Karlsruhe/Frankfurt, 12.05.2021. Anlässlich des 3. Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt vom 13. bis 16. Mai fordern bundesweit 85 kirchliche Organisationen im Sinne des Leitworts „schaut hin“ (Mk 6,38) Politikerinnen und Politiker auf Bundes- und Landesebene auf, Klimaschutz zum Maßstab ihres Handelns in allen Sektoren zu machen. Auch die Evangelische Landeskirche in Baden beteiligt sich an diesem Aufruf, der zugleich unterstreicht, dass auch Kirchen für mehr globale Klimagerechtigkeit einen wichtigen Beitrag leisten werden.
Die Evangelische Landeskirche in Baden engagiert sich bereits seit vielen Jahren aktiv für die Bewahrung der Schöpfung. Derzeit erarbeitet sie gerade ein Klimaschutzkonzept, das der gesamten Landeskirche mit all ihren Gebäuden zur Klimaneutralität verhelfen soll. „Deutschland als einer der Verursacherstaaten
hat eine Bringschuld, Klimaneutralität schneller zu schaffen als erst 2050. Und wir als Landeskirche wollen unseren Teil dazu beitragen“, erklärt André Witthöft-Mühlmann, Leiter des Büros für Umwelt und Energie der badischen Landeskirche.
In weltweiter Verbundenheit und Solidarität mit den Ländern des Globalen Südens rufen die beteiligten Landeskirchen, Bistümer, Verbände, Orden, Werke und Gemeinden nun anlässlich des Ökumenischen Kirchentags dazu auf, den Einsatz für eine klimagerechte Zukunft auch an den Bedürfnissen der ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen zu orientieren.
Im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens hat Deutschland finanzielle Mittel für die ärmsten und von der Klimakrise am stärksten betroffenen Staaten zur Anpassung an den Klimawandel und zur Bewältigung von Klimaschäden zugesagt. Sabine Minninger, klimapolitische Referentin bei Brot für die Welt, erläutert: „Der Aufwuchs der Klimafinanzierung über die letzten Jahre verlief deutlich zu niedrig. Um die Länder vor den schlimmsten Folgen zu bewahren, erfordern Deutschlands Zusagen eine lineare Steigerung der jährlichen Haushaltsmittel auf 8 Milliarden Euro ab 2025.“
Die Grundlage für die erforderliche sozial-ökologische Transformation bildet die UN-Agenda 2030. „Die kleinen Fortschritte bei den Nachhaltigkeitszielen sind durch die Covid-19 Pandemie massiv gefährdet. Kooperationen und Partnerschaften Deutschlands mit anderen Staaten oder Regionen sollten stärker als bisher dem Klimaschutz, der sozial-ökologischen Transformation, den Menschenrechten und der globalen Gerechtigkeit dienen“, ergänzt Kathrin Schroeder, Referentin für Energiepolitik des katholischen Werks für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR.
Den kompletten Aufruf „schaut hin – Verantwortung übernehmen für eine klimagerechte Zukunft“ samt der Liste aller unterstützenden Organisationen finden Sie unter www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de
Alexandra Weber, Pressesprecherin i. V., Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe


