Heidelberg, 02.12.2020. In einem feierlichen Gottesdienst – der aus Platzgründen in der Rohrbacher Melanchthonkirche stattfand – verabschiedeten die beiden Klinikseelsorger Birgit Wasserbäch und Andreas Schlögel die „Gelbe Dame“ Rosemarie Methner nach 33 Jahren aus ihrem Ehrenamt in der Thoraxklinik. „Zuhören, Dasein, Aushalten, Wut abbekommen, fröhliche Gespräche, herzhaftes Lachen, Stille, Schweigen, vielleicht auch verwundert sein. All das gehört dazu, all das haben Sie als Urgestein der Ehrenamtlichen im Besuchskreis in der Thoraxklinik über die Jahrzehnte hin gelebt. Kontinuierlich, mit viel Zeit, Elan und Liebe“, wendet sich Pfarrerin Wasserbäch an die scheidende Ehrenamtliche. Im Namen der Seelsorgenden der badischen Landeskirche dankten sie und ihr Kollege Andreas Schlögel Rosemarie Methner für den jahrzehntelangen Einsatz ihrer Gaben und Kräfte für Menschen in Ausnahmesituationen.
Die 81Jährige, der man ihr Alter nicht ansieht, blickt mit Dankbarkeit und Freude auf ihr langjähriges Engagement auf Station 10 zurück: „Ich bin immer gerne zu den Patienten gegangen. Und wenn es manchmal schwer war, dann habe ich mich auf mein Fahrrad gesetzt und das Schwere weggestrampelt“, erzählt Rosemarie Methner schmunzelnd. Kraft gegeben habe ihr unter anderem ihr Glaube und die Kirchenmusik, die auch in diesem Gottesdienst nicht fehlen durfte. So erfüllte Paul Hafner an der Orgel und mit wunderbarem Gesang ihre musikalischen Wünsche zur Verabschiedung.
„Sie war sehr beliebt bei unseren Patienten und hat sich immer für unsere Station engagiert“, weiß Schwester Elisabeth Bansamir, die 44 Jahre die Station 10 in der Thoraxklinik geleitet hat. „Wir kennen uns nun 33 Jahre, in denen wir im Besuchskreis viele wunderbare Dinge auf die Beine gestellt haben.“ So haben sie gemeinsam mit den Patienten Krippenfiguren aus Ton gebastelt, die jedes Jahr in der Klinikkapelle aufgebaut werden, erzählt die mittlerweile pensionierte Krankenschwester. „Auch in diesem Jahr bauen wir die Krippe wieder zusammen auf, darauf freue ich mich schon sehr“, ergänzt Rosemarie Methner. Langweilig wird ihr auch nach Ausscheiden aus ihrem Ehrenamt sicher nicht: „Ich habe noch einiges vor: Vor allem möchte ich viel Zeit mit meinem Mann und meiner Familie verbringen!“




