Den Pfingstgeist im Rücken! Geistlicher Impuls zu Pfingsten von SRH Pfarrer Dr. Harald Pfeiffer

An Pfingsten geht der Heilige Geist auf Sendung. Damit wird seine starke Kraft in die Welt ausgestrahlt. Menschen lassen sich von ihr begeistern. Werden Feuer und Flamme. Das tut gut, das verändert.
 
Ich sehe die Menschen des ersten Pfingstfestes vor mir, wie das Feuer des Geistes über sie herabkommt wie ein brausender Wind und Jesu Jünger von den großen Taten Gottes erzählen. Und Menschen mit verschiedenen Sprachen können sie in ihrer Sprache verstehen. Für mich ist das Wunder von Pfingsten, dass Menschen sich verstehen, auch über Sprachgrenzen hinweg, dass sie Gemeinschaft üben, auch wenn sie nicht einer Meinung sind. Das wünsche ich mir für Eltern und Kinder, Mann und Frau, Nachbarn und Freunde, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Schwarz und Weiß, Ost und West.
 
Der Geist Gottes kommt in Gestalt der verständlichen Sprache. So möchte ich Pfingsten das Verständigungsfest nennen. Da wird mir Gottes Geist hörbar und erfahrbar.
Sehen kann ich den Heiligen Geist zwar nicht, aber spüren. Wie ich den Wind spüre. Beim Radfahren wird mir das deutlich. Wenn ich von Wieblingen am Neckar entlang zur Alten Brücke fahre, spielt der Ostwind eine erhebliche Rolle. Ich sehe ihn nicht, dennoch ist er für mein Vorwärtskommen entscheidend. Gegenwind z. B. bremst aus. Ich stelle mir vor, der Geist Gottes ist kein Gegenwind, sondern ein starker Rückenwind. Dann ist es, als säße ich auf einem E-Bike. So will – denke ich – Gottes Geist den Menschen in Bewegung bringen.
 
Martin Luther sagt es so: „Der Heilige Geist macht Menschen keck, fröhlich, mutig, ja beflügelt ihn zu einer heiteren Dreistigkeit, im Schwung des Übermutes das Leben anzupacken und zu gewinnen.“
 
So ist Pfingsten ein Fest, das uns beflügelt, mutig zu handeln. Aufeinander zuzugehen. Miteinander zu reden. Pfingsten – der Geburtstag der christlichen Glaubensgemeinschaft. Bitten wir gerne darum, dass uns dieser schwungvolle Geist inspiriert und Rückenwind schenkt.