Sekretärinnen- Konvent im Kirchenbezirk Heidelberg

Tagen mit Abstand gehört dazu
Am Dienstag, den 7. Juli luden die Sekretärinnen aus dem Dekanat und Schuldekanat zum jährlichen Sekretärinnen-Konvent ins Schmitthennerhaus ein. Insgesamt 12 Pfarramtssekretärinnen aus dem Kirchenbezirk wurden bei der Ankunft zur Freude aller mit einem kleinen Imbiss begrüßt – in Corona-Zeiten etwas ganz Besonderes. Dem daran anschließenden geistlichen Impuls des Dekans Christof Ellsiepen folgte eine Gesprächsrunde mit ihm, in der die Anwesenden ihre aktuellen Anliegen, Anmerkungen und Fragen vorbringen konnten.

Ein vorrangiges Thema waren hierbei die vielen Kirchenaustritte, die in den unlängst veröffentlichten Mitgliederzahlen 2019 fast um ein Drittel höher ausfielen als in den Vorjahren. Unter den Ausgetretenen sind auffällig viele junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, was besonders betroffen macht. Die wenigen Kircheneintritte, die es auch und gerade in der Corona-Zeit gab, könnten die deutliche Talfahrt der Mitgliederzahlen leider nicht auffangen. Dennoch, so waren sich die Sekretärinnen einig, wurden in den letzten Monaten sowohl die digitalen Angebote aus den Gemeinden als auch die intensiven seelsorgerlichen Kontakte per Telefon oder Brief sowie die musikalischen Aktionen im Freien sehr positiv angenommen.

Allerdings bedauerten viele Sekretärinnen, dass ihnen selbst kaum noch Zeit für persönliche Gespräche im Pfarramt bleibe. Die Deputate der Pfarramtssekretärinnen werden mit jeder Neueinstellung deutlich gekürzt. Gleichzeitig soll die gleiche oder sogar mehr Arbeit in gewohnter Qualität geleistet werden. Da bleibt oft wenig Zeit für das zugewandte Gespräch mit Trauernden und Hilfesuchenden oder die wertschätzende Begegnung mit den Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz einen unschätzbaren Dienst für die Kirche leisten. Fazit: Die wertvolle Arbeit an der Basis für und mit den Menschen werde von der Kirchenleitung durch die Sparmaßnahmen der letzten Jahre weder gefördert noch honoriert. Ob damit auch der drastische Anstieg von Kirchenaustritten zu begründen sei, blieb als offene Frage im Raum stehen.

Nach dem inhaltlichen Austausch berichtete Petra Benz aus der Finanzbuchabteilung über die neuen Kontenrahmen der Haushaltsstellen. Anschließend stellte sich die neue Fundraising-Beauftragte für den Kirchenbezirk Melanie Degueldre-Beyer der Runde vor und gab einen Überblick über die geplanten Fundraisingaktivitäten im Stadtkirchenbezirk. Dabei wurde auch das Fundraising mit und für die Gemeinden in den Blick genommen. Denn auch hier nehmen die Pfarramtssekretärinnen eine wichtige Schlüsselrolle wahr, halten sie doch den Kontakt mit den Gemeindemitgliedern und leisten die Verwaltungsarbeit rund um Bedankung und Verbuchung der Spenden.

Zuletzt wurden noch ein paar technische Fragen zur neu installierten Datenbank Godieorg geklärt. Über diese Datenbank können die einzelnen Pfarrämter alle wichtigen Informationen erfassen, die mit der Gottesdienstplanung in Verbindung stehen. Während die Sekretärinnen noch mit der einen oder anderen Schwierigkeit bei der Umsetzung kämpfen, soll dieses Programm künftig alle organisatorischen Prozesse (einschließlich der Publikation der Termine und Abrechnung der Vertretungskosten) vereinfachen helfen. Ob sich daraus wieder mehr Freiraum für die inhaltlichen Arbeitsfelder generieren lässt, wird sich zeigen …
 
Text: Parvin Niroomand und Karin Wilke