boxberg. Noch ist sie im Gespräch mit den Familien. Noch vor den Sommerferien muss feststehen, ob die feierliche Segenshandlung statt am vergangenen 10. Mai nun tatsächlich im Oktober stattfinden soll und wie viele Familienangehörige dabei sein werden.

Anders würde es etwa in Kirchheim oder Handschuhsheim aussehen, wo rund 30 Konfirmanden jeweils mit ihren ganzen Familien feiern werden. Da muss sich der Jahrgang dann gleich auf mehrere Gottesdienste verteilen.

Für die Pfarrer stellen sich nun ganz neue Herausforderungen. „Wie kann ich den Konfirmandenjahrgang, der fast durch ist, bei der Stange halten?“, beschreibt Carmen Sanftleben die Aufgabe der Kollegen. Sie schafften es bisher mit digitalen Treffen, mit Spielen, Andachten, neuen Impulsen und Videokonferenzen oder auch mal mit einem Brief zum ursprünglich vorgesehenen Konfirmationsdatum, erklärt sie.

Ähnliche Fragen stellen sich für die Neuen, die normalerweise nach Pfingsten mit dem Konfirmandenunterricht beginnen. Da gibt es schon Ideen. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat 2018 die „KonApp“ geschaffen. Bibeltexte sind selbstverständlich dabei; ein persönliches Tagebuch, Umfragen, Videoaufnahmen und Gruppenarbeit können auf dem Mobiltelefon zusammengeführt werden. „Ein guter Weg, Jugendliche zu erreichen“, findet Sanftleben. Auch wenn die App noch ein paar Macken habe – „Spannend finde ich das schon. Jedes Medium hat seine Chance“. Schließlich gebe es Jugendliche, die im Stuhlkreis nichts sagen würden, doch anonym in der App aus sich herausgehen könnten. Aber: „Ohne persönliche Beziehung geht es nicht.“ Vielleicht erfinden die Pfarrer ein Mischmodell mit Kleingruppen, in denen man sich zumindest kennenlernen kann. Vor den Sommerferien sollen sich die Konfirmanden des Jahrgangs 2021 jedenfalls noch beschnuppern können.